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Das gab’s in 77 Jahren noch nie„Jan un Griet“ überraschen mit Schlager-Hit

Horst-Peter Becker und seine Melanie singen als „Jan un Griet“-Paar.

Für eine absolute Premiere in der Geschichte der „Jan un Griet“-Paare sorgten Horst-Peter Becker und seine Ehefrau Melanie. Bei ihrer Proklamation am Dienstagabend (6. Januar 2026) sangen sie im Duett.

Das zweithöchste Amt im Kölner Karneval bekleiden „Jan un Griet“. Horst-Peter und Melanie Becker wurden in den Rollen proklamiert. Dabei sorgte das Paar für ein absolutes Novum.

Seit 1949 stellt das Reiter-Korps Jan von Werth mit dem „Jan un Griet“-Paar die höchsten Repräsentanten des Kölner Karnevals hinter dem Dreigestirn. Bei der Proklamation der beiden erlebten die Gäste am Dienstagabend (6. Januar 2026) eine begeisternde Premiere.

Horst-Peter Becker und seine Ehefrau Melanie erfüllen sich in dieser Session ihren Lebenstraum und schlüpfen in die Rollen des historischen Paares. Was sich dann im festlichen Ambiente der Flora beim Korpsappell abspielte, stellte alles Bisherige in den Schatten. Erstmals in der 77-jährigen Geschichte gibt es ein singendes Paar.

Jan von Werth führt Proklamation wieder beim Korpsappell durch

Im Vorjahr hatte Jan von Werth erstmals in der Vereinsgeschichte „Jan und Griet“ öffentlich auf dem Chlodwigplatz proklamiert. „Wir haben aber neben dem wirtschaftlichen Aspekt auch festgestellt, dass der Korpsappell eines Traditionskorps die höchste interne Veranstaltung ist und es keinen schöneren Rahmen gibt, um das Jahr gemeinsam zu beginnen“, erklärte Präsident Stefan Kühnapfel im EXPRESS.de-Gespräch.

Bereits beim Proklamationsakt, den traditionell Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn und die Präsidentin der Kölschen Madämcher, Gabriele P. Gérard, vornahmen, wurde es musikalisch. Gérard hatte für Melanie Becker einen Klassiker umgedichtet. „Eimol Griet zo sin, en Kölle am Rhing. In dem stolzen Korps, voll Sonnesching. Dovun dräumen manche Mädcher noh und fern. Denn eimol Griet zo sin, dat wullen se all jähn“, sang sie.

Bevor Kuckelkorn zur Proklamation schritt, beruhigte er erst einmal die Gäste: „Keine Angst, ihr könnt im Saal bleiben, ich singe nicht.“ Melanie und Horst-Peter Becker beschrieb er als moderne Romanze, die sich über die Ferne kennengelernt haben. „Im Suchprofil schrieb Melanie damals: Er muss über 1,85 Meter sein, dunkle Haare, dunkle Augen. Ne Schnäuzer muss er han und er muss aus Kölle sin.“

In seiner Rede betonte das emanzipierte Paar, dass alle Menschen zusammen den Kölner Karneval ausmachen. „Egal welche Farben wir auch tragen, in unseren Herzen tragen wir alle die Farben des Kölner Karnevals. Lasst uns mal laut, mal leise feiern, aber immer bunt. Zusammen mit euch wollen wir Brücken bauen zwischen Alt und Jung, Tradition und Zukunft und Köln und der Welt. Und wir wollen gemeinsam mit euch und jeder Menge Brauchtum im Gepäck eine ganz neue Brücke gehen.“

Horst-Peter Becker und seine Ehefrau Melanie küssen sich.

Ein Küsschen nach der Proklamation: Horst-Peter Becker und seine Ehefrau Melanie sind „Jan un Griet“ der Session 2026.

Anschließend sorgten „Jan un Griet“ für ein echtes Novum. „Wir haben uns überlegt, was der große Jan von Werth heute tun würde, wenn er seiner Griet, die ihn verschmäht hatte, wiederbegegnen würde.“

Den Text des Hits von Roland Kaiser und Maite Kelly texteten sie kurzerhand um. „Warum hast du nicht Ja gesagt? Es lag allein an dir. Mit meinem Rang als General, jetzt fängst du an, mit mir… Warum hast du nicht Ja gesagt? Im Schein vom Kümpchenshof. Ich brannte so voll Leidenschaft, jetzt steh ich da, wie doof...“ Die Jecken dürfen sich auf ein ganz besonderes Paar mit jeder Menge Temperament und Gesangsqualitäten freuen. Vor Rührung flossen direkt ein paar Freudentränen.

Stefan Kühnapfel hält eine Rede für Christoph Kuckelkorn.

Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn (r.) musste mit den Tränen kämpfen, als ihn Präsident Stefan Kühnapfel zum Generalwachtmeister des Reiter-Korps Jan von Werth ernannte.

Und auch der Festkomitee-Präsident musste mit den Tränen kämpfen. „Danke für 21 Jahre leidenschaftliches Engagement für den Fastelovend. Lieber Christoph, du bist Ehrenamtler von Kopf bis Fuß und wir haben dir ganz viel zu verdanken“, sagte Kühnapfel.

Je länger der sprach, umso mehr musste Kuckelkorn mit den Tränen kämpfen. Als Zeichen des Dankes wurde er ehrenhalber zum Generalwachtmeister des Reiter-Korps Jan von Werth ernannt.