1

Fund in Kölner Antik-ShopEs kostete richtig Schotter – jetzt gratis

Mann vor Geschäft

Copyright: Ayhan Demirci

Der Antik-Shop in Ehrenfeld: Ein Passant blättert in einem der Bücher, die in Kisten vor dem Schaufenster ausgelegt sind.

Zu den Besonderheiten des „Antik-Shop“ in Ehrenfeld gehören die Kisten vor dem Schaufenster. Immer wieder gibt es Nachschub in der Fundgrube auf offener Straße. EXPRESS.de hat rumgestöbert und ist auf „Großes“ gestoßen.

Wisst ihr noch, was ein Lexikon ist? Also eins mit Seiten aus Papier. Manche junge Leute können da wirklich ins Straucheln kommen. VOR dem Internetzeitalter aber, da galt ein Lexikon sogar als cool. Oder zumindest: interessant.

Als deutsches Mega-Lexikon des Welt-Wissens galt der „Brockhaus“. Es gab Menschen, die dafür richtig viel Geld hingelegt haben. Geld, das für einen Kleinwagen gereicht hätte. Zeiten ändern sich. Alte Lexika erzielen heutzutage beim Verkauf nur einen Bruchteil ihres einstigen Wertes. Im Antik-Shop an der Venloer Straße in Ehrenfeld wird eine insgesamt 30-bändige Ausgabe aus dem Jahr 1986 jetzt sogar verschenkt.

Acht Seiten allein über Köln

Damals kostete das Gesamtwerk die stolze Summe von etwa 6000 D-Mark (etwa 3000 Euro). Allein der Eintrag zum Stichwort „Köln“ erstreckt sich über acht Seiten – Karte und Straßenverzeichnis inklusive. Unter dem Stichwort „Internet“ heißt es im Brockhaus unter anderem: „Das I. hat seinen Ursprung in dem 1969 vom amerikan. Verteidigungsministerium eingerichteten ARPAnet (ARPA Abk. für Advanced Research Projects Agency), das Computer in den Bereichen von Wiss. und Militärtechnik vernetzte.“

In einer zeitgenössischen Kleinanzeige wird für die Exklusivausführung ausdrücklich ein damaliger Ausgabepreis von 198 DM pro Band genannt. Bei 30 Bänden ergäbe das rechnerisch 5940 DM für das Gesamtwerk. Es gab verschiedene Ausstattungen (Buckram, Halbleder, Exklusivausgabe, Cabra-Ausführung, Vollleder/Luxusausgabe). Bei der Ausgabe in Ehrenfeld ist die Front aus Leder.

Brockhaus in Kiste

Copyright: Ayhan Demirci

Einzelne Bände der Enzyklopädie (Bedeutung: umfassendes Nachschlagewerk, das das gesamte menschliche Wissen oder tiefgehende Informationen zu allen Wissensgebieten sammelt) werden nicht herausgegeben.

Doch in einem Brockhaus kann zu Köln nie so viel stehen wie im Internet, sprich: zum Beispiel im Onlinelexikon Wikipedia. Natürlich sind die Angaben auch veraltet, deshalb ist das Werk heute nur etwas für Nostalgiker. Oder aber es kann als Bildungsbürger-Deko dienen, etwa im Wohnzimmerschrank. Den Brockhaus gibt’s aber nur als Ganzes. Man kommt also besser mit dem Auto. Bücher sind bekanntlich schwer. 

Antik-Shop-Betreiber Ralf Bree legt die ganze Literatur, die bei Wohnungsauflösungen vorgefunden wird, stets zum Mitnehmen in Kisten vor dem Laden aus: „Es wäre zu schade, sie einfach zu entsorgen.“ Tausende Romane und Sachbücher finden so Jahr für Jahr neue Besitzer und Leser.

Im vergangenen Jahr hatte die KVB zum Christopher Street Day Schilder in Regenbogenfarben installiert.
Großeinsatz zum CSD
KVB schmeißt Fahrplan um