Nach der Karnevalssession hat sich Rabaue-Keyboarder Peter van den Brock mit seiner Frau in Dubai erholt. Doch jetzt hat der Krieg das Kölner Paar eingeholt.
„Welch ein Wahnsinn“Kölner Musiker meldet sich mit Hiobsbotschaft aus Dubai

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Angriff auf den Iran, hier der Flughafen in Dubai.
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Er wollte sich nach einer anstrengenden Karnevalssession nur ein wenig erholen – jetzt befindet er sich mitten im Kriegs-Horror in Nahost.
Rabaue-Keyboarder Peter van den Brock, von allen nur „Funny“ genannt, ist mit seiner Frau Martina nach den jecken Tagen nach Dubai geflogen, um sich ein wenig von der Session zu entspannen. Doch nach einigen schönen Urlaubstagen begann das Grauen.
Kölner Musiker sitzt in Dubai fest: Er erlebte Anschläge in seiner Nähe
„Am vergangenen Samstag haben wir einen Ausflug nach Abu Dhabi gemacht. Nachdem wir mit einem deutschen Reiseführer eine Moschee besichtigt hatten, gab es in der Nähe einen Riesen-Knall“, berichtet der Musiker am Samstag (7. März) gegenüber EXPRESS.de.
„Wir sind weggefahren und haben uns zunächst nichts dabei gedacht. Doch plötzlich hielt der Bus an und wir wurden auf Taxis verteilt. In dem Moment sagte man uns, dass es einen Anschlag gegeben habe.“ Zurück im Hotel in Dubai sah der Rabaue-Musiker immer wieder helle Blitze am Himmel und hörte die Einschläge.
Mit der Erholung war es ab dem Moment natürlich vorbei. „Die Menschen im Hotel waren unheimlich bemüht. Die Freundlichkeit des Personals war sensationell“, sagte „Funny“. Eigentlich sollte es am Dienstag wieder zurück nach Deutschland gehen, der Flug wurde jedoch storniert.
„Wir konnten bis auf Weiteres im Hotel bleiben, aber meine Frau wollte natürlich schnellstmöglich zurück nach Deutschland“, sagt die Frohnatur zu EXPRESS.de. „An den Büros der Fluggesellschaften waren jedoch gigantische Warteschlangen. Am Flughafen habe ich jedoch eine sehr hilfsbereite Mitarbeiterin getroffen“, sagt van den Brock.

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Peter „Funny“ van den Brock ist Gründungsmitglied der Rabaue. Nach der Session wollte er sich eigentlich in Dubai erholen.
Am Samstag (7. März 2026) soll es nun wieder zurückgehen. Doch bisher wird auch dies zur Geduldsprobe. Um 5 Uhr morgens sollten alle am Flughafen sein, um eine Maschine nach Frankfurt zu bekommen. „Doch es gab wieder Alarm, wir mussten aus der Abfertigungshalle raus.“ Nach einem Drohnenangriff in der Nähe des Flughafens wurde dieser wieder geschlossen.
Zwei Stunden später der nächste Versuch. Wir saßen bereits eine Stunde in der Maschine und warteten auf den Abflug, da mussten alle Passagiere den Flieger wegen eines erneuten Alarms wieder verlassen, berichtete der Musiker. „Welch ein Wahnsinn.“ Das Warten ging weiter. Als EXPRESS.de mit dem Rabaue-Urgestein telefonierte, saß dieser wieder in der Maschine und hoffte darauf, dass es endlich losgehen kann.
Statt nach glücklichen Karnevalserlebnissen einfach nur die Seele baumeln zu lassen, steckt der Rheinländer mitten im Kriegs-Horror. „Diese Woche hat mehr Kraft gekostet als sechs Wochen Session“, sagt „Funny“ erschöpft. „Wir wollen einfach nur wieder nach Hause. Dubai war wirklich eine Reise wert, aber diese Situation kostet viele Nerven.“
Für den 64-Jährigen steht bald die „Kölsche Woche“ in Hintertux an, die er organisiert. „Ich wollte eigentlich ab dem 11. März dort vor Ort sein, um die letzten Dinge zu regeln. Aber das werde ich nun zeitlich nicht schaffen.“ Denn auch bei der „Kölschen Woche“ muss improvisiert werden.
Da die Domstürmer nach der Augen-OP von Frontmann Micky Nauber nicht anreisen können, hat „Funny“ aus dem Kriegswahnsinn heraus Ersatz besorgt. Die Band Lupo reist nun in die Berge. Und auch die Musiker der Rabaue warten auf ihren Keyboarder. Denn die Proben mit dem neuen Schlagzeuger müssen starten.

