Es sind Szenen wie im Thriller, die sich in einem Flydubai-Flug abspielen. Ein Pilot sticht angeblich auf den andern ein. Passagiere berichten von Blut im Cockpit – und Panik in der Kabine.
„Anschlag wie am 11. September“Panik, Blut und Schreie: Passagiere verhindern Absturz

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Fotos sollen den Passagier zeigen, der zusammen mit anderen Passagieren einen der Piloten an Bord des Flydubai-Flugs FZ1073 überwältigte.
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Es sind dramatische, kaum vorstellbare Szenen, die sich an Bord eines Flydubai-Flugs auf dem Weg nach Tel Aviv abspielten. „Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden“, erzählt eine Israelin dem TV-Sender N12 nach dem gewaltsamen Vorfall im Cockpit.
Videos, die in sozialen Netzwerken verbreitet werden, zeigen die bangen Momente, die die Passagiere – fast alle von ihnen Israelis – durchmachen mussten.
„Wir haben die Terroristen überwältigt“
Passagiere berichten von Blut im Cockpit und Schreien im Flugzeug, das am Morgen im saudi-arabischen Tabuk notlanden musste. Panik und Angst habe sich in der Kabine ausgebreitet. Ein Video, das in Israel in den sozialen Medien geteilt wurde, vermittelt einen Eindruck des Schreckens, der geherrscht haben muss, als die Maschine in einen Sturzflug geriet.
Laut Medienberichten stürzte der Flieger in rund einer Minute rund 4.000 Meter in die Tiefe. „Was ist passiert?“, fragt eine Frau in dem Video immer wieder auf Hebräisch und schluchzt dabei verzweifelt.
Es ist wohl auch dem Mut einiger Passagiere zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert werden konnte. „Wir haben die Terroristen überwältigt“, sagt ein israelischer Passagier mit blutüberströmtem Gesicht in einer Videobotschaft, die direkt nach dem Vorfall aufgenommen worden sein soll und auf der Nachrichtenplattform „ynet“ veröffentlicht wurde.
„Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer“, erzählte eine Israelin anschließend dem TV-Sender N12. Medienberichten zufolge sollen sie ihn mit Kopfhörern festgebunden haben, die im Flugzeug verteilt worden waren.
„Er wollte einen Anschlag wie am 11. September verüben“
Einer der Piloten habe mit einem Messer auf seinen Kollegen eingestochen, als die Maschine sich Israel näherte, teilte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in einer Videobotschaft mit. Offenbar habe er vorgehabt, das Flugzeug mit rund 180 Passagieren zum Absturz zu bringen. Die „Helden, die außergewöhnliche Geistesgegenwart und Wagemut gezeigt“ hätten, hätten „viele Leben gerettet, sie haben eine schwere Katastrophe verhindert“.
Ein israelischer Beamter sagte zuvor gegenüber dem Sender N12, der Co-Pilot habe versucht, „einen Anschlag wie am 11. September zu verüben“. Er habe das Flugzeug entführen und zum Absturz bringen wollen.
Die israelische Regierung geht nach dem gewaltsamen Vorfall von einem versuchten Terroranschlag aus. Der „Versuch eines dschihadistischen Anschlags“ sei nur dank des Mutes israelischer Passagiere vereitelt worden, lobte auch Verteidigungsminister Israel Katz die Courage.
Widersprüchliche Angaben zur Herkunft der Piloten
Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete, der tatverdächtige Copilot stamme aus dem Oman. Dafür gab es aber zunächst keine offizielle Bestätigung. Zunächst hatte es geheißen, der Pilot sei russischer und der Copilot ukrainischer Herkunft. Das russische Generalkonsulat in Dubai teilte der Moskauer staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit, die Berichte über einen russischen Piloten im Cockpit entsprächen nicht den Tatsachen. Das Konsulat habe von der Airline die Information erhalten, dass kein russischer Staatsbürger an Bord gewesen sei.
Die Emirate hatten Israel 2020 im Rahmen eines Annäherungsabkommens anerkannt und haben seitdem die Zusammenarbeit unter anderem in den Bereichen Wirtschaft und Verteidigung verstärkt. Dubai ist unter Israelis in den letzten Jahren zu einem beliebten Reiseziel geworden. Netanjahu war erst am Sonntag auf Einladung von Präsident Mohammed bin Sajid in die Emirate gereist.
Israel und Saudi-Arabien unterhalten bislang keine diplomatischen Beziehungen, arbeiten jedoch nach Medienberichten hinter den Kulissen in einigen Bereichen zusammen. Eine mögliche Normalisierung der Beziehungen ist seit Jahren Gegenstand diplomatischer Bemühungen, gilt aber seit dem Gaza-Krieg als zunehmend unwahrscheinlich.
Das letzte Passagierflugzeug auf dem Weg nach Israel wurde 1972 entführt: Das Flugzeug der belgischen Luftfahrtgesellschaft Sabena war auf dem Weg von Brüssel nach Tel Aviv, als es von palästinensischen Terroristen entführt wurde. Nach der Landung stürmten israelische Spezialkräfte die Maschine und überwältigten die Entführer. (dpa/mg)
