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Booster-Schlange in Köln Nachfrage von Impfwilligen ist riesig

Menschen stehen im Regen Schlange.

„Nur noch um die nächste Ecke ...“ Auf gleich mehreren Straßen bildeten sich am  Sonntag (21. November) in Zollstock lange Schlangen, wie hier am Gottesweg. 

Die Stadt Köln hat den Ausbau der Impfkapazitäten beschlossen. Die Nachfrage nach einer Booster-Impfung ist enorm. Das zeigte sich auch am Sonntag bei einem mobilen Angebot in Zollstock.

Köln. Es ist gleich Mittag. Seit 9 Uhr steht der junge Mann mit anderen an der Spitze der scheinbar endlosen Schlange vor dem Pfarrsaal Sankt Pius in Zollstock. Dabei wird drinnen bereits seit 9 Uhr geboostert, was die Impfdosen hergeben. Doch zu viele Impfwillige hatten schon weit vor Öffnung des mobilen Angebots der Stadt angestanden. 

Die Nachfrage nach einer Auffrischungsimpfung ist nicht nur in diesem Kölner Veedel ebenso groß wie die Sorge vor einem sogenannten Impfdurchbruch: Die meisten, die an diesem Sonntag (21. November 2021) anstehen, sind schon zweimal geimpft.

Stadt Köln: Riesenandrang bei mobilem Impfangebot in Zollstock

Aber was heißt das schon? Die Verunsicherung ist groß. Viele hatten im Sommer geglaubt, nach zwei Impfungen kehre das unbeschwerte Leben von einst zurück. Insofern mischt sich auch Wut in die Stimmen der Wartenden. 

„Ich meine, ich kann den Lauterbach bald nicht mehr sehen im Fernsehen: Aber wieso hört auf den keiner? Wieso haben die die Impfzentren wieder abgebaut, wenn doch Experten schon wussten, dass eine Booster-Impfung nötig sein wird?“, fragt ein älterer Herr. Vor ihm dreht sich eine Frau rum: „Un jetz stonn mer he em Rän!“

Kritik am neuen Impfzentrum an der Lanxess-Arena: Nur für Autofahrer

Im wahrsten Sinne des Wortes: Regenschirme müssen rausgeholt werden, andere versorgen sich mit Kaffee in einem der umliegenden Cafés. Und auch das ist typisch kölsch: Mit Humor geht alles besser. „So muss es in der DDR gewesen sein, wenn es plötzlich Bananen gab“, scherzt einer.

An diesem 21. November ist es Biontech – der Stoff, auf den alle geduldig warten. Gegen Mittag spricht sich in der Schlange rum, dass das Vakzin von Johnson & Johnson bereits verimpft sei. Ein Mitarbeiter der Stadt erklärt den Wartenden kurz darauf, dass Nachschub für den Biontech-Wirkstoff geholt werde. Es sei genügend da.

Menschen stehen mit Regenschirmen Schlange.

Mehrere hundert Meter lang war die Schlange am Sonntag, 21. November, von Impfwilligen in Zollstock, wie hier in der Brunnenstraße.

Wie die Stadt Köln mitteilt, wird das städtische Impfangebot von etwa 1.000 Impfungen pro Tag auf bis zu 6.000 Impfungen pro Tag ausgebaut. Das mobile städtische Impfangebot wird von zwei auf drei mobile Impfteams aufgestockt, und die Impfstelle im Gesundheitsamt um neue Räumlichkeiten erweitert. Zusätzlich eröffnet am kommenden Dienstag die Drive-In-Impfstelle an der Lanxess Arena.

Termine für Impfungen im Gesundheitsamt sind derzeit nicht mehr verfügbar, hieß es bei der Stadt zum Wochenende. Für das Impfzentrum an der Lanxess-Arena werden Termine über das Online-Anmeldeverfahren der Stadt vergeben (https://ga-koeln.impfsystem.de/visitor).

Auch hier gibt es Kritik. Mehrerer EXPRESS-Leser wandten sich an die Redaktion und monierten, dass das Angebot an der Lanxess-Arena nur für Autofahrer sei: „Wenn ich kein Auto habe, dann bleibt mir nichts anderes übrig, als mich stundenlang terminlos bei Regen und Kälte in eine Schlange zu stellen“, heißt es da etwa. Hunderte Kölnerinnen und Kölner haben es am Sonntag in Zollstock genauso praktiziert.

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