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Ex-Flughafen-Boss an Bord „Fisch stinkt vom Kopf”: Kölner CDU-Rebellen wollen Parteichef stürzen

Michael Garvens, Anne Henk-Hollstein und Dr. Konrad Adenauer blicken im Pullman-Hotel in die Kamera.

Drei „Neue“ unterstützen das Team von Thomas Breuer, der CDU-Chef Bernd Petelkau ablösen möchte: Michael Garvens, Anne Henk-Hollstein und Dr. Konrad Adenauer (r.) am Donnerstag, 19. August, im Kölner Pullman-Hotel.

Es rumort in der Kölner CDU: Unter anderem Ex-Flughafen-Chef Michael Garvens setzt sich nun auch dafür ein, dass der amtierende Parteichef Bernd Petelkau abgelöst wird.

Köln. Thomas Breuer gegen Bernd Petelkau. Der eine will Kölns CDU-Chef werden, der andere will es bleiben. Was wie ein ganz normaler innerparteilicher Vorgang klingt, ist tatsächlich weitaus mehr. Bei den Kölner Christdemokraten rumort es schon länger, jetzt bahnt sich eine Rebellion an. Und die Petelkau-Gegner blasen zur Attacke. Breuer präsentierte am Donnerstag (18. August) drei weitere Unterstützer, die in Köln keine Unbekannten sind. Im Gegenteil.

Das schlechte Abschneiden bei der Kölner Kommunalwahl, die Stadtwerke-Affäre und die Dezernenten-Pleite mit Niklas Kienitz rief auch Michael Garvens auf den Plan. Der Ex-Flughafen-Chef steht dem Breuer-Lager, das unter dem Motto „Zukunft jetzt“ angetreten ist, beratend zur Seite.

CDU Köln: Ex-Flughafen Chef Michael Garvens unterstützt Petelkau-Gegner Thomas Breuer

„No action, talking only“ („Nichts machen, nur reden“), diese Haltung lähme die Stadt schon seit Jahren, so der Manager. In Köln habe sich wenig bis nichts bewegt, ebenso innerhalb der CDU. „Ich verstehe mich als Macher-Typ“, so Garvens, der die Mobilitätswende als die größte Herausforderung der nächsten 15 bis 20 Jahre bezeichnete.

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Garvens legte gleich los mit Vorschlägen für einen intelligenten Verkehrs-Mix und Anreizen, sprach von freien Parkplätzen für E-Autos, Tiefgaragen-Bauten am Inneren Grüngürtel, dem Bau von Seilbahnen, Bündelung der Lieferverkehre, erheblichen Investitionen in die KVB oder Straßensperrungen für den Autoverkehr an bestimmten Tagen.

Gruppenfoto mit Dr. Konrad Adenauer, Michael Garvens, Dr. Janina Jänsch, Thomas Breuer, Anne Henk-Hollstein und Karl Alexander Mandl.

Dr. Konrad Adenauer, Michael Garvens, Dr. Janina Jänsch, Thomas Breuer, Anne Henk-Hollstein und Karl Alexander Mandl (v.l.) beim Pressetermin im Pullman-Hotel.

Anne Henk-Hollstein, Frau von Ex-CDU-Parteichef Jürgen Hollstein und Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, kritisierte unter anderem den Umgang Petelkaus mit anderen Parteimitgliedern. „Er sieht sich als Allmacht der CDU“, meinte die erfahrene Kommunalpolitikern und forderte einen „wertschätzenderen“ Umgang miteinander.

Dr. Konrad Adenauer, Sohn des bekannten gleichnamigen Kölner Notars und Urenkel des ersten Bundeskanzlers, fand markige Worte zum aktuellen Zustand der CDU: „Der Fisch stinkt vom Kopf“, so der Jurist. Er wünsche sich Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit zurück, so Adenauer mit Blick auf die Stadtwerke-Affäre. „Die Politik der Kölner CDU war zuletzt nur darauf ausgerichtet, irgendwelche Posten zu bekommen.“

CDU Köln: Wahltermin ist „Signal der Schwäche“

Dass der Parteivorstand den Wahltermin kurzerhand auf den 4. September gelegt hat, kritisiert auch Dr. Janina Jänsch, Kandidatin für den stellvertretenden  Parteivorsitz: Damit werde dem Bundestagswahlkampf geschadet. Petelkau agiere „damit ohne jegliches Verantwortungsbewusstsein für unsere Partei.“

Karl Alexander Mandl, wie Jänsch und Adenauer ebenfalls Kandidat für den Partei-Vize, sagte zu dem Termin in schon zwei Wochen: „Ein fairer Wettbewerb ist nicht gewollt und soll unterbunden werden. Es geht nur um persönlichen Machterhalt.“

Petelkau äußerte sich gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ so: „Es gibt mehrere Gründe für die Terminierung des Kreisparteitags am 4. September: Zum einen ist der Parteitag schon lange überfällig. Er konnte wegen der Corona-Pandemie lange nicht stattfinden, das ging nur aufgrund einer Sonderregelung. Außerdem müssen wir dringend die Delegierten für den Landesparteitag im Oktober wählen.“

Die Wahl so kurzfristig abhalten zu wollen, so dass dem Breuer-Lager wenig Zeit bleibt, in den Ortsverbänden für sich zu werben, sei ein Signal der Schwäche, meint dagegen Thomas Breuer.

Und noch etwas mute seltsam an, wie Michael Garvens mit einem Grinsen erzählt: Nach seinem Aus beim Köln-Bonner Flughafen 2017 war er aus Frust aus der CDU ausgetreten. Anfang Juli habe er nun einen Antrag auf Wiederaufnahme gestellt – bis jetzt aber noch nichts gehört. Garvens: „Ich vermute, dass der Antrag Unruhe ausgelöst hat ...“

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