Ein Flydubai-Flug auf dem Weg nach Tel Aviv sendet laut Medien ein Notfallsignal. Zunächst herrscht Aufregung wegen einer befürchteten Entführung. Viele Fragen sind noch unklar.
Drama im FlugzeugCrew verhindert Absturz: Wollte Co-Pilot „11. September“?

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Fotos sollen den Passagier zeigen, der zusammen mit anderen Passagieren einen der Piloten an Bord des Flydubai-Flugs FZ1073 überwältigte.
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Aus einem Flugzeug auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv ist nach Medienberichten wegen einer Auseinandersetzung zwischen den Piloten ein Notsignal gesendet worden. Schließlich landete die Maschine in Saudi-Arabien.
Eine zunächst befürchtete Entführung des Flydubai-Flugs FZ 1073 habe sich nicht bestätigt, berichteten israelische Medien. Das Flugzeug sei über Saudi-Arabien abgedreht und auf dem Flughafen Tabuk gelandet. Flydubai bestätigte laut dem Sender Al-Arabija einen „Vorfall“ an Bord.
Auseinandersetzung im Cockpit
Zuvor war berichtet worden, die Maschine habe zunächst den Code 7700 abgesetzt, der auf eine Notlage hinweist, und anschließend den Code 7500, der zur Meldung einer Flugzeugentführung verwendet wird.
Der israelische TV-Sender „N12“ berichtete anfangs, der Pilot sei russischer und der Co-Pilot ukrainischer Abstammung. Später hieß es, der Co-Pilot stamme aus dem Oman. Beide hätten sich im Cockpit geprügelt, bis einer von ihnen das Bewusstsein verloren habe. Später berichtete der Sender mit Verweis auf israelische Offizielle, einer der Piloten habe den anderen mit einem Messer verletzt.
„Schreie und Panik“
Eine Israelin erzählte dem Sender, unter den Passagieren habe große Angst geherrscht, es habe „Schreie und Panik“ gegeben. „Einige Männer, darunter auch Israelis, standen auf und überwältigten den Angreifer“, sagte sie. Es gehe den Passagieren der Maschine inzwischen gut. „Die Situation hätte aber auch anders enden können“, sagte sie.
Eine weitere Israelin erzählte dem Sender, sie habe Schreie im Flugzeug gehört und anschließend viel Blut im Cockpit gesehen. „Es gab Momente, in denen wir dachten, dass wir das nicht lebend überstehen würden.“
Ein israelischer Beamter sagte gegenüber dem Sender, der Co-Pilot habe versucht, „einen Anschlag wie am 11. September zu verüben“. Er habe das Flugzeug entführen und zum Absturz bringen wollen. Ein anderes Pilotenteam habe ins Cockpit gelangen können, als das Flugzeug zu sinken begann, und die Kontrolle über das Flugzeug übernommen. Eine große Katastrophe sei abgewendet worden. Laut Daten der Website Flightradar sackte die Maschine während des Flugs innerhalb einer Minute abrupt von einer Flughöhe von fast 34.000 Fuß auf weniger als 17.000 Fuß ab.
Laut Medienberichten geht man in Israel von einem möglichen versuchten Terroranschlag aus. Dem Sender Channel 12 zufolge prüfen die Behörden, ob der Mann Suizid begehen und das Flugzeug absichtlich zum Absturz bringen wollte.
An Bord der Maschine seien etwa 180 Israelis, berichtete die Zeitung „Haaretz“. Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen.
Kampfflugzeuge steigen auf
Israelische Kampfjets seien aufgestiegen, hatte die „Times of Israel“ zunächst unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet. Das israelische Militär teilte zu dem Vorfall mit, Generalstabschef Ejal Zamir berate sich gegenwärtig mit ranghohen Kommandeuren, darunter der Chef der Luftwaffe.
Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu teilte mit, der Regierungschef habe zu dem Vorfall Beratungen abgehalten und verfolge die Entwicklungen. Die Lage sei unter Kontrolle und man unternehme alles, um die sichere Rückkehr der israelischen Passagiere in ihre Heimat zu gewährleisten.
Die Passagiere an Bord wurden laut N12 angewiesen, sitzenzubleiben und das Flugzeug nicht zu verlassen. Lediglich die beiden Piloten seien von Bord gebracht worden. Der Geschäftsführer von Flydubai habe die israelischen Verkehrsbehörden informiert: Ein Ersatzflugzeug werde in Kürze von Dubai nach Saudi-Arabien geschickt und von dort nach Israel weiterfliegen. Eine israelische Sprecherin bestätigte, der tatverdächtige Co-Pilot werde gegenwärtig in Saudi-Arabien befragt. (dpa/afp/mg)
