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„Ein bisschen witzig“Gislason schimpft auf Medien – dann muss er lachen

Aktualisiert

Deutschland stand bei der EM kurz vor dem Aus, doch plötzlich ist die deutsche Handball-Welt wieder in Ordnung. Auch Alfred Gislason wirkt im ZDF-Interview gelöst – nur eine Frage nervt ihn.

Dieses Interview passte zur Achterbahnfahrt der deutschen Handballer bei der EM!

Bundestrainer Alfred Gislason zeigte sich nach dem 34:32-Sieg im letzten Vorrundenspiel gegen Spanien erfreut über die Leistung seiner Mannschaft. Der Isländer wirkte im ZDF-Interview erleichtert und äußerst zufrieden. Durch den Erfolg steht Deutschland nicht nur in der Hautprunde, sondern nimmt auch die maximale Ausbeute von zwei Punkten mit.

Gislason schießt bei Knorr-Frage zurück

Eine Frage passte ihm dann aber nicht. Gislason reagierte etwas genervt, als er auf Juri Knorr angesprochen wurde. „Was haben Sie ihm gesagt, Ihrem Chef-Kritiker nach den vergangenen Spielen?“, wollte ZDF-Moderater Florian Zschiedrich wissen.

Knorr hatte nach der Niederlage gegen Serbien, bei der Gislason den Spielmacher durch einen voreiligen Auszeit-Buzzer um ein Tor gebracht hatte, auch kritische Worte für den Bundestrainer gefunden. Allerdings nicht wegen des Buzzer-Fauxpas, sondern einiger Personalentscheidungen. „Wir haben die Serben in der ersten Halbzeit überrannt – und dann ändern wir alles. Das verstehe ich nicht. Ich stand in der zweiten Halbzeit nicht mehr viel auf der Platte. Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll“, hatte der 25-Jährige unter anderem gesagt.

„Naja, er kam ja zu mir danach“, wiegelte Gislaslon nun ab und setze dann zur Medienschelte an: „Wie immer bei euch wird von mehreren Sätzen ein halber rausgenommen, der euch passt. Ich habe überhaupt kein Problem mit ihm gehabt, wir sprechen uns regelmäßig aus. Alle in der Mannschaft haben die Erlaubnis oder es wird sogar gefordert, dass sie ihre Meinung sagen. Von daher war das nie ein Problem.“

Mit einem Augenzwinkern ergänzte der Bundestrainer, wohl in Anspielung auf die Tatsache, dass nach der Serbien-Pleite vor allem über ihn diskutiert worden war: „Wir haben es sehr gut geschafft, den Druck von der Mannschaft fernzuhalten, was unser Plan war, und ihr habt uns dabei geholfen. Sehr schön!“

Alfred Gislason steht zwischen Moderater Florian Zschiedrich und Experte Sven-Sören Christophersen. Allre grinsen.

Alfred Gislason musste im ZDF-Interview plötzlich lachen.

Anschließend galt es, nach vorne zu blicken. Die Aufgaben werden in der Hauptrunde nicht leichter, unter anderem bekommt es das DHB-Team mit Olympiasieger und Weltmeister Dänemark zu tun. „Wir haben gesagt, das wird fast unmöglich, wenn man nicht mit voller Punktzahl aus der Gruppe geht“, sagte Gislason und musste plötzlich lachen. „Jetzt ist uns das gelungen. Das finde ich schon ein bisschen witzig“, sagte er grinsend.

Nach dem Serbien-Spiel hatte Deutschland noch vor dem Aus gestanden, nun geht das Team als Gruppensieger in die Hauptrunde, während die Spanier trotz zuvor zwei Siegen mit leeren Händen dastehen.

Hintergrund ist, dass in dem für Handballturniere üblichen Modus nur die Punkte in die Hauptrunde mitgenommen werden, die in der Vorrunde gegen Gegner erzielt wurden, die sich ebenfalls für die Hauptrunde qualifiziert haben. Da Österreich und Serbien raus sind, halfen diese Siege Spanien zwar fürs Weiterkommen, sind in der Hauptrunde aber nutzlos. Deutschland hat dagegen die zwei Punkte aus dem Spanien-Sieg auf dem Konto.

Der Weg ins Halbfinale ist dennoch weit. „Jetzt kommen extrem harte Gegner auf uns zu“, betonte Gislason. Neben Co-Gastgeber Dänemark trifft Deutschland auf Titelverteidiger Frankreich sowie Norwegen. Der vierte Gegner wird Portugal oder Nordmazedonien sein.

Renars Uscins steht beim Wurf in der Luft.

Geht doch, Jungs!

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