Für Tausende Pendlerinnen und Pendler in und um Köln kommt es jetzt knüppeldick. Eine wichtige Verbindung fällt monatelang aus.
Hiobsbotschaft für 15.000 PendlerWichtige Kölner Strecke monatelang gesperrt

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Für etwa 15.000 Pendler, die jeden Tag die S-Bahn-Linie 11 nutzen, wird der Weg zur Arbeit zur Geduldsprobe (Archivbild).
Für etwa 15.000 Pendler, die jeden Tag die S-Bahn-Linie 11 nutzen, wird der Weg zur Arbeit zur Geduldsprobe. Ab dem 10. April ist die Strecke zwischen Köln-Mülheim und Bergisch Gladbach für fast drei Monate dicht. Bis zum 3. Juli müssen Fahrgäste auf Busse ausweichen, da umfangreiche Bauarbeiten stattfinden.
Die Konsequenz dieser Maßnahme ist eine massiv längere Reisedauer. Die Fahrtzeit verdoppelt sich mindestens. Während die Bahn normalerweise nur 20 Minuten benötigt, müssen Reisende mit dem Bus, gerade im morgendlichen Stoßverkehr, wohl über eine Stunde einplanen, um ins Kölner Zentrum zu gelangen. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.
S11 fährt nur zwischen Flughafen Düsseldorf und Köln-Mülheim
In diesem Zeitraum verkehrt die S 11 nur noch zwischen dem Flughafen Düsseldorf und Köln-Mülheim, mit einer Weiterleitung nach Leverkusen Mitte.
Die Deutsche Bahn begründet diesen Schritt damit, dass man eine clevere Lösung gefunden habe. Da gleichzeitig bis Anfang Juli wegen einer Generalsanierung auch die Verbindung von Köln-Mülheim nach Wuppertal und Hagen lahmgelegt ist, schaffe man so eine neue Option für Reisende aus Wuppertal, Leichlingen und Opladen in Richtung Köln, wie ein Sprecher der Bahn am Mittwoch erläuterte.
Busse und Fahrräder als Alternative
Als Ausgleich hat die DB einen Ersatzverkehr mit zwei Buslinien eingerichtet, die alle 20 Minuten verkehren. Die Route S 11A folgt dem gewohnten Schienenverlauf und stoppt an sämtlichen üblichen Haltepunkten.
Zusätzlich pendelt die Linie S 11B im gleichen Takt von Bergisch Gladbach zur KVB-Station Dellbrück Mauspfad. Von dort besteht Anschluss an die Stadtbahnlinien 3 und 13, die Fahrgäste weiter ins Kölner Stadtgebiet bringen. Diese zusätzliche Verbindung soll das System entlasten.
Doch es gibt noch eine weitere Option: Das „S 11-Bike“. An den geschlossenen S-Bahn-Haltestellen auf der Strecke von Bergisch Gladbach nach Köln-Mülheim stehen Leihräder von Nextbike bereit. Für Inhaber eines Deutschlandtickets oder eines anderen Abos eines VRS-Verkehrsunternehmens ist die erste halbe Stunde umsonst. Jede weitere angefangene halbe Stunde schlägt mit einem Euro zu Buche.
Insgesamt 50 dieser Fahrräder, also zehn pro Haltepunkt, stehen zur Verfügung und lassen sich sogar vorab buchen. Aber Achtung, es gibt einen Haken! Die Räder müssen zwingend an einer der S-Bahn-Stationen auf dem Abschnitt von Mülheim bis Bergisch Gladbach zurückgegeben werden. Obwohl die Radpendler-Route 2 extra bis nach Deutz ausgeschildert wurde, ist eine Fahrt dorthin mit den Leihrädern tabu, da die Rückgabe dort nicht funktioniert.
Der Grund für die monatelange Sperrung ist ein Mammutprojekt mit Blick auf die Zukunft: die Erneuerung der Stellwerkstechnik. In Köln-Mülheim entsteht ein neues digitales Stellwerk, und die Gleise rundherum werden mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) nachgerüstet. Das ist ein Meilenstein für die Digitalisierung des Bahnverkehrs in der Region.
Digitalisierung als Grund für die Sperrung
Das Ziel: Die S-Bahnen im Rheinland sollen künftig digital fahren. Das ermöglicht eine höhere Taktung mit mehr Zügen. Dafür werden jetzt auf der Strecke nach Bergisch Gladbach 15 Kilometer Kabelschächte verlegt, 20 Gleisquerungen gebaut und die komplette Technik ausgetauscht.
Dies ist jedoch nur der Auftakt, denn die Strecke wird nicht zum letzten Mal blockiert sein. Weitere Bauphasen sind für die kommenden Jahre bereits angekündigt. „Wir starten jetzt mit dem Bau des digitalen Stellwerks in ein neues Zeitalter“, erklärt Norbert Reinkober. Er gesteht aber auch ein: „Drei Monate Sperrung sind schon eine heftige Belastung für unsere Kunden, auch für die Schülerinnen und Schüler. Deshalb haben wir uns intensive Gedanken gemacht, wie wir ein gutes Ersatzkonzept aufstellen können.“ (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

