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„Was soll das? Irgendwie assig!“DAZN-Kommentator mit Schimpftirade live im TV

Galatasaray-Torwart Ugurcan Cakir wartet auf eine Standardsituation, vor ihm stehen zahlreiche Spieler.

Copyright: IMAGO/Seskim Photo TR

Viel Verkehr vor Galatasaray-Torwart Ugurcan Cakir.

Galatasaray schlägt Liverpool im Achtelfinal-Hinspiel. Eine Szene bringt den Kommentator aus der Fassung.

Stimmungsvoller Auftakt ins Achtelfinale der Champions League: Am frühen Dienstagabend (10. März 2025) war der FC Liverpool zu Gast in der „Hölle von Istanbul“.

Seinem Beinamen machte das Stadion des türkischen Meisters Galatasaray wieder mal alle Ehre. Die Fans schwankten über 90 Minuten zwischen begeisterter Anfeuerung für die eigene Mannschaft und gellenden Pfeifkonzerten für den Gegner.

Ex-Kölner Jakobs spielt durch, Wirtz blass, Sané Bankdrücker

Die Fans dürften nach einem umkämpften, aber verdienten 1:0-Sieg ihres Teams zufrieden nach Hause gegangen sein. Mario Lemina (7.) erzielte per Kopf das einzige Tor des Abends. Das Rückspiel an der Anfield Road verspricht jede Menge Spannung.

Bei Galatasaray spielte Köln-Eigengewächs Ismail Jakobs 90 Minuten durch. Der frühere DFB-Kapitän Ilkay Gündogan kam in der Nachspielzeit ins Spiel, Leroy Sané schmorte über die gesamte Spieldauer auf der Bank. Für Liverpool-Star Florian Wirtz war das Spiel nach eher blassen knapp 75 Minuten beendet.

Eine Szene sorgte derweil bei DAZN-Kommentator Michael Born für Wut und Unverständnis. Eine neue Unart im Fußball geht dem erfahrenen TV-Mann gehörig gegen den Strich. Während der Live-Übertragung schimpfte er wie ein Rohrspatz.

Was war passiert? Bei einem Freistoß der Gäste musste der Schiedsrichter wegen eines kleinen Gerangels eingreifen. Born kommentierte ungläubig bis genervt: „Der Schubser gegen den Keeper von Robertson!“

Die Aktion des schottischen Liverpool-Profis Andrew Robertson brachte ihn kurzzeitig aus der Fassung. „Das sind so Dinge, wo ich finde, da muss man eine Lösung finden. Das geht einfach nicht an. Was soll das?“, redete sich Born in Rage.

Experte Sebastian Kneißl war bemüht, das Ganze sachlich einzuordnen. „Da hat sich jetzt mittlerweile so dieser Trend entwickelt, dass viel Verkehr im Fünfmeter-Raum ist ...“, erklärte er, wurde durch den immer noch schimpfenden Born aber unterbrochen: „Ja, mag ja sein, aber ganz ehrlich: Du musst doch jetzt nicht den Torwart schubsen im Vorfeld! Das ist doch irgendwie assig!“

Daraufhin erwiderte Kneißl: „Du versuchst halt irgendwie, zu blocken, eine Nähe aufzubauen. Klar, das ist extrem schwierig für den Schiedsrichter.“

In England wird aktuell kontrovers über das Vorgehen bei Standardsituationen diskutiert. Im Fokus steht vor allem der FC Arsenal, der massiv auf ruhende Bälle setzt und dabei immer wieder die Grenzen des Erlaubten auslotet.

Borns Podcast-Partner Ewald Linenen hatte bereits nach dem Aufeinandertreffen der Londoner mit dem FC Bayern in der Liga-Phase der Königsklasse über Arsenal geschimpft. „Ich sehe 90 Minuten lang bei jeder Standardsituation, bei jedem Freistoß, bei jeder Ecke, und zwar vorne und hinten, nur unfaire Verhaltensweisen von den Arsenal-Spielern“, hatte sich die Trainer-Ikone echauffiert.

Zuletzt klagte Liverpool-Trainer Arne Slot, es mache keine Freude mehr, Premier-League-Spiele anzugucken. „Hier kann man einem Torwart fast ins Gesicht schlagen und der Schiedsrichter sagt immer noch: ,Weiter geht’s‘“, so Slot. Doch auch sein Team ist nach Standards häufig erfolgreich – und scheint sich einiges bei den Gunners abgeschaut zu haben.

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