Ein Kölner Imbiss-Betreiber nennt Israel und die USA „Terrorstaaten“. Darf er das? Mit dieser Frage beschäftigt sich nun die Justiz.
Eklat in KölnAnzeige gegen Falafel-Laden wegen Plakat

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Gegen einen Falafel-Imbiss in Köln gibt es Vorwürfe (Symbolbild).
Wegen eines Plakats im Schaufenster hat sich der Inhaber des „Stadtgarten Falafel“ auf der Venloer Straße eine Strafanzeige eingehandelt. Das bestätigten die Kölner Strafverfolger dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Auf dem für jeden sichtbaren Aushang steht, dass der Laden keine Waren „aus den Terrorstaaten“ USA und Israel führt oder anbietet, illustriert mit den jeweiligen Nationalflaggen. Gleichzeitig bekundet der Imbiss seine Solidarität mit Palästina, dem Iran, Venezuela, Mexiko, Kuba und dem Jemen. Hinter dem Geschäft steht der Deutsch-Ägypter Mostafa Elhady.
Ermittlungsverfahren gegen den Falafel-Laden?
Die Behörde untersucht nun, ob ein offizielles Ermittlungsverfahren gegen Elhady eingeleitet wird. Der konkrete Verdacht lautet auf Volksverhetzung. Ein Sprecher sprach von einer „klassischen Anfangsverdachtsprüfung“. Erstattet wurde die Anzeige von einem Bürger.
Im Kern geht es darum, ob die Formulierung von den „Terrorstaaten“ Israel und USA Hass oder Gewalt gegen Teile der Bevölkerung anstacheln könnte. Alternativ könnte die Äußerung auch von der Meinungsfreiheit geschützt sein, denn auch scharfe Kritik ist erlaubt. Eine Entscheidung in der Sache wird allerdings erst in mehreren Wochen erwartet.
Elhady selbst bleibt bei seiner kontroversen Position. Auf Anfrage bekräftigt er, dass er voll und ganz hinter dem Aushang in seinem Geschäft stehe. Für ihn sei es unverständlich, wieso der Iran als Terrorstaat gelte, die Vereinigten Staaten und Israel jedoch nicht. Seine Begründung: Diese Nationen hätten zahlreiche Kriege initiiert. Elhady gibt an, er spreche lediglich für „Millionen Muslime“. Auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023 angesprochen, reagiert er ausweichend.
Warnung vor Kölner Imbiss „Stadtgarten Falafel“
Schon vor einiger Zeit hat das Junge Forum der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) eine Warnung publiziert. Darin wurde „Juden, Israelis und Allies“ geraten, nicht im „Stadtgarten Falafel“ zu speisen. Wegen der „antisemitischen Agitation des Betreibers“ sei eine mögliche Gefährdung nicht auszuschließen. In dem Beitrag wird zudem darauf verwiesen, dass Elhady in der Szene bereits bekannt sei.
Elhadys Vorgeschichte und sein Laden sind ebenfalls in den sozialen Netzwerken Gegenstand von Diskussionen. Ein Nutzer auf der Plattform Reddit merkt an, dass der Mann früher einen Imbiss in Bonn führte. In einem Kommentar steht: „Der macht einfach in Köln da weiter, wo er in Bonn aufgehört hat. Der Inhaber ist extrem schwierig, um es mal ganz vorsichtig zu sagen, und hat in Bonn bei Geschäftsaufgabe ein Schild herausgestellt, auf dem er die Zitat ‚Judenheuchelei der Deutschen‘ als Grund für den unternehmerischen Bankrott angegeben hat“.
Schon in Bonn gab es Ärger wegen antisemitischer Parolen
Mit seinem Bonner Restaurant „Che Falafel“ sorgte Elhady bereits für Aufsehen, da er dort judenfeindliche Sprüche aufhängte. Im November 2023 stellte die Polizei ein Plakat sicher, über das sich Passanten beschwert hatten, wie der „General-Anzeiger“ meldete. Auch in diesem Fall stand der Vorwurf der Volksverhetzung im Raum. Laut Medienberichten soll Elhady zudem verschiedene Politiker wegen deren angenommener Hilfe für Israel mit einer Kippa abgebildet haben. Der Deutsch-Ägypter wird beschuldigt, in sozialen Netzwerken und in seinem Laden Personen als „Zionisten“ beleidigt zu haben.
Im Jahr 2024 wurde der Bonner Laden geschlossen. Auf einem Aushang beklagte Elhady, dass ihm aufgrund seiner „israelkritischen Haltung“ und der „Judenheuchelei“ der deutschen Gesellschaft 80 Prozent der Kundschaft ferngeblieben seien. Der Ausdruck „Judenheuchelei“ gilt als antisemitisches Klischee. Es impliziert, dass jüdische Menschen ihre Historie oder den Holocaust für eigene Zwecke missbrauchen. Hier zielte die Anschuldigung jedoch auf die nicht-jüdische Bevölkerung in Deutschland ab. (red)
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