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Ex-Kinderstar berichtet von Mobbing am „Wilde Kerle“-Set - das sagt Jimi Blue Ochsenknecht

Dank der Filmreihe „Die Wilden Kerle“ wurde Nick Romeo Reimann schon als Kind schlagartig bekannt. (Bild: NDR)

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Dank der Filmreihe „Die Wilden Kerle“ wurde Nick Romeo Reimann schon als Kind schlagartig bekannt. (Bild: NDR)

Als Kind wurde Nick Romeo Reimann dank der Filmreihe „Die wilden Kerle“ zum Star. Doch das „High Life“ abseits der Kameras hatte auch seine Schattenseiten. Wie er in einer ARD-Doku berichtet, erfuhr er am Filmset von seinen jungen Kollegen eine „unglaubliche Kälte“.

Als Nick Romeo Reimann das erste Mal „Wilde Kerle“ auf einem Kindergeburtstag sah, war es um ihn geschehen. „Das war eine magische Erfahrung“, erinnert er sich in der ARD-Doku „Kinderschauspieler - Preis des Erfolgs“ (ab sofort in der ARD-Mediathek). Dass er bald selbst Teil dieser „gelebten Coolness“ sein würde, ahnte er da noch nicht. Doch 2006, mit gerade mal acht Jahren, verkörperte er ab dem dritten Teil der Filmreihe die Rolle „Nerv“. „Die Arbeit mit Erwachsenen war für mich als Kind toll“, genoss er die Arbeit am Set - und das „High Life“ daneben. „Wir wurden überall hofiert.“

Doch innerhalb der Gruppe der Jungschauspieler habe er nie seinen Platz gefunden, beschreibt Reimann. „Ich habe nicht wirklich zur Bande dazugehört“, denkt er an die „unglaubliche Kälte“ und das „eher ablehnende Verhalten“ am Set zurück. Dass dieselben Jungs vor der Kamera plötzlich auf Kommando nett gewesen seien, sei „ein bisschen ein sadistischer Moment für ein Kind“ gewesen. Auf den Pressetouren sei ihm von seinen jungen Kollegen „verboten worden, zu reden“ und er sei mit Beleidigungen konfrontiert gewesen: „Ich kann es nicht nachvollziehen, warum man so hasserfüllt auf mich reagiert hat.“

Jimi Blue Ochsenknecht räumt ein: „Ich habe Sachen gesagt, die nicht hätten sein sollen“

Auch heute arbeitet Nick Romeo Reimann noch als Schauspieler. Auf seine Zeit bei den „Wilden Kerlen“ blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. (Bild: NDR / Maurice Weiss / Ostkreuz)

Copyright: NDR / Maurice Weiss / Ostkreuz

Auch heute arbeitet Nick Romeo Reimann noch als Schauspieler. Auf seine Zeit bei den „Wilden Kerlen“ blickt er mit gemischten Gefühlen zurück. (Bild: NDR / Maurice Weiss / Ostkreuz)

„Ich distanziere mich da komplett“, bezieht Jimi Blue Ochsenknecht in der Doku Stellung. Der Hauptdarsteller der „Wilde Kerle“-Filmreihe betont: „Ich stehe dafür ein, dass man nicht mobben sollte.“ Auf sein jüngeres Ich blickt er dennoch kritisch zurück. „Ich fand mich extrem cool“, schätzt er sein damaliges Ego hoch ein. Gleichzeitig stellt Ochsenknecht heraus, dass es „immer ungesund“ sei, so früh berühmt zu werden. „Mir tut es auf jeden Fall leid und ich kann jetzt erst nachvollziehen, wie es bei ihm vielleicht ankam“, räumte er Fehler gegenüber Reimann ein. „Ich habe Sachen gesagt, die nicht hätten sein sollen.“

Insofern erstaunt es nicht, dass Nick Romeo Reimann auf seine Zeit bei den „Wilden Kerlen“ als „Fluch und Segen zugleich“ zurückblickt. „Das hat mein Leben bis heute so stark beeinflusst wie nichts anderes.“ Schauspieler ist Reimann heute immer noch. Als ständiges Mitglied spielt er am Wiener Volkstheater. 2026 startet nach langem auch wieder ein Kinofilm mit ihm. Die Rolle ergatterte er nach Filmabsagen über Jahre hinweg, an seinem „Tiefpunkt“, wie er sagt. „Ich bin Stand heute sehr zuversichtlich, ich bin aber auch nicht naiv“, schätzt er folgerichtig seine Zukunftsaussichten ein.

Ex-Kinderstar glaubt, ohne seine Familie wäre er „vielleicht abgerutscht“

„Ich habe mein Leben um mich herum völlig vernachlässigt“, blickt Luna Jordan auf die Filmrollen während ihrer Jugend zurück. (Bild: NDR / Maurice Weiss / Ostkreuz)

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„Ich habe mein Leben um mich herum völlig vernachlässigt“, blickt Luna Jordan auf die Filmrollen während ihrer Jugend zurück. (Bild: NDR / Maurice Weiss / Ostkreuz)

Früh im Rampenlicht zu stehen, davon kann auch Constantin von Jascheroff ein Lied singen. „Wenn ich wusste, meine Freunde sind ins Freibad gegangen, habe ich gearbeitet“, denkt er in dem Film von Kira Gantner, Bentül Sarikaya und Zita Zengerling zurück. Dadurch habe er „ein Stück seiner Kindheit verpasst“, bedauert der 39-Jährige. Dennoch habe ihn die Faszination am Filmset total eingenommen: „Mir hat es als Kind nichts ausgemacht, zwölf Stunden zu drehen.“

Doch die Rückkehr aus der Parallelwelt Film zurück in den Schulalltag war für von Jascheroff nicht immer einfach. „Es war ein Absturz nach unten für mich - und das habe ich die Lehrer auch spüren lassen“, erklärt er seine insgesamt drei Schulwechsel. Ohne seine Familie, so glaubt der Schauspieler, „wäre ich vielleicht abgerutscht“.

Dass er später früh Vater wurde, sieht er gar als Rettung an: „Meine Söhne haben mich davor bewahrt, auf eine schiefe Bahn zu kommen.“ Auch wenn er als Kind nach eigener Einschätzung „berühmter“ gewesen sei, zieht er ein positives Fazit: „In der Branche jahrzehntelang zu überleben, empfinde ich als erfolgreicher, als einmal einen krassen Kinohit zu haben und dann fünf Jahre nichts mehr zu drehen.“

„Ich hätte mir eine gesunde Jugend gewünscht“

Eine andere Bilanz zieht dagegen Luna Jordan. „Würde ich den Weg noch einmal so gehen? Nein“, resümiert die 24-Jährige ihre bisherige Karriere. „Ich hätte mir eine gesunde Jugend gewünscht, ohne all diese Gedanken und Verwirrungen und Gefühle, die durch Versagen von anderen ausgelöst wurden.“ Unter anderem sei Jordan Opfer sexueller Übergriffe am Set geworden. „Ich habe alle diesen Erwachsenen so blind vertraut, die mich in so viele gefährliche Situationen gebracht haben“, erinnert sie sich. Deshalb gehe sie heute mit ihrer Stimme an die Öffentlichkeit, „um andere davor zu schützen“.

Gerade in ihrer Jugend stürzte sich die Schauspielerin mit allem, was sie hatte, in ihre Rollen: „Ich habe mein Leben um mich herum völlig vernachlässigt.“ Ihre beste Leistung zu erreichen sei ihrer damaligen Überzeugung nach nur möglich gewesen, „wenn ich mich komplett aufgebe und kaputt mache für das Projekt“.

Bei einem Projekt sei sie nach dem Ende der Dreharbeiten eine „halbe Stunde weinend auf den Boden gelegen“, ohne zu wissen, „was mit mir los ist“. Doch trotz der negativen Erfahrungen, die Jordan machen musste, sei sie „sehr dankbar“ für die Möglichkeit, als Schauspielerin zu arbeiten, versichert sie am Ende der ARD-Dokumentation. (tsch)

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