Hier wird’s heiß, denn es geht um Pornos! Louisa Noack, Paar- und Sexualtherepeutin mit eigener Praxis in Köln, hat sich den Jahresreport von Erotik.com angeschaut und fasst die wichtigsten – und interessantesten – Fakten zusammen.
Nach dem Tatort wird's heißSonntag-Abend ist Porno-Primetime

Copyright: privat / Texas Patti
Texas Patti ist eine der bekanntesten Porno-Darstellerinnen und -Produzentinnen.
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Wenn der Krimi vorbei ist und das Wohnzimmer langsam still wird, schalten viele Deutsche um – nicht den Fernseher aus, sondern in den Erotik-Modus. Punkt 22 Uhr, sonntagabends, ist laut neuer Studie die heißeste Zeit der Woche. Und Pornos sind längst kein heimliches Solo-Vergnügen mehr.
Sonntag 22 Uhr ist die heißeste Stunde der Woche
Der Jahresreport 2025 der Plattform Erotik.com zeigt:
Zwischen dem 1. Januar und dem 15. November 2025 wurden über 3,4 Millionen Suchanfragen und mehr als 80 Millionen Seitenaufrufe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewertet.
Das überraschende Ergebnis:
Der Peak liegt sonntagabends gegen 22 Uhr – direkt nach dem „Tatort“.
Smart-TVs sind das meistgenutzte Gerät für Pornokonsum.
25 Prozent schauen Pornos gemeinsam mit Partner oder Partnerin.
Pornokonsum ist damit kein Randphänomen mehr, sondern Teil des ganz normalen Medienabends.
Swinger, Gangbang & Cuckold: Das sucht Deutschland
Die Studie zeigt auch, was die Deutschen besonders reizt. Ganz oben stehen:
Swinger
Deutsch
Gangbang
Cuckold
Auffällig: Klassische Einzel-Sex-Videos verlieren an Bedeutung. Gefragt sind Szenarien, Dynamik, Geschichten – und Grenzerfahrungen.
In Köln etwa dominieren Swinger-Inhalte, in Berlin ist das Interesse an VR-Pornografie überdurchschnittlich hoch, in München taucht überraschend oft die Kategorie „Omas“ in den Top-Suchen auf.
„Viele denken: Kamera an und los – so läuft das nicht“
Was viele Zuschauer aber nicht sehen: Pornos sind harte Arbeit. Das bestätigt auch Texas Patti, eine der bekanntesten deutschen Pornodarstellerinnen, im Gespräch mit dem Express. „Viele glauben, ein Pornoset läuft so ab: Kamera an und zwei Menschen haben Sex. Ganz so ist es halt nicht.“ Ein Drehtag beginnt für sie oft morgens um acht Uhr: Maske, Licht, Rehearsals, Kamera-Proben, stundenlange Vorbereitung. Gedreht wird meist erst am Nachmittag. „Für eine Szene, die später vielleicht 20 Minuten lang ist, drehen wir anderthalb Stunden Hardcore – mit Unterbrechungen, Lichtwechseln, Wiederholungen.“
Von der Zahnarzthelferin zur Pornodarstellerin
Der Einstieg in die Branche war für Texas Patti alles andere als glamourös.

Copyright: privat / Texas Patti
Texas Patti bereut den Schritt in die Branche nicht. Auch, wenn viele ihre Entscheidung nicht verstehen können.
Früher arbeitete sie als Zahnarzthelferin, ihr Mann im Vertrieb. Gemeinsam lebten sie offen ihre Leidenschaft für Swinger-Sex. „Wir hatten einfach Spaß daran. Dann kam die Idee: einmal drehen wir einen Porno – nur ein einziges Mal.“ Es blieb nicht bei diesem einen Mal. Beide kündigten ihre Jobs, tauchten vollständig in die Pornowelt ein. „Rückblickend war es hart. Viele Freunde und Verwandte haben sich abgewendet – ohne Kommentar.“
Tabu, Scham und falsche Bilder
Was sie bis heute begleitet, ist die gesellschaftliche Doppelmoral. „Pornografie ist für viele automatisch Rotlichtmilieu, Kriminalität, Schmuddelecke. Dabei ist das ein durchorganisiertes Business mit klaren Regeln.“ Gerade Frauen würden dabei oft härter bewertet: „Ich werde für Dinge kritisiert, die ich selbstbestimmt und freiwillig mache; ausgerechnet von Menschen, die sich sonst für Frauenrechte einsetzen.“
Pornokonsum als Paar-Erlebnis
Die Erotik.com-Studie passt zu ihren Beobachtungen: Pornos sind längst kein einsames Männerding mehr. „Viele Paare konsumieren gemeinsam. Das überrascht viele; mich ehrlich gesagt nicht.“
Zum Jahresreport auf Erotik.com ➔
Dass jeder vierte Nutzer gemeinsam schaut, spiegelt einen Wandel: Pornos werden Teil von Beziehungs- und Sexualkultur, nicht nur heimlicher Fantasie.
Die Branche steht vor dem Umbruch
Texas Patti ist überzeugt: Die Pornobranche steht vor einer Zeitenwende. „Professionelle Set-Produktionen, wie wir sie kennen, werden verschwinden.“ Grund dafür seien Smartphones, KI, Streaming, OnlyFans & Self-Content. „Heute kann jeder mit dem Handy hochwertigen Content produzieren. Große Studios werden in zehn Jahren so nicht mehr existieren.“
FAQ: Die wichtigsten Fragen zur Porno-Studie
Wann schauen die Deutschen am liebsten Pornos?
Sonntags gegen 22 Uhr – direkt nach dem „Tatort“.
Welches Gerät wird am häufigsten genutzt?
Der Smart-TV liegt vor Smartphone und Laptop.
Schauen Paare gemeinsam Pornos?
Ja. Rund 25 Prozent geben an, gemeinsam zu konsumieren.
Welche Kategorien sind besonders beliebt?
Swinger, Deutsch, Gangbang, Cuckold.
Ist Pornodrehen „einfach Sex vor der Kamera“?
Nein. Drehs dauern oft einen ganzen Tag, mit großen Teams und klaren Abläufen.
Du willst mehr wissen zu Lust, Tabus und sexuellen Abenteuern?
Dann schreib mir gern eine E-Mail an louisa@letstalkaboutsex.tv oder besuche mich auf meiner Webseite; ich bin für dich da.
Pornos sind Mainstream, aber die Debatte hinkt hinterher
Die Zahlen zeigen klar: Pornokonsum ist kein Randthema, sondern Teil moderner Alltags- und Beziehungskultur. Was fehlt, ist eine ehrliche gesellschaftliche Debatte ohne Scham, ohne Klischees.
Oder wie Texas Patti es auf den Punkt bringt: „Ich habe mir diesen Beruf ausgesucht. Warum sollte ich mich dafür schämen?“


