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Auftakt ins Jubiläumsjahr mit OB-EmpfangEhrengarde kämpft für Erhalt der Pferde im Rosenmontagszug

Torsten Burmester mit der Ehrengarde im Rathaus.

Copyright: Daniela Decker

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester empfing die Ehrengarde anlässlich des 125-jährigen Bestehens im Historischen Rathaus.

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Die Ehrengarde der Stadt Köln hat ihre Jubiläums-Session mit einem Empfang im Historischen Rathaus und einer festlichen Messe im Kölner Dom eröffnet.

Mit einem außergewöhnlichen Auftakt ist die Ehrengarde der Stadt Köln am Samstagabend (7. November 2026) in ihr Jubiläum zum 125-jährigen Bestehen gestartet.

Zunächst wurde das stolze Reiterkorps, das stets als Begleitgarde von Bauer und Jungfrau dient, von Oberbürgermeister Torsten Burmester in der Piazzetta des historischen Rathauses empfangen. „125 Jahre Ehrengarde, das sind 125 Jahre Heimatliebe, soziales Engagement und Gemeinschaft“, betonte der OB.

Hans-Georg Haumann als Präsident der Ehrengarde bestätigt

Mit einem Schmunzeln erinnerte er an den legendärsten Moment der Garde. „Wer in dieser Stadt schon einmal einen Antrag gestellt hat, kennt das Gefühl, wenn dieser abgelehnt wird. Eine solche Enttäuschung erlebte die Ehrengarde 1902, als das Festkomitee der jungen Reitergarde den Platz vor Bauer und Jungfrau im Rosenmontagszug verwehrte.“

Da Köln jedoch für kölsche Lösungen bekannt ist, heckte der damalige Präsident und Gründer Heinz Strupp einen Plan mit Bauer und Jungfrau aus. Es wurde einfach eine Panne im Zug vorgetäuscht, ein Loch entstand und „rubbedidupp“ schoben sich die Reiter in den Zug.

Zum 25-Jährigen (1927) stellte die Garde mit Ferdi Leisten den ersten Prinzen nach dem Krieg. Was aber noch viel spektakulärer war: Mit Kläre Weiglein stand erstmals in der Geschichte des Kölner Karnevals eine weibliche Regimentstochter an der Seite des Tanzoffiziers. Legendär ist auch der Vorstandstanz der Ehrengarde, für den es 1988 den Närrischen Oscar gab.

Zum Auftakt ins Jubiläum durfte sich der frisch wiedergewählte geschäftsführende Vorstand, an der Spitze Präsident Hans-Georg Haumann, ins Gästebuch der Stadt Köln eintragen. In seiner Rede ging Haumann unter anderem auf die DNA des grün-gelben Korps ein.

Der Vorstand der Ehrengarde trägt sich ins Gästebuch ein.

Copyright: Daniela Decker

Präsident Hans-Georg Haumann und der geschäftsführende Vorstand der Ehrengarde durften sich ins Gästebuch der Stadt Köln eintragen.

„Unsere DNA ist und bleibt die Leidenschaft zur Reiterei. Leider wird uns diese von außen immer mehr erschwert. Auch wenn wir mittlerweile die Konsequenzen aus dem letzten Rosenmontagszug gezogen haben und alle Gespann-Pferde durch Traktoren ersetzt haben, möchten wir, solange es geht, an unseren Reitern im Rosenmontagszug festhalten.“

Neben der Nachwuchsförderung liegen der Ehrengarde speziell ältere Menschen am Herzen. „Unsere ältere Generation darf nicht in Vergessenheit geraten. Auch sie hat ein Anrecht Karneval zu feiern, daher veranstalten wir bereits seit Jahrzehnten die Karnevalssitzung in den Riehler Heimstätten.“ Dass die Ehrengarde auch 125 Jahre nach ihrem Coup mit Bauer und Jungfrau noch weitere kölsche Lösungen im Kopf hat, bewies Haumann mit einer außergewöhnlichen Einladung.

Die Ehrengarde der Stadt Köln im Gürzenich.

Copyright: Valéry Kloubert

Die Ehrengarde schoss im Gürzenich ihr Jubiläumsfoto.

„Lieber Torsten, ich weiß, dass es seit vielen Jahren ein ungeschriebenes karnevalistisches Gesetz im Umgang mit dem Oberbürgermeister gibt. Dieses möchten wir auch nicht infrage stellen. Dennoch möchte ich dich offiziell einladen, in den nächsten Jahren unser Gast im Rosenmontagszug zu sein. Vielleicht könnte dir ein Farbwechsel in Grün und Gelb nicht nur Abwechslung bieten, sondern auch gefallen“, sagte „Lupo“ Haumann.

Sämtliche Sitzungen in der Jubiläums-Session sind bereits restlos ausverkauft. Überdies veranstaltet die Ehrengarde 2027 einen Jubiläums-Frühlings-Ball für geladene Gäste in der Flora. „Wenn es uns gelingt, die Gäste mit dem Ball zu begeistern, möchten wir diesen fest im Kölner Kalender etablieren“, kündigt Präsident Haumann an.

Die Ehrengarde im Kölner Rathaus.

Copyright: Daniela Decker

Die Ehrengarde zog anlässlich ihres Jubiläums ins Historische Rathaus ein.

Ferner lüftete er im EXPRESS.de-Gespräch eine Überraschung für alle Kölner Bürger: „Wir feiern zwar ein tolles Jubiläum, da wir aber kurz vor der Verwirklichung der Sanierung und des Umbaus der Hahnentorburg stehen, wollen wir die Fertigstellung dafür nutzen, nicht nur unser Jubiläum nachzufeiern, sondern ein großes Eröffnungsfest für alle Kölner Bürger auf dem Rudolfplatz zu feiern.“

Geplant ist die Fertigstellung des Domizils der Ehrengarde für die zweite Hälfte 2028. „Sollten wir auf archäologische Funde stoßen, könnte sich die Eröffnung auf nach der Session 2029 verschieben“, so Haumann.

Nach dem Empfang von Oberbürgermeister Burmester zogen die Jubilare mit klingendem Spiel gemeinsam zum Kölner Dom, wo Dompropst und Regimentspfarrer Guido Assmann die Jubiläumsmesse zelebrierte.