Die Ansage von Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester, Köln vor einer zunehmenden „Ballermannisierung“ zu bewahren, sorgt für Diskussionen.
Köln, der neue Ballermann?Anwohner sauer: „Man muss wenig befürchten“

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Oberbürgermeister Torsten Burmester begleitete den Kommunalen Ordnungsdienst am Brüsseler Platz im Belgischen Viertel.
Köln feiert gerne und ausgiebig – und das soll auch so bleiben. Doch irgendwann ist Schluss mit lustig. Immer häufiger arten die Partys aus.
„Es ist etwas Schönes, wenn Menschen nach Köln kommen, weil sie das Feiern hier schätzen“, hatte Kölns OB Torsten Burmester (63, SPD) in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Der Kölner OB betonte aber ganz klar: „Es gibt kein Recht darauf, hier Dinge zu tun, die man in der eigenen Heimatstadt nicht tun dürfte.“
Köln: „Ballermannisierung“ auch in den Veedeln
Ein Punkt, der bei vielen Kölnern und Kölnerinnen auf offene Ohren trifft. Dabei gehe es allerdings nicht nur um den Party-Tourismus. Die Aussage treffe zwar den Kern des Problems, stehe jedoch im auch Widerspruch zur gelebten Realität vieler Anwohner und Anwohnerinnen, schreibt ein EXPRESS-Leserreporter, der sich über massive Lärmbelastung bis spät in die Nacht beschwert.
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In seinem Veedel am Rathenauplatz fänden regelmäßig Veranstaltungen statt, die deutlich über den erlaubten „Alkoholausschank mit Musik in Zimmerlautstärke“ hinausgingen. Obwohl Einigkeit darüber herrsche, dass dies ein Verstoß sei, blieben die Konsequenzen aus. „Wer Regeln ignoriert, muss in Köln offenbar wenig befürchten“, so der besorgte EXPRESS-Leserreporter, der anonym bleiben möchte.
Genau das erzeuge den bekannten „Ballermann-Effekt“: „Die großen Probleme unserer Stadt wie Lärm, Verwahrlosung, Respektlosigkeit entstehen nicht plötzlich. Sie wachsen, weil im Kleinen nicht gehandelt wird“, findet er und sagt über die OB-Aussage, sie sei richtig, aber: „Entscheidend ist nicht die Ansage, sondern deren Durchsetzung.“
Am Brüsseler Platz beispielsweise hatte die Stadt Köln im Februar 2025 ein Verweilverbot für den Party-Hotspot eingeführt, um das Lärm-Problem in den Griff zu bekommen. Dieses galt von 22 bis 6 Uhr. Es wurde allerdings nur zwei Monate später vom Verwaltungsgericht gekippt.
Seit Dezember 2025 gilt nun eine neue verlängerte Sperrzeit ab 22 Uhr für die Außengastronomie am Brüsseler Platz – zum Frust vieler Gastro-Betriebe. (red)

