Express · Community

Kommentare · 0

Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

Derby diesmal besonders brisantFC-Trainer Wagner unter Beobachtung

Der 1. FC Köln steht vor einem wichtigen Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Es ist nicht nur sportlich brisant, es geht auch um die Zukunft der handelnden Personen.

Nein, ein Ultimatum gibt es nicht. Das Derby gegen Borussia Mönchengladbach ist auch kein Endspiel für Trainer René Wagner (38). Doch der junge Coach steht schon früh in der Saison unter Beobachtung!

Sollte der 1. FC Köln am Sonntag (11. Oktober 2026, 15.30 Uhr) gegen den Erzrivalen verlieren, wird es am Geißbockheim definitiv so richtig ungemütlich.

FC-Führung spricht Wagner das Vertrauen aus

FC-Vizepräsident Jörg Alvermann (55) sagte zuletzt im Interview mit dieser Redaktion zur angespannten Situation: „Erstmal freue ich mich total auf das Derby und bin davon überzeugt, dass wir es gewinnen. Und ganz grundsätzlich wären wir schlecht beraten, eine Trainerentscheidung vom Ausgang eines Spiels abhängig zu machen. Entscheidungen müssen einer klaren Linie folgen. Die Frage ist: Haben wir das Vertrauen? Ja, dieses Vertrauen haben wir. Wir wollen eine langfristige Entwicklung und werden diese Planung nicht nach vier oder fünf Spieltagen und bei den ersten Widerständen über den Haufen werfen. Ich habe volles Vertrauen in die sportliche Geschäftsführung und kann ruhig schlafen.“

Hinter den Kulissen wissen die Bosse aber auch, dass die Geduld bei den Fans bald am Ende sein könnte. Nach dem 1:1 gegen schwache Bremer und dem 1:2 beim zuvor punktlosen Hamburger SV muss jetzt ein Sieg her.

Gladbach ist aktuell ohne Zähler Tabellenletzter. Sollte es wieder haarsträubende Fehler und Gegentore sowie eine Niederlage geben, lautet die bange Frage: Gegen wen will Köln denn die Punkte für den Klassenerhalt holen?

Zudem gab es seit einem Jahr keinen Auswärtssieg! Präsident Jörn Stobbe (60) ließ schon durchblicken, dass es für Wagner eng wird, wenn die Ergebnisse jetzt ausbleiben.

VEEDEL-Umfrage 4 Kommentare

Wie spielt der FC im Derby gegen Gladbach?

Trotz aller Verletzungssorgen: Der FC holt die drei Punkte!
Wie schon gegen Bremen gibt's ein Unentschieden
Derby-Pleite: Gladbach holt die ersten Zähler der Saison

„Natürlich hätten wir Bremen schlagen sollen und in Hamburg einen Punkt holen können. Wir müssen jetzt das Glück erzwingen und weiter hart arbeiten. Jetzt müssen wir noch erfolgreicher spielen. Am besten fangen wir bei den nächsten Heimspielen an. Es ist ein Ergebnissport, das nehmen wir brutal ernst“, so der Klub-Boss.

Die Hoffnung ist groß, dass Wagner gegen den Tabellenletzten mit einem Sieg die Kurve bekommt. Mit sieben Punkten stünde man nach fünf Spieltagen gut da. Je nach den Ergebnissen auf den anderen Plätzen wäre die Keller-Konkurrenz dann schon ordentlich distanziert.

Beim Testspiel gegen Viktoria Köln (2:2) saß auch Aufsichtsratschef Lionel Souque (55) auf der Tribüne und sah wenig Fortschritte gegen den Drittligisten. Souque sitzt auch im Gemeinsamen Ausschuss, dem Gremium, welches über wichtige Personalien abstimmt.

Kessler stellt sich beim FC demonstrativ hinter Wagner

Interessant wird es sein, wie lange Sportchef Thomas Kessler (40) an seinem Trainer festhalten wird, sollten die Ergebnisse ausbleiben. Er muss aktuell den schwierigen Spagat hinbekommen zwischen „dem Trainer den Rücken stärken“ und dem möglichen „Reißleine ziehen“ bei drohenden Misserfolgen.

Kessler macht momentan das aus seiner Sicht Beste: Er steht voll zum Trainer und vertraut dem gesamten Team. Zu Beginn der Woche suchte er am Trainingsgelände die Nähe zum Coach. Ein Sieg gegen Gladbach würde vieles erleichtern. Danach geht es nach Frankfurt, dann kommt Schalke.

Vize Alvermann sagt zu kritischen Stimmen aus dem Umfeld, die ein zu langes Festhalten am Coach bemängeln: „Als Präsidium ist es weder unsere Aufgabe noch unsere Befugnis, eine Trainerentscheidung zu treffen. Diese Entscheidung liegt in erster Linie bei Thomas Kessler als Geschäftsführer Sport, mit dem wir im Gemeinsamen Ausschuss selbstverständlich in einem engen Austausch stehen. Wir werden niemals an der Geschäftsführung vorbei irgendwelche Alleingänge starten. Alles andere wäre auch nicht der Führungsstil, den wir beim 1. FC Köln brauchen.“

Weiter betonte Alvermann: „Für die sportliche Ebene sowie für die wirtschaftliche Ebene muss es eine Geschäftsführung geben, die das operative Geschäft leitet. Dieser steht ein Aufsichtsgremium vor, in dem wir uns als Vorstand wiederfinden. Nicht mehr und nicht weniger. Es muss ein permanenter Austausch herrschen und bei herausragend wichtigen Entscheidungen, wie bestimmten Transfers oder der Trainerentscheidung, legt die Geschäftsführung einen Vorschlag vor. Dann ist es Aufgabe des Aufsichtsgremiums, dies sorgfältig zu prüfen und dann gemeinsam zu entscheiden.“

Fakt ist: Das Derby ist in diesem Jahr nochmals brisanter als ohnehin schon. Einen Sieg wünschen sich alle, auch um den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Zudem würde der FC die Borussia um dann schon sieben Punkte hinter sich lassen und dem neuen Trainer Alexander Blessin (53) den Start vermiesen. Sportlich steht entsprechend viel auf dem Spiel.

Bei einer Niederlage dürften die Fans allerdings nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch im Stadion ihren Unmut äußern. Und dann könnte sich die Kritik schnell nicht nur gegen Wagner richten, sondern auch gegen die Entscheider in der sportlichen Führung.

Wagner selbst hat zusätzlich die Herausforderung gegen ein Team mit neuem Trainer spielen zu müssen. Wie die Borussia unter Blessin auf den Fehlstart reagieren und sich in Köln aufstellen, ist kaum vorherzusehen.

Wagner sagt: „Das macht die Aufgabe mit Sicherheit nicht einfacher. Wir kennen seine Idee, Fußball zu spielen von den Vereinen, die er vorher betreut hatte. Aber jeder Trainer kommt beim neuen Job auch mit der ein oder anderen neuen Sache. Wir gehen jedoch von einer Grundordnung aus.“

Von der eigenen Mannschaft erwartet der FC-Coach einiges: „Wir haben alle Bock auf das Spiel! Die Vorbereitung ist lang, da gilt es im Training Gas zu geben und dann ein Feuerwerk abzureißen.“