Welthits op Kölsch Knittlers emotionales Jubiläum: Ein Song für Balou (†) 

Roland Temme lächelt in die Kamera.

Roland „Balou“ Temme, hier ein Porträtfoto aus dem Jahr 2014, verstarb völlig überraschend am 6. August 2021.  

„11 Jahre P/op Kölsch!“ So lange schon covert Stefan Knittler Welthits in kölscher Sprache. Das bevorstehende Jubiläumskonzert im Gloria wird ein ganz emotionales. Denn ein großer Kölner Musikmanager ist nicht mehr da. 

Köln. Er tauchte irgendwann im Dunstkreis der Mitsingbewegung „Loss mer singe auf“ und ist inzwischen aus der kölschen Musik-Szene nicht mehr wegzudenken. Auch wenn Stefan Knittler nicht die Reichweite wie Kasalla oder Brings erzielt, so ist ihm ein Titel sicher: der kölsche Cover-König.

Stefan Knittler spielt auf der Bühne Gitarre und lacht.

Der kölsche Cover-König: Stefan Knittler, hier bei einem seiner Konzerte 2018 in Köln.

Kein anderer Musiker verleiht so vielen internationalen Pop-Songs ein neues Gewand, indem er sie in kölscher Sprache neu vertont. Am Montag (6. September) feiert Stefan Knittler „11 Jahre P/op Kölsch!“ im Gloria-Theater. Dabei gedenkt er auch eines Kölners, der vor wenigen Wochen viel zu früh von uns ging – eines Weggefährten unter anderem von Udo Lindenberg oder Wolfgang Niedecken: Konzertveranstalter und Manager Roland „Balou“ Temme.

Stefan Knittler: Hits von Coldplay, The Cure und Co. im Kölner Gloria

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Das Konzert findet mit der 3G-Regel statt. Als Gäste haben sich Henning Krautmacher (Höhner), Mike Kremer (Miljö), Oliver Niesen (Cat Ballou), Flo Peil und Bastian Campmann (Kasalla) angesagt.

EXPRESS.de-Reporterin Daniela Decker hat vorab mit Stefan Knittler gesprochen.

Wie Sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, Popsongs in die kölsche Sprache zu übersetzten?

Stefan Knittler: Auf die Idee brachte mich Tommy Engel, der glaube ich, bei der ersten „Zoo Nacht“ damals Zuccheros „Senza una donna“ als „Du kütt jo de Omma“ übersetzte. Kurz danach hörte ich „Purple Rain“ von Prince im Autoradio und habe als Spaß für mich den Text direkt beim Hören ins Kölsche übersetzt. Mit „Rude Rän“ fing dann alles an.

Wie viele Welthits haben Sie bis jetzt eingekölscht?

Stefan Knittler: Mein musikalischer Leiter Simon Bay hat mal nachgerechnet und ist auf 170 Songs gekommen in elf Jahren.

Verfälscht die kölsche Übersetzung nicht die Seele der Songs? Oder ist es gerade die Übersetzung, die so manchem Titel einen tieferen Sinn gibt?

Stefan Knittler: Ich versuche immer, die Seele des Songs zu erfassen und ins Kölsche zu übertragen. Und manchmal macht die Übersetzung den Originaltext so sogar verständlicher und oftmals ist erstaunlich, wie dann Dinge Sinn ergeben.

Gibt es auch Texte, wo Sie lieber die Finger von lassen?

Stefan Knittler: Ja, es gibt prominente Beispiele. Die Texte von Michael Jackson und Bruce Springsteen funktionieren aus irgendeinem Grund für mich nur im Original.

Bei Ihren Konzerten konnten Sie schon einige kölsche Stars begrüßen. Mit wem würden Sie zudem gerne gemeinsam auf der Bühne stehen?

Stefan Knittler: Ganz klar: Tommy Engel und Wolfgang Niedecken stehen oben auf meine Wunschliste. Vielleicht klappt‘s ja mal ...

Wird es zum kölschen Jubiläum auch neue Coverversionen zu hören geben?

Stefan Knittler: Ja klar. Wir haben neue kölsche Versionen von The Cure, Coldplay, Joe Dolce und Simon & Garfunkel auf der Setliste stehen. Außerdem möchten wir zwei jüngst verstorbenen Menschen aus der Musikwelt mit einer musikalischen Huldigung gedenken. Für Roland „Balou“ Temme spielen wir „Goodbye Sailor“ von Udo Lindenberg. Ein Titel, von dem ich weiß, dass er auch „Balou“ viel bedeutet hat. Balou war ein besonderer Mensch, dem auch ich persönlich viel zu verdanken habe. Ebenfalls möchten wir uns musikalisch vor Charlie Watts, dem Schlagzeuger der Rolling Stones verneigen. (jan)

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