Hammer bei Ford Sechs Werke in Europa machen dicht – was das für Köln bedeutet

digas-164273755_MDS-KR-2019-06-06-foto_35d6c27c5bec3ad6

Ein Mitarbeiter baut im Kölner Ford-Werk einen Fiesta.

Köln – Vielen werden die Nachrichten aus Köln Angst und Bange machen. Für den Standort Köln könnte es aber auch gute Auswirkungen haben.

Hinter der  Mitteilung, die Ford Europa Donnerstagmittag unter dem Titel „Ford gestaltet seine Zukunft in Europa“ verschickte, steckten knallharte Fakten, die zigtausende Werksangehörige und ihre Familien betreffen.

Ford: Sieben Standorte betroffen

Unter dem Stichwort „Effizienz“ kündigt Ford die Schließungen oder den Verkauf von sechs (!) Werken bis Ende 2020 an. Betroffen sind Wales, Frankreich, drei Betriebe in Russland und eines in der Slowakei. Darüber hinaus soll ein Standort in England geschlossen werden.

digas-163090517_MDS-KSTA-2019-03-26-71-145513049

Räumt auf: Stuart Rowley, neuer Präsident von Ford Europa.

Ford: 12.000 Jobs in Europa betroffen

Nicht genug: „Darüber hinaus reduziert Ford die Arbeitsschichten in den Werken Saarlouis und Valencia und etabliert verschlankte Managementstrukturen sowie Marketing- und Verkaufsorganisationen“, so ein Ford-Sprecher.

„In der Summe werden ungefähr 12.000 Arbeitsplätze in den fordeigenen und Joint Venture-Standorten in Europa bis Ende 2020 betroffen sein.“

Hauptsächlich soll der Jobabbau über  freiwillige Abfindungsprogramme laufen.

Ford-Stellenabbau: 3.200 Fachkräfte gehen 

In Köln und Saarlouis, wo insgesamt 5400 Stellen abgebaut werden sollen, haben bereits 3200 Mitarbeiter das von Ford-Chef Gunnar Herrmann forcierte Abfindungsprogramm angenommen (hier mehr lesen). Um noch mehr Kräfte zu bewegen, das Unternehmen zu verlassen, wurde das Abfindungsprogramm bis Jahresende verlängert.

Ford: Köln könnte profitieren

Ford Europa teilt das Unternehmen zudem künftig in drei große Geschäftsbereiche auf: Nutzfahrzeuge, Personenkraftwagen und Importmodelle.

Was heißt das für Köln? Mehr Macht in Niehl: Der Bereich Pkw unter Generalmanager Roelant de Waard hat seinen Sitz in Köln und wird das zukünftige Portfolio von in Europa produzierten Personenkraftwagen und SUVs gestalten.

Auch der Standort Merkenich bekommt mehr Verantwortung: Die Entwicklung für europäische Personenkraftwagen, einschließlich batterieelektrischer Modelle, soll dort gebündelt werden.

digas-164276665_MDS-EXP-2019-06-06-71-148346833

Gunnar Herrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford-Werke.

Ford: Elektrosparte kommt nach Köln

„Funktionsübergreifende Projektteams“ bekommen zudem mehr Entscheidungsbefugnis für Entwicklung und Produktion. „Unsere Zukunft wurzelt in der Elektrifizierung“, betont Stuart Rowley, der neue Präsident von Ford of Europe. „Wir elektrifizieren unser ganzes Portfolio, stellen allen unseren Kunden vielfältige Fahrzeugoptionen zur Wahl, die Fahrspaß und optimierten Kraftstoffverbrauch bieten sowie umweltfreundlicher sind.“

Und da soll Köln eine wichtige Rolle spielen.

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.