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Neue Musik für die SessionKarnevals-Sampler belegt aktuellen Trend

Gruppenbild der Musiker zur Sampler-Präsentation „Kölsch & Jot – Top Jeck 2027“.

Copyright: Daniela Decker

Etliche Künstler waren am Donnerstag (22. Oktober 2026) gekommen, um die Veröffentlichung des neuen Karnevalssamplers „Kölsch & Jot – Top Jeck 2027“ zu feiern.

Den Karnevals-Sampler „Kölsch & Jot – Top Jeck 2027“ gibt es als CD mit 24 Titeln und als digitale Version mit 44 Songs. Auffallend darunter sind viele Features bekannter Künstler.

Jedes Jahr gibt es kurz vor dem Sessionsstart reichlich neue Musik aus Köln. Den besten Überblick über die Kreativität der Künstlerinnen und Künstler bieten die diversen Sampler für die fünfte Jahreszeit.

Bereits in der neunten Ausgabe erscheint am Freitag (23. Oktober 2026) „Kölsch & Jot – Top Jeck 2027“. Die Zusammenstellung hatte Musikmanager Jürgen Hoppe erstmals Anfang 2019 auf den Markt gebracht. Nach dessen Tod führen jetzt Manuel Sauer und Elvis Katticaren das Erbe fort.

„Kölsch & Jot – Top Jeck 2027“: Tradition trifft frischen Sound

Ihre Plattenfirma Domstadtkind Records ist inzwischen Teil von SpektaColonia und lebt weiter den ursprünglichen Geist. Denn unter dem Motto „Kölsche Tradition trifft frischen Sound“ vereint der Sampler neben bekannten Namen auch spannende Newcomer.

„Wir wollen das bunte, breite Spektrum des Fastelovends darstellen“, sagte Katticaren am Donnerstag bei der Vorstellung im Gasthaus zum Jan. „Die Mischung soll zeigen, dass die Stadt vielfältig und tolerant ist und die Musik mit Herzblut gemacht ist.“

Neben Größen wie Höhner, Brings, Cat Ballou, Miljö, Druckluft und Klüngelköpp sind auch aufstrebende Bands wie Bel Air („Zu laut“), Bohei („Kölsch em Anjebot“), Aluis („Voulez-vous e Kölsch avec moi?“) und Favorit („Hey Colonius“) zu hören. Henning Krautmacher steuert seinen Solo-Hit „Hier kommt der Köbes“ bei. Fiasko sind mit „För die Liebe“ vertreten.

Über 80 Titel waren eingereicht worden. „Das war eine Arbeit, das alles durchzuhören, zu bewerten und dann etlichen abzusagen“, sagt Eldorado-Frontmann Sauer. „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben das Beste rausholen können.“ 24 Songs haben es auf die klassische CD geschafft, zudem gibt es eine digitale XXL-Ausgabe mit 44 Liedern.

Elvis Katticaren und Manuel Sauer präsentieren den Sampler „Kölsch & Jot – Top Jeck 2027“.

Copyright: Daniela Decker

Die Macher des Samplers: Elvis Katticaren (l.) und Manuel Sauer von Domstadtkind Records.

Ein Trend ist in dieser Session in der kölschen Musik zu beobachten. Ähnlich wie die Mallorca-Künstler haben sich einige für Kooperationen zusammengetan. „Köln ist nicht das Haifischbecken, das alle behaupten. Auch hier arbeiten immer mehr Acts zusammen“, sagt Sauer. Zu hören gibt es etwa die Klüngelköpp mit dem Shanty-Chor der StattGarde Colonia Ahoj, Wilhelmine und Cat Ballou sowie Brings mit Eldorado.

Mitsingkönig Björn Heuser hat seinen 2013 von ihm geschriebenen Song „Jedäuf met 4711“ neu mit dem Männerchor Laut Aber Schief aufgenommen. „Jetzt klingt das Lied sehr amerikanisch und ist gewissermaßen im Jahr 2026 angekommen“, sagt der Liedermacher.

JP Weber singt seinen Song auf der Bühne.

Copyright: Daniela Decker

JP Weber präsentierte seinen Song „Anjeleck, jetzt es et mer!“ bei der Plattenvorstellung.

Ein ganz besonderes Lied hat JP Weber beigesteuert. Die Idee dazu kam ihm, als er Kinder beim Spielen beobachtete und eins davon rief: „Anjeleck, jetzt es et mer!“ Herausgekommen ist ein eindeutig-zweideutiger Titel. „Ich glaube, dass das bei den Sitzungen der Colombinen ein Riesen-Hit wird“, scherzte der Musiker bei der Präsentation.

Ken Reise hat als Julie Voyage „Lippe läje“ aufgenommen. „Wir haben Ernsthaftigkeit und Blödsinn auf dem Sampler. Für Letzteren bin ich zuständig.“ Bei allem Spaß ist dem Entertainer eins aber auch ganz wichtig: „Der Karneval war immer politisch. Es wird immer wichtiger, das Maul aufzumachen.“