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„Unfassbar, wie das hier aussieht“Alarmierendes Material: Rote Brühe fließt in den Kölner Rhein

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Was für eine rote Brühe fließt in Köln-Worringen in den Rhein? Das sieht wirklich gefährlich aus.

Der Anblick lässt einem den Magen umdrehen: Eine rotbraune, schlammige Brühe bahnt sich täglich ihren Weg durch den Kanal – direkt Richtung Rhein. In Köln-Worringen fließt das rote Wasser dann in den Rhein!

Ein Angler, der regelmäßig in der Nähe unterwegs ist, schickte EXPRESS.de jetzt Videomaterial vom Mündungsbereich (siehe oben).

Mündung in den Rhein: „Unfassbar, wie das hier aussieht“

„Unfassbar, wie das hier aussieht – wie auf einer Mülldeponie. Dazu stinkt der Schlamm nach Eisen und wer das Zeug an den Klamotten hat, bekommt es kaum noch raus“, erzählt der Angler, der anonym bleiben möchte. „Ist das gefährlich?“, fragt er. Auch andere Kölner machen sich Sorgen wegen der roten Brühe.

Was steckt dahinter? Und müssen wir uns Sorgen machen?

Im sogenannten Kölner Randkanal fließt seit Jahren eine auffällig rotbraune Flüssigkeit. Rund 20 Kilometer ist der Kanal lang. Offen und damit einsehbar sind rund 17 Kilometer des Randkanals. Zutritt: verboten, Warnschilder weisen auf die Gefahren der Strömung hin.

Der Zweckverband Kölner Randkanal (ZKR) hat eine Erklärung parat – und die hat mit dem Tagebau Hambach zu tun.

„Ursache ist ein vermehrter Anfall von mit Eisen befrachtetem Grund- und Grubenwasser aus dem Tagebau Hambach aufgrund der verlangsamten Abraum- und Braunkohlenförderung im Tagebau im Zusammenhang mit der vorgezogenen Beendigung der Kohleförderung im Tagebau Hambach bis Ende 2029“, teilt der Zweckverband mit.

Weiter heißt es: „Das im Wasser von Natur aus vorkommende und gelöste Eisen oxidiert und fällt aus, wenn es mit Luftsauerstoff in Kontakt kommt. Das führt zu der ockerfarbenen Färbung des Wassers.“

Wichtig: Von dem Wasser soll keine Gefährdung ausgehen. Laut Bezirksregierung Köln habe es diesbezüglich in der Vergangenheit schon Untersuchungen gegeben. Wie die „Neuss-Grevenbroicher-Zeitung“ (NGZ) 2025 berichtete, sei 2023 ein Gutachten erstellt worden. Ergebnis: Es komme zu keiner Gewässergefährdung.

Der Zweckverband erklärt, RWE Power habe in den vergangenen drei Jahren eine neue Grubenwasser-Reinigungsanlage errichtet, um dem erhöhten Mengenanfall gerecht zu werden. „Diese Anlage ist Ende 2023 in Betrieb gegangen und wird derzeit in der Betriebsführung weiter optimiert.“

Zudem könne es betriebsbedingt zu einer vermehrten Rostansammlung kommen. Derzeit wird eine planmäßige Durchspülung durchgeführt. Dabei wird Wasser gestaut und dann mit erhöhtem Druck durchgeleitet – das reinigt den Kanal, löst aber gleichzeitig die Ablagerungen.

Laut NGZ sind in den nächsten zwei Wochen weitere Spülungen geplant – die Verfärbung kann also anhalten.

Gebaut wurde der Kölner Randkanal in den Fünfzigern

Gebaut in den späten Fünfzigern, ist der Kanal ein Kind der Kohle-Ära: Zwischen 1954 und 1957 errichteten die Vorgängerunternehmen von RWE Power gemeinsam mit dem damaligen Landkreis Köln dieses knapp 20 Kilometer lange Bauwerk.

Ursprünglich sollte er vor allem das Grundwasser aus den Braunkohle-Tagebauen der Region ableiten. Doch seine Aufgabe ist längst breiter geworden – heute sorgt er dafür, dass weite Teile des westlichen und nordwestlichen Kölner Umlandes sowie des Rhein-Erft-Kreises trocken bleiben.

Fahrzeuge des Rettungsdienstes stehen vor dem Bahnhof Messe/Deutz.

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