Zwölf Gepäckstücke voller Zigaretten: Ein aktueller Fund am Flughafen zeigt: Köln ist ein Drehkreuz für Schmuggler.
Nach Rekord-Fund am FlughafenKöln ist Drehkreuz für Schmuggler

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Dicke Beute: Zigtausende unversteuerte Zigaretten sollten ins Land eingeschmuggelt werden.
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Ankunftshalle am Flughafen Köln/Bonn. Eine Mutter und ihr Sohn sind gerade aus Istanbul gelandet. Vor sich her schieben sie zwölf Gepäckstücke: vier große Koffer, dazu acht weitere Taschen und Rucksäcke.
Ihr Ziel ist der grüne Ausgang, gedacht für Waren, die man nicht anmelden muss. Doch so weit kommen die beiden nicht. Ein Zollbeamter hält sie an. Eigentlich Routine, solche Kontrollen laufen am Airport jeden Tag. Was dann aber zum Vorschein kommt, überrascht sogar erfahrene Fahnder.
Köln: Drehscheibe für Schmuggel-Zigaretten
Knapp 57.000 unversteuerte Zigaretten verschiedener Marken stecken in den Koffern der Reisenden. Das gab das Hauptzollamt Köln am Montag bekannt. Und es kommt noch dicker: Selbst im Rucksack des Kindes entdeckten die Beamten Schmuggelware.
Für Zollsprecher Jens Ahland ist dieser Fall außergewöhnlich: „Reiserückkehrer aus der Türkei mit zu vielen Zigaretten im Gepäck gehören für uns am Flughafen zum Alltagsgeschäft. Aber vier große Koffer und weitere acht Gepäckstücke fast ausschließlich gefüllt mit knapp 57.000 unversteuerten Zigaretten, sind für uns ein neuer Rekordwert.“
Die Zigaretten ist die Frau los, sie wurden sichergestellt. Noch an Ort und Stelle leiteten die Beamten ein Steuerstrafverfahren gegen sie ein. Sobald das Verfahren abgeschlossen ist, sollen die Glimmstängel vernichtet werden. Wie das aussehen kann? Frühere Funde ließ der Zoll zum Beispiel in der Müllverbrennungsanlage in Eschweiler verbrennen.
Besonders auffällig: Die Frau ist offenbar nicht die Einzige in ihrer Familie, die es so versucht hat. Ahland berichtet: „Es stellte sich heraus, dass die Mutter der Schmugglerin meinen Kolleginnen und Kollegen bereits Ende August an gleicher Stelle nach ihrer Rückkehr aus Istanbul mit rund 15.000 Schmuggelzigaretten ins Netz gegangen ist.“

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Randvoll gefüllt: Der Zoll hat Mutter und Tochter sowie Bruder und Schwester mit rund 80.000 unversteuerten Zigaretten im Koffer erwischt.
Auch ein Geschwisterpaar flog nur wenige Tage vorher auf. Ein 37-Jähriger und seine 41-jährige Schwester kamen aus Syrien zurück, am grünen Ausgang war für die beiden Schluss. Der Mann hatte in seinen beiden Koffern 2600 unversteuerte Zigaretten versteckt. Seine Schwester brauchte dafür nur einen einzigen Koffer, darin fanden die Beamten weitere 4400 Stück.
Verraten hat die Schmuggler ein Blick durchs Röntgengerät. „Auch in diesen beiden Fällen führte uns die unverwechselbare Struktur von Zigaretten auf dem Röntgenbild der Koffer auf die richtige Spur“, erklärt der Zollsprecher.
Illegalen Zigaretten getarnt als Kinderspielzeug, Fitnessgeräte oder Möbel
Klar ist: Für Zigarettenschmuggler gilt der Flughafen Köln/Bonn als Drehkreuz. Wie viel da zusammenkommt, zeigen die Zahlen vom vergangenen Jahr. Rund 1,6 Millionen unversteuerte Zigaretten zog der Zoll aus dem Verkehr. Dazu kamen mehr als 1600 Liter unversteuerte Liquids und über 2,7 Tonnen Wasserpfeifentabak, der überwiegend ebenfalls unversteuert war.
Der Koffer ist dabei aber gar nicht der Hauptweg. Den größten Teil der illegalen Zigaretten in der Region verstecken Schmuggler laut Zoll in Paketsendungen, getarnt als Kinderspielzeug, Fitnessgeräte oder Möbel. Von Köln aus reist die heiße Ware dann häufig weiter in andere europäische Länder.
Und wo landen die Kippen am Ende? Nach Erkenntnissen der Fahnder werden sie auf Online-Plattformen verkauft, aber auch auf Märkten und unter der Ladentheke in Kiosken. Auch in Köln. (red)
