Vollgekotete Wiesen und Spielplätze: Die Stadt Köln greift gegen Gänse durch – und sammelt Hunderte Eier aus den Nestern.
Ärger in KölnEkel-Haufen auch auf Spielplätzen, Stadt muss eingreifen

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Gänsekot wie hier am Kalscheurer Weiher sorgt für Unmut in Köln (Archivbild).
Überall Gänsekot! Wer bei Sonnenschein durch Kölner Parks spaziert oder ein Sonnenbad nehmen möchte, muss tierisch aufpassen: Überall liegen die matschigen, olivfarbenen Exkremente der gefiederten Parkbewohner. Ein gemütliches Zusammensitzen im Grünen scheitert oft daran, dass Decken unweigerlich im Dreck landen.
Besonders brenzlig wird die Situation auf Spielplätzen, wo Pänz unbeschwert toben sollen. Im Internet machten Kölner ihrem Ärger Luft – im Fokus stand vor allem das Areal im Grüngürtel. Zwar grenzt dort kein Teich an, doch bei sommerlicher Hitze steuern die Vögel die Anlage gezielt an, um ihren Durst zu stillen.
Kölner Spielplätze im Fokus der Reinigung
Die städtischen Entsorgungsbetriebe reinigen die Spielflächen standardmäßig wöchentlich, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Weil das Terrain rund um die Matschanlage als Problemzone gilt, wird dort noch häufiger geputzt. Dennoch geraten Kinder unvermeidlich an den Schmutz – eine dauerhafte Beseitigung scheitert nach Verwaltungsangaben schlicht am immensen Vogelaufkommen.
Zwar stuft das Gesundheitsamt die Reste aus biologischer Sicht als harmlos ein, dennoch bezeichnet die Stadtverwaltung diese als „unangenehm“. Verschlucken Kleinkinder den Unrat beim Spielen, drohen Infektionen – eine Sorge, die viele besorgte Eltern teilen.
Nilgänse und Kanadagänse breiten sich aus
Verursacht wird der Frust hauptsächlich durch invasive Arten wie Nil- und Kanadagänse. Die Tiere vermehren sich seit Jahren rasant und bleiben ganzjährig am Rhein. Um die Population im Blick zu behalten, führt die Verwaltung Zählungen durch: unter anderem am Mediapark, am Aachener sowie Kalscheurer Weiher, im Stadtwald, an den beiden Kanälen in Lindenthal sowie rund um Universitätsgebäude und Theodor-Heuss-Park.
Dort blieben die erfassten Bestände stabil: Bei Kanadagänsen zählte man von 2023 bis 2026 jeweils 129, 114, 125 sowie 130 Vögel, während bei Nilgänsen 33, 77, 115 und 95 Exemplare notiert wurden. Eine Sprecherin der Stadtverwaltung betont jedoch: „Außerhalb der Hotspots werden die Zahlen beider Tiere sicher gestiegen sein.“
Da Abschüsse im Stadtgebiet rechtlich verboten sind, nutzt die Verwaltung andere Methoden: Beschäftigte des Grünflächenamts entnehmen die Gelege direkt per Hand. Auf diese Weise wurden 2026 rund 500 Eier eingesammelt.
Brutkästen für Nilgänse verzögern sich
Bei Nilgänsen gestaltet sich die Entnahme kniffliger, weil sie hoch in Baumkronen brüten. Deshalb sollten spezielle Nisthilfen aufgehängt werden. Bislang wurden jedoch lediglich vier von sechs Kästen montiert, teils verspätet nach Beginn der Brutphase. Wegen bürokratischer Abstimmungen mit Anliegern greift die Maßnahme erst zur nächsten Saison.
Neben dem massiven Dreck raubt das Federvieh vielen Anwohnern den letzten Nerv. Schon in aller Frühe hallen durchdringende Rufe durch die Veedel, wenn Nilgänse auf Kaminen oder Dachfirsten sitzen und minutenlang lärmen. (red)

