Köln schwitzt. Doch während die einen schon beim Gedanken an körperliche Anstrengung ins Schwitzen geraten, scheint anderen selbst die größte Hitzewelle die Lust nicht zu verderben. Eine kleine Feldstudie mit erstaunlich eindeutigen Ergebnissen.
Zu heiß für Sex?Köln diskutiert über die heißeste Frage des Sommers!

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Louisa Noack schreibt in ihrer Kolumne „Liebe. Leben. Köln.“ über Liebe, Beziehungen, Dating und die kleinen Absurditäten des Alltags in der Domstadt.

Ich habe in dieser Woche eine wissenschaftlich nicht repräsentative Umfrage gestartet.
Teilnehmerzahl: zwei. Die Fragestellung lautete: Wer hat bei 34 Grad eigentlich noch Lust auf Sex?
„Natürlich!“, sagte mein Freund Marco, noch bevor ich die Frage vollständig ausgesprochen hatte. „Wir sind doch keine Solaranlage. Nur weil es heiß ist, stellen wir den Betrieb nicht ein.“
Meine Freundin Claudia hingegen schaute mich an, als hätte ich vorgeschlagen, bei 34 Grad einen Marathon im Wintermantel zu laufen.„Ich schwitze schon beim Nichtstun“, sagte sie. „Warum sollte ich freiwillig noch eine weitere Sportart anfangen?“
Damit waren die Fronten geklärt. Und tatsächlich scheinen die beiden ziemlich genau die zwei Lager zu vertreten, die man derzeit überall findet. Denn während halb Köln nach Schatten sucht und die andere Hälfte vor Ventilatoren sitzt, beschäftigt viele offenbar dieselbe Frage: Macht Hitze eigentlich lustiger oder lustloser?
Die Antwort lautet, wie so oft: Es kommt darauf an. Laut verschiedenen Umfragen empfinden viele Menschen den Sommer als die sinnlichste Jahreszeit überhaupt. Mehr nackte Haut, längere Abende, mehr Flirts, mehr Leichtigkeit. Gleichzeitig geben aber viele Frauen und auch etliche Männer an, dass extreme Hitze ihre Lust eher ausbremst als ankurbelt. Der romantische Sommerabend am Rhein scheint deutlich attraktiver zu sein als eine Dachgeschosswohnung mit gefühlten 48 Grad.
Ich muss zugeben: Ich kann beide Seiten verstehen. Denn während Sommerflirts etwas Magisches haben, gibt es auch diesen Punkt, an dem man nicht mehr verführerisch glänzt, sondern einfach nur schwitzt. Marco sieht das naturgemäß anders. „Louisa“, erklärte er mir, „wenn Menschen in Spanien, Italien oder Brasilien Sex haben können, dann schaffen wir das in Köln wohl auch.“
Ein Argument, gegen das sich erstaunlich schwer diskutieren lässt. Claudia blieb trotzdem standhaft. „Vielleicht liegt das auch daran, dass ich in den letzten Monaten etwas weniger Sport gemacht habe“, räumte sie ein. „Aber aktuell reicht mir schon der Weg zum Supermarkt als körperliche Herausforderung.“ Fairer Punkt.
Was mich an solchen Gesprächen immer wieder fasziniert: Es gibt kaum ein Thema, bei dem Menschen so unterschiedlich ticken wie bei Liebe, Lust und Beziehungen. Die einen brauchen Kerzenschein, die anderen Abenteuer. Die einen mögen den Winter, die anderen den Sommer. Und manche scheinen ihre Libido unabhängig von Wetter, Jahreszeit und Außentemperatur direkt an das Stromnetz angeschlossen zu haben.
Vielleicht ist genau das die Erkenntnis dieser kleinen Feldstudie.
Es gibt Menschen wie Marco.
Es gibt Menschen wie Claudia.
Und vermutlich erkennst du dich irgendwo dazwischen wieder.
Die gute Nachricht: Du musst bei 34 Grad überhaupt nichts beweisen. Weder auf der Laufstrecke noch im Schlafzimmer. Und falls du jetzt wissen willst, wie meine Umfrage ausgegangen ist:
Marco erklärte die Hitze kurzerhand für überbewertet.Claudia fächerte sich Luft zu.Und ich beschloss, die Befragung zu beenden, bevor jemand auf die Idee kommt, dafür noch eine Folgestudie zu starten.

