Heftiger Fall  Wie Sklavin gehalten: Frau (†21) starb nach Martyrium in Kölner Wohnung

Folter-WG

Die Polizei holte die 21-Jährige im April letzten Jahres aus der Wohnung und nahm die vier Tatverdächtigen vorläufig fest. Das Symbolfoto zeigt einen Einsatz in der Kölner Innenstadt.

Köln – Sie ging tagelang durch die Hölle, erlitt unvorstellbare Qualen – die sie nicht überlebte. Nach dem Tod einer jungen Frau (21) im Juni letzten Jahres wurde jetzt Anklage gegen zwei Männer und zwei Frauen erhoben, wie Gerichtssprecher Jan Orth am Donnerstag (25. Februar) bestätigte. 

  • In Kölner Wohnung wie eine Sklavin gehalten
  • Auch Ex-Freund des Opfers unter den Angeschuldigten
  • Freundin der 21-Jährigen alarmierte Kölner Polizei

Demnach müssen sich Mark B. (26), Sebastian P. (28), Beate A. (31) und Silke A. (29, alle Namen geändert) wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Allein das Lesen der Vorwürfe ist kaum zu ertragen. So soll das Quartett die 21-Jährige im April 2020 in einer Wohnung in Köln-Höhenberg wie eine Sklavin gefangen gehalten, gedemütigt und auf brutalste Weise misshandelt haben.

Martyrium in Kölner Wohnung: Auch Ex-Freund des Opfers soll beteiligt gewesen sein

Alles zum Thema Polizeimeldungen
  • Er hat ihn selbst gegraben Tunnel stürzt über Bankräuber zusammen – er fleht: „Hilfe, bitte befreit mich!“
  • Attentat erschüttert Montenegro Amokläufer erschießt zehn Menschen, zwei Kinder unter den Opfern 
  • Schwere Messer-Attacke Günter Wallraff erschüttert – er hatte Salman Rushdie 1993 in Köln versteckt
  • NRW-Autobahn Lkw-Fahrer hält Zettel mit „112“ hoch – was dann passiert, macht fassungslos
  • Obdachloser in Köln mit Glasflasche attackiert Nach Flucht: Polizei nimmt Angreifer (28) fest
  • Drama in Solingen Mann (†31) mit Messer getötet: Entscheidung zu Verdächtigem gefallen
  • Schock für Taxifahrer in Köln Mann (19) zückt Waffe und raubt Bargeld – Flucht in Linienbus endet schnell 
  • Düsseldorfer Altstadt 25-Jähriger niedergestochen: Polizei einen Monat später mit Erfolg
  • Prügelattacke in Köln Tatverdächtiger verletzt Opfer (32) mit Schlägen und Tritten – dann flüchtet er
  • Kölner Park 50 Kilogramm schwere Betonfigur verschwunden – jetzt ermittelt die Polizei

Unter den Angeschuldigten ist auch der Ex-Freund des Opfers. Von ihm hatte sich die junge Frau am 23./24. April getrennt. „Dadurch kam es zu einer Gewaltanwendung durch den 26-Jährigen“, erklärt Gerichtssprecher Orth. Die Brutalität soll aber erst richtig eskaliert sein, als kurz darauf Silke A. und Sebastian P., die ein Paar sind, sowie Beate mit in die Wohnung zogen und alle ab sofort wie eine WG zusammen lebten. Silke und Beate sind Schwestern. 

Für das Opfer begann ein Albtraum. Die Angeschuldigten sollen sie mit einer Hundeleine geschlagen, mit Arbeitsstiefeln getreten, sie gewürgt und mit Fäusten drangsaliert haben. Laut Anklage bekam die junge Frau auch Hiebe in den Unterleib. Sie durfte nur mit Erlaubnis auf die Toilette gehen, etwas essen oder sich waschen. In einem Fall soll sie an den Haaren aus dem Badezimmer gezogen worden sein.

In Köln wie Sklavin gehalten: Zur Strafe musste 21-Jährige den Boden ablecken

Verstieß die „Sklavin“ gegen die Regeln, wurde sie bestraft. So musste sie laut Anklage unter anderem den Boden ablecken. Hilfe holen konnte sie nicht, weil die mutmaßlichen Folterknechte ihr das Handy weggenommen hatten. Am Ende war die 21-Jährige so schwach und verletzt, dass sie sich kaum mehr wehren konnte und nur noch reglos auf dem Boden lag.

Am Abend des 28. Aprils wurde die junge Frau schließlich von der Polizei „befreit“. Eine besorgte Freundin hatte Alarm geschlagen, nachdem sie sie telefonisch nicht erreichen konnte.

21-Jährige starb in Kölner Krankenhaus an multiplem Organversagen

Die Polizei ermittelte zunächst wegen häuslicher Gewalt. Die vier Tatverdächtigen wurden vorläufig festgenommen, kamen aber wegen mangelnden Tatverdachts wieder frei – während das Opfer im Krankenhaus um sein Leben kämpfte. Die 21-Jährige hatte diverse Brüche, zudem diagnostizierten die Ärzte ein akutes Nierenversagen. Am 6. Juli starb sie an multiplem Organversagen. 

Die vier Angeschuldigten sind weiterhin auf freiem Fuß. Alle sind polizeibekannt, unter anderem wegen Diebstahls und Betrugs. Wann ihnen der Prozess gemacht wird, steht noch nicht fest. 

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.