Chor-Streit Video: Rechte belagern WDR-Gebäude in Köln, Polizei verhindert Eskalation

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Am WDR-Gebäude in Köln ging es am Sonntag hoch her. (Symbolbild)

Köln/Dortmund – Das Liedchen war satirisch gemeint und entfesselte vergangenen Samstag einen – von allen Beteiligten unerwarteten – Shitstorm: Der WDR-Kinderchor Dortmund sang in einem Video über „Oma“, die im SUV Opis überfährt und Discounterfleisch kauft. „Gekrönt“ wurde es mit der Zeile: „Meine Omi ist ’ne Umweltsau“ (hier lesen Sie mehr).

WDR-Video: Intendant Tom Buhrow meldet sich zu Wort

Das Video: längst gelöscht. WDR-Intendant Tom Buhrow meldete sich noch am Abend in einer WDR2-Sendung per Live-Schalte vom Krankenbett seines Vaters (92) und entschuldigte sich wortreich. Der WDR wolle Menschen nicht spalten, sondern einen „Beitrag zu einem besseren Klima in unserem Land“ leisten. Und er erklärte: „Das Video war ein Fehler“. Die Aufregung aber blieb.

Kritik an Chor-Video: Demo vor dem WDR-Gebäude am Sonntag

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Der bisherige Höhepunkt der WDR-Kritik: Am Sonntagnachmittag versammelten sich vor der Zentrale in der Kölner Innenstadt etwa 100 Demonstranten. Auf Twitter hatte „Wodiand“ zur Spontandemo aufgerufen: „Es geht um unsere Großeltern. Es geht um unser GEZ-Geld. Und am schlimmsten, es geht um unsere Kinder.“

Wie die Polizei gegenüber EXPRESS bestätigte, beteiligten sich vor allem Rechte der „Bruderschaft Deutschland” an der Demo, allerdings waren auch viele linke „Meinungsgegner” anwesend. In einer aufgeheizten Stimmung verhinderte die Polizei eine Eskalation. „Durch die verbalen Provokationen hätte es ansonsten auch anders ausgehen können”, sagte ein Sprecher.

Kritik an WDR-Video: Kölner Demo löst sich um 15.30 Uhr auf

Um 15.30 Uhr löste sich die Demo auf, die Polizei begleitete einige Personen noch bei der Abreise, um die Lager nicht an anderer Stelle aufeinander treffen zu lassen. Zwischendurch waren sogar einige Bereitschaftspolizisten als Verstärkung angefordert worden. Hinweise auf Straftaten gebe es aktuell nicht, so der Sprecher. 

Auch Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident des Landes, machte auf Twitter seiner Entrüstung über die Umweltsatire Luft. Er schrieb, niemals dürften Kinder von Erwachsenen für ihre Zwecke instrumentalisiert werden.

WDR-Video: Chorleiter meldet sich und weist Vorwurf zurück

Am Sonntag reagierte der künstlerische Gesamtleiter des WDR-Kinderchors Zeljo Davutovic und wies diesen Vorwurf zurück: Den teilnehmenden Kindern sei erklärt worden, dass mit Überspitzung und Humor der Konflikt zwischen den Generationen aufs Korn genommen werden solle, erläuterte Davutovic.

Kinder und Eltern hätten freiwillig entscheiden können, ob sie an dem Projekt teilnehmen. Und weiter: „Ich möchte mich als beteiligter Musiker bei allen entschuldigen, die sich trotz der Einordnung als Satire von uns persönlich angegriffen fühlen“, ließ er auf der Homepage des Kinderchors wissen.

WDR-Video: Böhmermann fordert mehr Selbstachtung und Integrität

Währenddessen twitterte der Kölner Satiriker Jan Böhmermann: „Ich sitze hier im Krankenhaus am Sterbebett der Selbstachtung und Integrität einer 69-jährigen Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Deutschlands und soll dem WDR ausrichten, dass er – Zitat– „wohl den Arsch offen“ hat.

Hier lesen Sie mehr: 13-Jähriger spricht aus, was viele über das deutsche TV denken

Auch andere Twitter-Nutzer reagierten ironisch. „Hier die korrekte Fassung“, twitterte ein User. „Meine Oma kommt aus dem Ruhrgebiet und hier heißt das Omma. Und meine Omma fährt schon lang nicht mehr Motorrad, weil das schlecht ist ...“.

WDR-Video: AfD-Sprecher fordert Buhrow-Rücktritt

Auch aus der rechten Ecke, bekannt für ihre Kritik an den öffentlich-rechtlichen Medien, meldete man sich nach der Entschuldigung des WDR-Intendanten. „Herr Buhrow, das reicht nicht, ziehen Sie die direkt Verantwortlichen aus dem Verkehr und treten selbst zurück! Das nennt sich dann Verantwortung übernehmen“, schrieb Udo Hemmelgarn, Sprecher es AfD-Bezirks Detmold.

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