Schlechte Nachricht für ein Kölner Veedel: Der WDR will sich von einem großen Produktionsstandort trennen.
Hiobsbotschaft für KölnWDR plant Verkauf von Produktionsstandort

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Der WDR will sich von seinem Produktionsgeländes in Bocklemünd (Luftaufnahme vom 3. April 2022) trennen.
Der WDR plant, sich von einem seiner größten Produktionsstandorte im Kölner Stadtteil Bocklemünd zu trennen. Hintergrund: Die Flächen sind angesichts schlanker und digitaler Produktionsprozesse nicht mehr ausgelastet.
Das Vorhaben basiert auf einer internen Bedarfsanalyse sowie einer unabhängigen Wirtschaftlichkeitsprüfung. In Bocklemünd befinden sich unter anderem die Studios zu den Sendungen „Kölner Treff“, „Quarks“ und „Tiere suchen ein Zuhause“. Auch die „Lindenstraße“ wurde bis zum Schluss dort gedreht.
WDR-Intendatin: „Bündeln gezielt unsere Kräfte in der Kölner Innenstadt“
WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau: „Ein klarer strategischer Kurs bedeutet auch, sich von Dingen zu trennen. Wir bündeln und steuern gezielt unsere Kräfte in der Kölner Innenstadt, um unserem Publikum das bestmögliche Programmangebot zu machen. Das sehr große Betriebsgelände in Bocklemünd passt nicht mehr zu den Anforderungen unseres digitalen, smarten Produktionsbetriebs. Ein weiterer Erhalt des Standortes ist für den WDR schlichtweg unwirtschaftlich.“
Im nächsten Schritt wird nun ein WDR-Projektteam gemeinsam mit Mitarbeitenden und Personalrat den Bedarf und die Möglichkeiten von alternativen Standorten für die in Bocklemünd ansässigen Bereiche analysieren. Dazu zählen die Abteilungen Veranstaltungstechnik und Ateliers, Multimedia und Großproduktion, On-Air-Design, Dokumentation und Archive, Kfz- und Transportservice, Aus- und Fortbildung, zwei Hallen für Studioproduktionen, das Instrumentenlager sowie der WDR Innovation Hub und der Gebäudebetrieb.
Mieter sind der Zentrale Beitragsservice, die Produktionsgesellschaft Bavaria Studios und die Film- und Theater-Ausstattung GmbH. Die betreffenden Einheiten sollen ab 2028 an alternativen Standorten arbeiten können.
In Absprache mit den zuständigen Aufsichtsgremien will der WDR das Gelände verkaufen. Ziel ist, das gesamte Vorhaben so zügig wie möglich umzusetzen, spätestens bis 2035 vollständig abgeschlossen zu haben. (red)

