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Igel-Drama in EhrenfeldKölner Café wehrt sich gegen Nabu-Vorwurf

Ein Igel sucht nach Futter.

Copyright: Jonas Walzberg/dpa

Der Nabu Köln hat auf Instagram zwei Fotos veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie Igel mit dem Kopf in Bechern feststecken (Symbolfoto).

Aktualisiert:

Ein Igel mit dem Kopf im Plastikbecher – der Naturschutzbund (Nabu) Köln macht die Fotos jetzt öffentlich. Der Ehrenfelder Café-Besitzer hat auf die Vorwürfe reagiert.

In Köln-Ehrenfeld geraten Igel offenbar immer wieder in weggeworfene Plastikbecher – mit fatalen Folgen.

„In den letzten Wochen wurden uns von mehreren Personen aus Ehrenfeld Fotos von Igeln zugeschickt, die mit dem Kopf in Plastikbechern feststeckten“, schreibt der Nabu Köln auf Instagram.

Igel hängt mit Kopf in Becher fest

Zwei der Fälle teilte der Verein anonym auf der Plattform. „Die Tiere konnten sich ohne menschliche Hilfe nicht aus den Bechern befreien.“ Grund sei die Form der Becher: Sie werden nach oben hin schmaler – ein Igelkopf passe hinein, das Tier könne den Kopf aber nicht wieder herausziehen.

Eine Lösung für das Problem schlägt der Nabu selbst vor. Auf Instagram schreibt der Verein: „Wir sind der Meinung, dass das eine Gefahrenquelle ist, die leicht zu vermeiden wäre. Einerseits, indem Mehrwegbecher genutzt würden, oder indem (wenn schon nicht auf Plastik verzichtet werden kann/will) die Form der Becher angepasst würde.“

Auf beiden Fotos ist der Schriftzug „Impi“ teilweise auf den Bechern zu erkennen. Der Nabu selbst nennt in seinem Beitrag keinen konkretes Namen. Verursacher des Mülls sind offenbar Kunden des beliebten Kölner Cafés.

EXPRESS.de hat den Betreiber des Café „Impi“ in Ehrenfeld mit den Igel-Fotos konfrontiert. Robin Bohn zeigt sich betroffen: Es tue ihm leid, wenn Kunden ihren Müll nicht ordentlich entsorgen und so etwas passiere.

Er betont aber auch, sein Team räume täglich rund um das Café auf – das sei für ihn der zentrale Punkt, den die Kritiker übersähen. Des Weiteren gebe es seit Jahren ein Mehrwegsystem. Die leeren Becher könnten also problemlos im Geschäft zurückgegeben werden.

Auch auf dem Impi-Instagram-Account ruft der Betreiber dazu auf, Becher, Strohhalme und sonstigen Müll in die dafür vorgesehenen Mülleimer zu werfen. „Wir möchten gemeinsam dazu beitragen, unsere Nachbarschaft sauber zu halten und Rücksicht auf Anwohner, Umwelt und Tiere zu nehmen.“

Zudem sagt Bohn, er habe dem Nabu Köln angeboten, eine Spendenaktion für Igelfutter zu unterstützen. Der Nabu habe sich daraufhin noch nicht bei ihm zurückgemeldet, sagt er. 

Der Nabu ruft unterdessen weiter dazu auf, herumliegende Becher aufzusammeln und zu entsorgen: „Solltet ihr diese Becher irgendwo auf dem Boden herumliegen sehen, sammelt sie bitte ein und entsorgt sie.“

Der Streit ums Impi ist nicht neu: Nachbarn im Veedel hatten bereits im April eine Petition gegen das Café gestartet, im Sommer gab es einen Stink-Anschlag auf das Lokal. Zuletzt suchten die Beteiligten bei einem Gespräch nach einer Lösung abseits eines drohenden Rechtsstreits.

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