Es ist beschlossene Sache: Touris müssen in absehbarer Zukunft Eintrittsgeld zahlen, wenn sie den Kölner Dom von innen sehen wollen. Die Maßnahme soll auch zur Kostendeckung des Betriebs dienen.
Warum kostet der Kölner Dom bald Eintritt?Es gibt ein großes Problem: „Wie eine Schere“

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Der Kölner Dom kostet Touristen künftig Eintritt.
Aktualisiert
Über 600 Jahre dauerte die Fertigstellung des Kölner Doms, er wurde im Laufe der Jahrtausende nicht nur Wallfahrtsort und Gotteshaus, sondern auch Weltkulturerbe – und nicht zuletzt ein Symbol für die stolzen Kölnerinnen und Kölner.
Wer zum ersten Mal in Köln ankommt, steht nicht selten mit offenem Mund vor dem beeindruckenden gotischen Wunderwerk – viele wollen es daher natürlich auch von innen sehen. Seit 145 Jahren war der Kölner Dom für die Menschen kostenfrei. Das soll sich nun ändern. Nicht zuletzt auch, um die teuren Betriebskosten zu decken.
Wie hoch wird der Eintritt ausfallen?
Wie hoch der Eintritt ausfallen wird, ist noch unklar. Klar ist vorerst nur: Menschen, die beten wollen, sollen kein Geld zahlen müssen. Der Eintritt richtet sich vor allem an touristische Besucherinnen und Besucher.
Laut Domradio, die zu dem Thema mit Monsignore Guido Assmann gesprochen haben, kostet der Betrieb des Kölner Doms rund 16 Millionen Euro im Jahr – etwa 44.000 Euro jeden Tag. Was wird davon gezahlt?
Der Kölner Dompropst betont, wie wichtig es sei, den Dom für die kommenden Generationen zu erhalten. „Das ist erst mal eine unvorstellbar hohe Summe, wenn man das so hört. Aber es macht es realistisch, wenn man sieht, welch wunderbares Bauwerk wir hier haben.“
Sechs Millionen Menschen kämen im Jahr zu Besuch, an einigen Tagen sind es 20.000 Besuchende im Dom, im Advent waren es gar 40.000 an einem Tag.

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Dompropst Monsignore Guido Assmann
Assmann erklärt: „Wir haben am Dom eine eigene Dombauhütte mit 85 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Sie sind Fachleute, die die Steine ersetzen und Ergänzungen machen können. Sie sorgen für Sicherheit am Bauwerk, reinigen die Gläser und ersetzen Fehlstellen.“ Hinzu kämen Küster und Menschen, die die Kirchenmusik ermöglichen. „Damit geben wir 170 Menschen am Kölner Dom Arbeit. Die erwarten jeden Monat zu Recht eine vernünftige Bezahlung und das dürfen sie auch.“
„Es liegt an der Kostensteigerung im Allgemeinen“
Der Dom selbst hat schon zuvor Geld eingenommen, etwa bei Führungen oder Turmbesteigungen. Zudem gibt es Zuschüsse vom Erzbistum und von der Stadt Köln sowie vom Land NRW. Auch der Zentral-Dombau-Verein (ZDV) stellt jedes Jahr eine beträchtliche Millionensumme zur Verfügung. Warum reicht dieses Geld nicht mehr aus?
„Es liegt an der Kostensteigerung im Allgemeinen, die wir auch in jedem Lebensmittelgeschäft wahrnehmen“, erklärt Assmann. Und weiter: „Man kann sagen, das ist wie eine Schere. Die Einnahmen bleiben ungefähr gleich, aber die Ausgaben werden immer größer. Wir schauen, wie wir diese Schere wieder schließen können. Denn das weiß jeder auch aus seinem eigenen Portemonnaie: Ich kann nur das Geld ausgeben, was ich irgendwann mal eingenommen habe.“
Wie das mit dem Eintritt jetzt weitergeht, werde in den kommenden Wochen intensiv besprochen. Die „Besichtigungsgebühr“, wie Assmann sie nennt, solle dabei helfen, die Schere zu schließen. (mg)


