Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Leiche im MüllsackErneute Wende im Kölner „Cold Case“ Ricardo Corvo (†43)

Ricardo Corvo trägt einen Drei-Tage-Bart.

Copyright: Archiv EXPRESS

Die Leiche von Ricardo Corvo (43) wurde im Januar 2010 neben der A59 gefunden.

Aktualisiert:

Der „Cold Case“ Ricardo Corvo: Ein Tatverdächtiger musste bereits 2024 aus der U-Haft entlassen werden. Jetzt gibt es neue Infos zu einem zweiten Tatverdächtigen.

Brutal getötet und im Müllsack an der A59 entsorgt: Als am 15. Januar 2010 die Leiche von Ricardo Corvo (†43) neben der Leitplanke bei Leverkusen-Rheindorf gefunden wurde, ahnte wohl kaum jemand, was für eine harte Nuss die Aufklärung dieses Verbrechens sein wird.

Zwar konnte im August 2024 endlich ein Tatverdächtiger (damals 45) festgenommen werden, doch im November musste man ihn wieder laufen lassen. Im März 2026 wieder eine Festnahme, doch wieder zu früh gefreut. Wie EXPRESS.de jetzt erfuhr, ist auch dieser Tatverdächtige (60) inzwischen aus der U-Haft entlassen worden.

Kölner Staatsanwaltschaft: Verdachtslage nicht erhärtet

„Die Staatsanwaltschaft hatte Ende Juli 2026 die Aufhebung des Untersuchungshaftbefehls gegen den Beschuldigten veranlasst“, so Ulrich Bremer, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, auf EXPRESS.de-Nachfrage. Er erklärt: „Die gegen den Beschuldigten bestehende Verdachtslage beruhte und beruht in erster Linie auf gesicherten DNA-Spuren.“

Diese Verdachtslage habe sich jedoch bislang nicht weiter erhärten lassen, zum Beispiel durch  zusätzliche Beweismittel wie Zeugenaussagen, so Bremer: „Ungeachtet dessen dauern die Ermittlungen in Form von Spurenauswertungen weiter an.“

Die Leiche von Ricardo Corvo steckte von der Hüfte abwärts in einem blauen Plastikmüllsack. Die Obduktion ergab, dass der 43-Jährige durch mehrere massive Schläge gegen den Kopf gestorben war.

Die Identität des Toten war zunächst unklar. Erst, als Fotos seiner auffälligen Tätowierungen veröffentlicht wurden, gingen Hinweise ein, um wen es sich handelt. Corvo, der erst wenige Wochen vor seinem gewaltsamen Tod eine Wohnung in Köln-Kalk bezogen hatte, war polizeibekannt und soll Kontakte zur Mafia gehabt haben. Er war gebürtiger Italiener und saß in Italien mehrfach im Gefängnis (Raub, Körperverletzung, Erpressung).

Ricardo Corvo hat mehrere Tätowierungen, darunter ein Delfin.

Copyright: Polizei

Durch seine auffälligen Tätowierungen konnte Ricardo Corvo († 43) identifizieren werden.

Was ist im Januar 2010 passiert? Wer hat Ricardo Corvo auf dem Gewissen? Und warum musste er sterben? Trotz umfangreicher Ermittlungen konnte der Fall nicht geklärt werden. 2022 wurde er dann von der „Cold Case“-Ermittlungsgruppe der Kölner Polizei neu aufgerollt. DNA-Spuren, die damals an der Leiche von Corvo gesichert worden waren, führten dank moderner DNA-Analysen schließlich zu mehreren Verdächtigen.

Zwei davon mussten wieder laufen gelassen werden, ein dritter war inzwischen verstorben. Die Ermittlerinnen und Ermittler setzen aber weiterhin alles daran, den Killer von Ricardo Corvo zu schnappen und vor Gericht zu stellen.