Nach dem Flydubai-Vorfall: Was sagt der Flughafen Köln/Bonn zur eigenen Sicherheitslage?
Flydubai-HorrorFlughafen Köln/Bonn äußert sich zur Sicherheit

Copyright: AFP
Dieser Screenshot vom 30. September 2026 zeigt Passagiere an Bord des umgeleiteten Flydubai-Flugs FZ 1073 vor dem Start in Richtung Tel Aviv vom Flughafen Tabuk in Saudi-Arabien.
Es sind Bilder, die man sich kaum vorstellen will: Ein Kapitän, schwer verletzt im Cockpit. Eine Passagiermaschine, die binnen Sekunden Tausende Meter abstürzt. Und mittendrin Passagiere, die um ihr Leben kämpfen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach dem Flydubai-Vorfall drängt sich sofort die Frage auf: Könnte das auch bei uns passieren?
Flydubai-Vorfall: Frage nach der Sicherheit
Auf EXPRESS.de-Nachfrage erklärt eine Sprecherin des Flughafens Köln/Bonn: „Die Sicherheit von Fluggästen und Mitarbeitenden hat am Flughafen Köln/Bonn zu jeder Zeit höchste Priorität.“
Weiter heißt es: „Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir grundsätzlich keine Details zu genauen Sicherheitsvorkehrungen herausgeben können.“ Spezielle Terminal-Durchsagen mit Bezug zu dem Vorfall in Israel gebe es nicht, so die Sprecherin weiter.
Das Linienflugzeug der Fluggesellschaft Flydubai war am Mittwoch (30. September) nach Einschätzung der israelischen Regierung knapp einem Terroranschlag entgangen. Die Boeing war auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als sie massiv an Höhe verlor. Laut der Website Flightradar sackte das Flugzeug innerhalb einer Minute etwa 5000 Meter ab. An Bord waren 174 Passagiere, die meisten von ihnen Israelis.
Wie werden Piloten überprüft? Bei Fluglinien ist die Überprüfung von Cockpitpersonal mehrstufig geregelt: Piloten müssen regelmäßig ärztliche Tauglichkeitstests bestehen, ihre fliegerischen Fähigkeiten nachweisen und durchlaufen sicherheitsrelevante Kontrollen.
Zuständig dafür sind in erster Linie die Airlines selbst, überwacht von den jeweiligen nationalen Luftfahrtbehörden. Im Fall des Flydubai-Co-Piloten ist bislang offen, welches Prüfverfahren er vor seiner Anstellung durchlaufen hat – die Airline äußert sich dazu nicht.
Wie kam die Waffe ins Cockpit? Kann das in Deutschland auch passieren? Noch völlig im Dunkeln liegt, wie der Angreifer überhaupt an eine Waffe kam. Augenzeugen berichten unterschiedlich – mal ist von einem Messer, mal von einem Taschenmesser die Rede, zuletzt tauchte sogar das Wort Axt auf. Amtlich bestätigt ist nichts davon.
Für deutsche Flughäfen gibt die Sprecherin des Bundesverbands der Luftsicherheits-Unternehmen (BDLS) in Berlin zumindest zur üblichen Kontrollpraxis Auskunft: Gegenüber „Bild“ erklärt sie: Alle Personen müssen vor dem Abflug durch die Sicherheitskontrollen – ausnahmslos, auch Crew und Piloten selbst. Ein eingeschmuggelter Gegenstand wäre demnach kaum zu erklären.
Wahrscheinlicher erscheint, dass die Tatwaffe aus dem Flugzeug selbst stammt – etwa ein Messer aus dem Bordservice oder ein Werkzeug aus der Notfallausrüstung. Welche der beiden Varianten zutrifft, müssen jetzt die Ermittler herausfinden. (mt)
