Bereits am ersten Wochenende des Jahres tobte die fünfte Jahreszeit. Besonders die Herren kamen voll auf ihre Kosten. Bei den Sitzungen ging es auch um die aktuellen Büttenreden.
„Nie war die Session so wichtig“Cantz nimmt die Weltlage mit viel Humor

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Guido Cantz (M.) war zu Gast bei der Herrensitzung der KG Kölsche Grielächer. Präsident Udo Schaaf (l.) und Sitzungsleiter Stephan Dahm nahmen ihn auf der Bühne in Empfang.
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Et rüch noh Karneval in der Stadt. Die kurze Session sorgt gleich zum Jahresstart für jeckes Treiben in zahlreichen Sälen Kölns. Zum Auftakt standen hauptsächlich zahlreiche Herrensitzungen auf dem Programm.
Im Maritim-Hotel startete die KG Kölsche Grielächer in ihre 99. Session. Vor allem die neuesten Büttenreden standen im Fokus. Guido Cantz (54) gab den Eisbrecher und freute sich vor allem, seinen Förderer Peter Raddatz im Publikum zu sehen.
Guido Cantz feiert Wiedersehen im Saal mit seinem Förderer
„Dä Mann met däm Hötche“ war zuletzt in der Reha und feierte nun ausgelassen die Sitzung. „Als ich Peter kennengelernt habe, war ich 20, jetzt bin ich 54. Mein Leben lang habe ich Fußball gespielt, aber im Mai war mein letztes Spiel. Wegen Arthrose geht es nicht mehr“, plauderte Cantz.
„Ich habe inzwischen angefangen, Golf zu spielen, und habe einen Thermomix zu Hause. Das ist der sportliche Abstieg, der mir immer prophezeit wurde: Fußball, Tennis, Golf, Rommé, Walken, Skip-Bo, Tod.“
Natürlich beschäftigt den Moderator auch die aktuelle Weltlage. „Wenn ich früher gefragt habe ‚Wie ist die Lage?‘, dann haben die Leute gesagt ‚Ernst, aber nicht hoffnungslos‘. Mittlerweile sage ich: ‚Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst‘“, sagte Cantz.
„Lachen ist die schönste Sprache der Welt. Nach einem merkwürdigen Jahr 2025 kommt Karneval genau recht. Noch nie war die Session so wichtig wie im Moment. Wir leben in komischen Zeiten und müssen deshalb rausgehen und ein bisschen Quatsch machen“, sagte der Komiker und verwies auf den US-Angriff auf Venezuela, wo Präsident Maduro „mit dem Herzblatt-Hubschrauber“ ausgeflogen wurde.

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JP Weber hatte viel Spaß am ersten Sessionswochenende. Er garniert seine Rede erneut mit einem musikalischen Finale.
Auch JP Weber reagierte in seinem Vortrag ganz aktuell auf den mutmaßlichen Strom-Anschlag von Linksextremisten in Berlin. „Links ist auch keine Richtung, genauso wenig wie rechts. Jraaduss, in die Augen schauen und Augenhöhe zeigen, das ist die richtige Richtung. Ich möchte wieder gerade Menschen. Typen, die um unser Wohl bemüht sind.“
Er wies auch auf die Bedeutung des Brauchtums hin und erwähnte die vielen Spenden, die die Karnevalsvereine jährlich aufbringen. „Aber wisst ihr, wie viel Angst Vereine wie die Grielächer haben, dass sie das Geld nicht zusammenbekommen, um solch eine Sitzung zu bezahlen?“ Und deshalb gab er Präsident Udo Schaaf ein Versprechen: „Wenn du das Geld nicht zusammenbekommst, trete ich hier kostenlos auf.“

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Auch die Höhner waren zu Gast bei der Herrensitzung der Bürgergarde blau-gold im Pullman-Hotel.
Zeitgleich feierte die Bürgergarde blau-gold im Pullman-Hotel. Damit Martin Schopps nicht nur als Redner ein Ass ist, gab es für ihn dort ganz besondere Golfbälle mit seinem Konterfei. „Ich hoffe, dass du mit diesen Bällen dein Handicap deutlich verbessern kannst“, lachte Präsident Markus Wallpott spöttisch.
Eine ganz besondere Überraschung hatte der Präsident für Mitglied und Scharmöör-Schlagzeuger Tim Lachmayer. Der feierte am Sonntag seinen 34. Geburtstag. Als Geschenk durfte er erstmals im Elferrat mitfeiern.

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Colombinen-Präsidentin Uschi Braukmann zusammen mit dem „Sitzungspräsidenten“ Volker Weininger, der mit stehenden Ovationen gefeiert wurde.
Kurz nach Neujahr starten auch die Colombinen mit ihrer Präsidentin Uschi Braukmann mit ihrer etwas anderen Herrensitzung ins Veranstaltungsjahr. Die Nummerngirls präsentierten sich dieses Mal als Piraten.

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Auch „Dä Tuppes vum Land“ Jörg Runge war Gast bei der Herrensitzung der Damen-Karnevalsgesellschaft Colombina Colonia.
In den Balloni-Hallen wurde den Herren ein exquisites Menü mit einem karnevalistischen Programm präsentiert. Rund 50 Colombinen kümmerten sich persönlich um die Gäste. So erhielt jeder eine frische Nelke als Anstecker.
Das besondere Ambiente und die persönliche Betreuung wissen die Herren sehr zu schätzen. Deshalb war die etwas andere Herrensitzung wieder restlos ausverkauft. Micky Brühl, Volker Weininger, Höhner, Bläck Fööss, Domstürmer, Rabaue und Fauth Dance Company sorgten für die Unterhaltung.
