Im Hürtgenwald brennen 300 Hektar – und die Feuerwehr spricht jetzt vom gefährlichsten aller Zustände.
Flammen-Hölle im HürtgenwaldSchlimmstes Szenario: Feuerwehr ruft „Red Flag Day“ aus

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Der Hürtgenwald steht in Flammen – und es wird immer schlimmer. 300 Hektar Wald (umgerechnet 420 Fußballfelder) im Kreis Düren brennen, der Ortsteil Gey ist evakuiert.
Jetzt hat die Feuerwehr offiziell einen „Red Flag Day“ ausgerufen. Grund: die wechselnden Winde und die niedrige Luftfeuchtigkeit. Was das bedeutet? Den Einsatzkräften droht das Schlimmste. Weitere Infos im EXPRESS.de-Liveticker.
Feuerinferno im Hürtgenwald: Was ist ein „Red Flag Day“?
Der Begriff kommt aus dem amerikanischen Feuerwehrwesen – und er steht für Extremgefahr. Ausgerufen wird er, wenn drei fatale Faktoren gleichzeitig auftreten: hohe Temperaturen, extrem niedrige Luftfeuchtigkeit und starker Wind.
Im Hürtgenwald sind es vor allem die wechselnden Winde und die trockene Luft, die die Lage am Freitagmorgen (14. August) kippen ließen. Selbst kleine Funken können sich unter solchen Bedingungen zu unkontrollierbaren Feuerfronten entwickeln – genau das ist das Problem.
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Böschungsbrand
A4 bei Kerpen in Richtung Köln wieder befahrbar
Seit der Nacht kämpfen rund 200 Feuerwehrleute gegen das Feuer an – weitere 150 wurden angefordert. Auch Löschhubschrauber sind im Einsatz: Sie holen Wasser aus umliegenden Talsperren und aus einem großen Becken. Vier NRW-Wasserwerfer mit je 10.000 Litern Fassungsvermögen sind auf dem Weg. Bundeswehr-Pionierpanzer räumen Schneisen frei, um die Ausbreitung des Feuers zu bremsen. Landwirte und Forstarbeiter helfen unermüdlich mit.
Wehrsprecher Peter Berndgen bringt es auf den Punkt: „Je mehr Wasser wir jetzt da reinbekommen, umso besser.“
Die Kölner Feuerwehr ist ebenfalls im Einsatz. „Wir sind mit Fahrzeugen und 65 Kräften im Einsatz“, sagte ein Sprecher gegenüber EXPRESS.de.
Ortsteil evakuiert – Flammen rücken näher
Die Evakuierung des Ortsteils Gey wurde am Morgen abgeschlossen. Zuletzt waren die Flammen noch 200 Meter entfernt. Auch die Notunterkunft in Hürtgenwald-Straß, die eigentlich für Betroffene eingerichtet worden war, muss nach Angaben der Aachener Zeitung evakuiert werden – erste Busse waren vor Ort.
Landrat Ralf Nolten, Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar und Bürgermeister Stephan Cranen sind seit der Nacht vor Ort. Ein Krisenstab wurde einberufen.
Wer heute in Richtung Aachen oder Düren unterwegs ist: Die Ausfahrten Düren und Langerwehe auf der A4 sind gesperrt. Sie werden als Rettungszufahrten für die Einsatzkräfte gebraucht, so die Autobahn GmbH. Die Auffahrten an beiden Anschlussstellen sind weiterhin frei.

