Das Comedy-Musical „Himmel und Kölle“ startet in eine weitere Spielzeit. Das fünfjährige Bestehen wurde mit einer Gala gefeiert. Höhepunkt war die Zusammenkunft vieler prominenter Köbesse.
Gala zum Jubiläum von „Himmel und Kölle“Star-Auflauf im Köbes-Look und freche Sprüche über Köln

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Zur Gala „5 Jahre Himmel und Kölle“ schlüpften Hugo Egon Balder, Henning Krautmacher, Mirja Boes und Ingolf Lück (v.l.) am Donnerstagabend (5. November 2026) noch einmal in die Köbes-Rolle.
An den Start denkt Vera Bolten nur ungern zurück. „Wir haben vor 40 Leuten gespielt, dann vor 80. In den Publikumsreihen standen Pappfiguren“, erinnerte sich die Musicaldarstellerin an 2021. Die Corona-Pandemie bremste „Himmel und Kölle“ anfangs brutal aus. Zehn Monate blieb der Vorhang zu.
Doch die beiden Produzenten Frank Blase und Marc Schneider glaubten an das Comedy-Musical und behielten Recht. Kölns Kult-Stück ist inzwischen ein Publikumsrenner. 192.000 Gäste wurden bereits in über 650 Vorstellungen gezählt.
„Himmel und Kölle“: Musical startet in die neue Spielzeit
„Himmel und Kölle“ geht deshalb in die nächste Runde. Bis März 2027 gibt es schon wieder Termine für das lustige Kulturerlebnis. Das Jubiläum zum Fünfjährigen wurde am Donnerstagabend (5. November 2026) mit einer großartigen Gala in der Volksbühne am Rudolfplatz gefeiert.
Die Jubiläumsgäste sahen nicht einfach das für viele bereits bekannte Stück. Zwischen bekannten Songs wie „Willkommen in Kölle“, „Das ruckelt sich zurecht“ und „In Köln will ich leben“ führte Guido Cantz als Moderator durch ein kurzweiliges Programm. Der Entertainer stand 2023 selbst in 26 Vorstellungen als sächselnder Taxifahrer auf der Bühne.
„Mein Herz schlägt heute ein wenig höher als sonst“, gestand er, lief danach aber direkt zu Höchstform auf. Komponist Andreas Schnermann präsentierte Lieder, die es nicht ins Stück geschafft haben. „Eier so groß wie Kürbisse, ölige Frisur – wir sind die Herren der Ringe“, heißt es darin unter anderem.
Cantz kennt das, wenn man Dinge verwerfen muss. „Bei mir landen von zehn Gags fünf in der Tonne. Die Tonne bekommt dann Oliver Pocher“, sagte er. Über die Titel des Musicals urteilte er: „Alle Songs hätten beim ESC mehr Potenzial gehabt als Sarah Engels.“

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Guido Cantz moderierte die Jubiläumsgala. An seiner Seite trat auch Vera Bolten in der Rolle der Moni auf.
Passend zum Stück nahm der Redner seine Stadt aufs Korn. „Köln ist nicht die schönste, aber die lustigste Stadt Deutschlands. Hier geht es auch viel um Geld. Der Dom-Eintritt kostet zwölf Euro. Das sind zwei Cappuccino oder anderthalb Liter Diesel. Den Betrag kann man besser bezahlen, bevor die Heiligen Drei Könige wegen Eigenbedarfsklage rausfliegen.“

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Das Autoren-Duo von „Himmel und Kölle“: Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob (l.).
In diesem Jahr sei zudem ein Wunder geschehen, sagte Cantz. „Die Oper ist fertig. Die Technik war so früh fertig, dass sie jetzt schon wieder veraltet ist. Die Stadt ist aber guter Hoffnung, dass bis zum Ende des Jahres zwei von drei Diskettenlaufwerken wieder funktionieren. Zumindest stand das im Fax der Stadt.“

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Henning Krautmacher präsentierte mit echten kölschen Köbessen den Song „Hier kommt der Köbes“, den er speziell für das Musical geschrieben hat.
An Baustellen mangelt es in Köln ohnehin nicht. „Mein Traumprojekt ist das Römisch-Germanische Museum. Da ist mittlerweile die Bausubstanz mehr kaputt als das, worum es da geht. Wir reden von einem 50 Jahre alten Gebäude, das über einem 2000 Jahre alten Mosaik steht. Und was muss saniert werden? Das ist Kölle.“

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Friederike Zeidler (2.v.l.) ist die neue Kathy. Sie stellte sich mit dem Song „Die Liebe braucht kein Schloss“ dem Publikum vor.
Friederike Zeidler, die ab jetzt die Rolle der Kathy übernimmt, sang ein neues Arrangement von „Die Liebe braucht kein Schloss“. Die beiden Autoren Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob sprachen über die Entstehung des Stücks. Zum Song „Zölibat“ zog ein 20-köpfiger Gospelchor ins Theater ein.

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Unter den Gästen der Gala war auch Kabarettist und Autor Jürgen Becker.
Höhepunkt der Gala war die beliebte Lommerzheim-Szene. Viele prominente Gäste hatten darin schon einen Kurzauftritt. Am Donnerstag kamen zunächst Hugo Egon Balder, Mirja Boes und Ingolf Lück in die Kneipe. Doch am Ende erschien natürlich Henning Krautmacher und stimmte seinen eigens für das Musical geschriebenen Titel „Hier kommt der Köbes“ an.

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Künstlerin Silke Ferber hatte den Dom gestaltet, vor dem unter anderem Moderator Thorsten Schorn posierte.
„Ich bin nicht Wiederholungstäter, sondern Überzeugungstäter“, sagte der Ex-Höhner-Frontmann, der fast schon zum Inventar des Stücks gehört. „Meine Frau beklagt das sehr, aber ich finde es einfach geil.“ Mirja Boes erklärte die Beliebtheit der Köbesse: „Da fühlen sich die Männer wie zu Hause, wo die Frauen sie anschreien.“ Und Hugo Egon Balder witzelte über seine fünf Ehen. „Wenn du mich fragst, wie die Hochzeitnacht war, kann ich nur sagen: Wie immer.“
Nach der Gala feierten die Gäste noch lange in der neuen Apiro-Lounge, die in der ersten Etage der Volksbühne entstanden ist. Jürgen Becker, Heiner Brand, Inka Grings, Biggi Lechtermann, Ulrike Nasse-Meyfarth, Frederic Prinz von Anhalt, Nici Kempermann, Thorsten Schorn, Carmen Thomas und viele andere waren dabei. Sternekoch Maximilian Lorenz servierte Köstlichkeiten, dazu gab es geheimnisvoll blubbernde Cocktails.
