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„Ist Alkohol im Spiel, fühlt man sich unsterblich“Kölner Bundespolizei und DB mit wichtiger Kampagne

Um den Zug noch zu erwischen, setzen viele ihr Leben aufs Spiel. Die Kölner Bundespolizei und die Deutsche Bahn haben jetzt eine Präventionskampagne gestartet.

von Iris Klingelhöfer (iri)

Menschen, die über die Gleise laufen, um den Zug auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig noch zu erreichen – solche lebensgefährliche Situationen passieren in Köln nahezu täglich. Ein trauriger Schwerpunkt: der Bahnhof Köln-Süd. 

Dort haben Bundespolizei und Deutsche Bahn jetzt ein großes Warnbanner aufgehängt. Auf Höhe des Auf-/Abgangs Zülpicher Straße (Partyzone). Hier sind besonders oft Gleisläuferinnen und -läufer unterwegs. Statt den ganzen Bahnsteig und die Treppe runter, dann durch den Tunnel und auf der anderen Seite wieder hoch zum anderen Bahnsteig zu laufen, kürzen sie lieber über die Gleise ab. 

Bahnhof Köln-Süd: Bundespolizei und DB mit Präventionskampagne

Die bauliche Situation am Bahnhof Köln-Süd sei in der Tat schwierig, sagt Kathrin Stoff, Sprecherin der Kölner Bundespolizei. „Aber eine Abkürzung ist es nicht wert, sein Leben zu risikieren“, stellt sie klar. Mit dem Banner soll das Bewusstsein geschärft werden. 

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Besonders an Großveranstaltungen, wie Karneval, Summer Jam, CSD, überqueren Feiernde die Gleise – oder sie laufen an den Gleisen entlang, weil sie denken, es sei der kürzeste Weg, um vom Bahnhof Köln-Süd zum Aachener Weiher oder zum Hauptbahnhof zu kommen. Laut Kathrin Stoff hat die Bundespolizei allein an Weiberfastnacht deswegen zwölf Gleissperrung veranlassen müssen – davon sechs am Bahnhof Köln-Süd.

Bahnhof Köln-Süd mit Blick auf den Ab-/Aufgang Zülpicher Straße

Im Bereich des Ab-/Aufgangs Zülpicher Straße kommt es besonders häufig zu Gleisüberschreitungen. Die Zülpicher Straße ist ein Party-Hotspot. 

Die Sperrungen, die zum Teil bis zu einer Stunde dauerten, führten zu erheblichen Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs. Kathrin Stoff: „Uns ist aber auch bekannt, dass hier auch im Alltag die Abkürzung genommen wird.“ Jugendliche, Betrunkene, spielende Kinder, Schwangere und sogar eine Mutter, die ihren Kinderwagen durch den Gleisbereich schob – all das haben die Einsatzkräfte schon erlebt. Wie auch Reisende, die ihre Koffer über die Schienen zerrten.  Nehmen Sie hier an unserer EXPRESS.de-Umfrage teil:

Eine verbotene Gleisüberquerung ist eine Ordnungswidrigkeit (Bußgeld: 25 Euro), muss der Zug eine Notbremsung machen ist sogar eine Straftat (gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr). Und nicht immer geht es glimpflich aus. Rosenmontag 2022 starb eine 18-Jährige, nachdem sie an der Aachener Straße von einer Regionalbahn erfasst worden war. Am 11.11.21 wurde ein 25-Jähriger in Köln-Vingst von einem Zug erwischt und schwer verletzt.

Gleisüberquerungen in Köln: Sprecher der Deutschen Bahn mit klaren Worten

Auch der Deutschen Bahn ist das Problem besonders bei Großveranstaltungen bekannt. Stefan Deffner, DB-Sprecher NRW: „Wenn Alkohol im Spiel ist, fühlt man sich unsterblich.“ Daher seien Präventionskampagnen enorm wichtig. „Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, wie gefährlich es ist, über die Gleise zu gehen. Die Leute müssen das in den Kopf kriegen, dass sie es gar nicht erst versuchen.“ 

Dilara Ceviz und Jeff Dahlke sind als Präventionsteam der DB-Sicherheit an Bahnhöfen, aber auch in Schulen unterwegs. „Vielen Schülerinnen und Schülern ist die Gefahr gar nicht bewusst, auch nicht, dass ein Zug, anders als ein Auto, nicht ausweichen kann“, erklärt Dahlke. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h sei der Bremsweg eines Zuges zirka einen Kilometer lang.

Seine Kollegin Dilara Ceviz: „Bei den Schülerinnen und Schülern wirkt dann meist der Satz: Ihr geht doch auch nicht einfach auf die Autobahn.“