Abo

„Gefährdungslage“Radikaler Plan für Kölner Straße

Die Verkehrslage auf der Severinstraße soll verbessert werden.

Die Verkehrslage auf der Severinstraße soll verbessert werden.

Wird die Severinstraße ganz oder teilweise zu einer Fußgängerzone?

Könnte die Severinstraße bald komplett für Autos gesperrt werden? SPD und Volt in der Bezirksvertretung Innenstadt fordern genau das. Sie wollen prüfen lassen, ob die beliebte Straße ganz oder teilweise zur Fußgängerzone umgestaltet werden kann.

Eine Alternative wäre, die Hauptschlagader des Vringsveedels in einen verkehrsberuhigten Bereich umzuwandeln. Dort würde dann für alle Fahrzeuge Schrittgeschwindigkeit gelten, während Fußgänger und Fußgängerinnen Vorrang hätten und die ganze Straße nutzen dürften. Diese Ideen sind Teil eines umfassenden Antrags, der die Situation auf der Einkaufs- und Wohnmeile im Kölner Süden verbessern soll. Das berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger.

Fußgänger und Fußgängerinnen geraten immer wieder in Gefahr

Obwohl auf der Straße ein „Verbot für Kraftfahrzeuge“ mit dem Zusatz „Anlieger frei“ besteht, sei die Lage brenzlig. Die Antragstellenden kritisieren, dass Fußgänger und Fußgängerinnen trotz des eigentlich reduzierten Autoverkehrs gefährdet seien.

Besonders zwischen der Severinstorburg und dem Severinskirchplatz seien die Gehwege für die vielen Passanten und Passantinnen viel zu eng. Zusätzliche Hindernisse wie Außengastronomie oder Kundenstopper machen es noch schlimmer.

„Gefährdungslage“ für Fußgänger und Radfahrer

Aus diesem Grund weichen die Menschen „zunehmend“ auf die Fahrbahn aus. Das führt zu Konflikten mit Radfahrern und Radfahrerinnen sowie mit dem Liefer- und Busverkehr, insbesondere am Chlodwigplatz. Die Stadtverwaltung soll nun die „Gefährdungslage“ für Fußgänger, Fußgängerinnen, Radfahrer und Radfahrerinnen „umfassend bewerten“. Außerdem sollen schnell Maßnahmen für mehr Sicherheit ergriffen und die vorgeschlagenen Optionen geprüft werden.

Im Antrag wird bemängelt, dass trotz des Verbots eine „deutliche Zunahme nicht berechtigter Liefer- und Durchgangsverkehre festzustellen“ sei. Die vorhandenen Lieferzonen seien unzureichend und oft von Pkw zugeparkt. Lieferfahrzeuge müssten deshalb auf Gehwegen, Fahrbahnen oder in Zufahrten parken. SPD und Volt fordern die Stadt daher auf, die Verkehrsbelastung sowie Regelverstöße „systematisch zu erfassen und zu bewerten“. Auch der Bedarf der Gewerbetreibenden an Lieferungen soll ermittelt, neue Lieferzonen geprüft und der gesamte Verkehr besser überwacht werden.

Antragstellende kritisieren marode Absperrpfosten

Ein Mittel, um den Verkehr auf der Straße zu regeln, sind Absperrpfosten, die man mit Dreikantschlüsseln entfernen kann. Doch die Antragstellenden beklagen: „Zunehmend bleiben Poller nach Durchfahrten offen, sind beschädigt oder wurden vollständig entfernt“. Weiter heißt es: „Eine verlässliche Wiederherstellung erfolgt derzeit nicht, Zuständigkeiten sind für Anwohnende nicht nachvollziehbar.“

Die Stadtverwaltung soll „eindeutig festlegen, welche Dienststelle für das Einsetzen, Ersetzen und die Instandhaltung der Poller zuständig ist“. Illegal entfernte oder kaputte Poller müssen „zeitnah wieder eingesetzt werden“. Zusammen mit dem Ordnungsamt soll ein „Kontroll- und Durchsetzungskonzept“ her. Zudem soll geprüft werden, ob „alternative, weniger manipulationsanfällige Pollersysteme“ eine Lösung wären.

Auch der bauliche Zustand der Straße ist ein Problem

SPD und Volt haben außerdem „erhebliche bauliche Mängel“ auf der Severinstraße entdeckt. „Sich lösende Randsteine stellen insbesondere für Radfahrende eine Gefährdung dar, in die Straße eingelassene Beleuchtungselemente sind teilweise defekt oder außer Betrieb.“ Die Stadt soll den Zustand der Straße schnell überprüfen, kaputte Randsteine austauschen und die defekte Beleuchtung reparieren. Der Bezirksvertretung soll dafür ein Zeitplan vorgelegt werden.

Die Antragstellenden vermissen auf der Straße und den umliegenden Flächen eine „kontinuierliche ordnende und vermittelnde Präsenz im öffentlichen Raum“. Diese fehle, seit die KVB die Interessengemeinschaft Severinstraße nicht mehr finanziell unterstützt, wodurch auch der sogenannte Veedelskümmerer wegfiel. Die Folge: „Viele kleinere Probleme werden seither nicht mehr frühzeitig erkannt oder gelöst.“

Die Stadtverwaltung soll nun prüfen, wie hier Abhilfe geschaffen werden kann, zum Beispiel durch andere Kooperations- oder Finanzierungsmodelle. Das Ziel aller Vorschläge ist es, „Zuständigkeiten zu klären, Maßnahmen zu bündeln und die Severinstraße langfristig sicherer, geordneter und lebenswerter zu gestalten“. Da die Grünen-Fraktion in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung noch Beratungsbedarf anmeldete, wurde die Abstimmung über den Antrag zunächst verschoben (red).

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Das Kölner Dreigestirn sitzt auf seiner Bank.

Jecke Ecke

Besonderes Geschenk für das Kölner Dreigestirn