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Über Stunden festgesetztSchüler (19) schildert Situation im Kölner Demo-Kessel

Der Schüler Tilmann L. (19) war in Köln mehrere Stunden eingekesselt.

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Der Schüler Tilmann L. (19) war in Köln mehrere Stunden eingekesselt.

Fast neun Stunden lang saß Schüler Tilmann L. (19) mit Hunderten im Polizeikessel in Köln fest. Was er erlebt hat, erzählt er EXPRESS.de.

„Wir wurden behandelt wie Schwerverbrecher“ – mit diesem Satz beschreibt Tilmann L. (19) aus Bonn, was er am Samstagnachmittag und in der Nacht zu Sonntag auf dem Konrad-Adenauer-Ufer, Ecke Thürmchenwall, erlebt hat.

Der Abiturient war Teilnehmer der Demonstration der Initiative „Gen Z regelt“ an Halloween, als die Polizei dort nach Beendigung der Demo Hunderte Menschen einkesselte und Wasserwerfer einsetzte. Laut Polizei wurden insgesamt 990 Personalien aufgenommen, der Kessel dauerte fast neun Stunden.

„Wir wurden durchsucht und von Polizisten gegen das Auto gedrückt“

„Es ging so ab 16.30 Uhr los. Draußen war ich dann so um 23.45 Uhr. Ungefähr siebeneinhalb Stunden saß ich fest“, erzählt Tilmann am Montagnachmittag (2. November) im Gespräch mit EXPRESS.de.

„Wir wurden durchsucht und dabei von zwei Polizisten gegen das Auto gedrückt.“ Es sei seine erste Demo gewesen. Seinem Empfinden nach seien die Maßnahmen der Polizei „schon ziemlich unverhältnismäßig“ gewesen.

Immerhin habe es zwar etwas zu trinken gegeben. „Die Polizei verteilte kleine Wasserflaschen. Auch Dixi-Toiletten wurden später aufgestellt, zu denen die Eingekesselten paarweise gebracht wurden“, beschreibt der 19-Jährige die Situation am Samstagabend.

Tilmann wirft der Polizei „Respektlosigkeit“ gegenüber den Demonstranten vor. „Zu Gewalt kam es hier aber nicht“, erklärt er. Auf seine Frage, wie lange der Einsatz noch dauere, habe ihm ein Polizist gesagt: „Ihr müsst euch halt aussuchen, mit wem ihr demonstriert, ihr habt Glück, wenn ihr nicht bis 5 Uhr hier steht.“

Am Ende des Kessels wurden die Personalien am Streifenwagen aufgenommen, ein Foto gemacht und ein Platzverweis für ganz Köln ausgesprochen.

Positiv erinnert sich Tilmann an die Solidarität einiger Anwohner: „Die standen mit ihren Kindern am Fenster und haben uns gewunken und ihre Fäuste in die Luft gestreckt.“

Tilmann betont: Er sei nicht gewaltbereit und nicht vermummt gewesen: „Ich habe mich friedlich verhalten.“

Pyrotechnik, Vermummung, Hammer, Wurfgegenstände – die Polizei zeigt Gegenstände, die bei Personen im Kessel gefunden worden.

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Die Polizei zeigt Gegenstände, die bei Personen im Kessel gefunden worden.

Aber offenbar wurden nicht nur friedliche Personen wie Tilmann im Kessel über Stunden festgehalten, sondern auch Krawallmacher. Einsatzkräfte stellten bei den Kontrollen große Mengen an Stichwaffen, Nothämmern, selbstgebauter Pyrotechnik, Molotow-Cocktails, Schutzbrillen und Vermummungsmaterial sicher.

Polizei-Bilanz nach Gen-Z-Demo in Köln – 23 verletzte Polizisten

Zu der Kundgebung waren ursprünglich bis zu 15.000 Teilnehmende erwartet worden. Tatsächlich kamen deutlich weniger. Nach dem Ende der zunächst friedlichen Kundgebung kam es an mehreren Orten in der Innenstadt zu Randale, mit eingeschlagenen Scheiben, zerstörten Terrassenmöbeln, brennenden Müllcontainern und verletzten Einsatzkräften.

Laut Polizei wurden 23 Polizeikräfte bei Einsätzen im Stadtgebiet verletzt. Randalierer zerstörten eine Fensterfront und beschädigten fünf Einsatzwagen. Mehrere Personen wurden im Gewahrsam genommen.