Wieder Europa-Randale Lange Unterbrechung nach Fan-Ausschreitungen bei Union-Sieg

Unfassbare Einwände Russland will sich bei Fußball-WM und Paralympics einklagen

WM-Finale 2018 im Luschnikistadion: Wladimir Putin (r.), Präsident von Russland und Gianni Infantino (l), FIFA-Präsident, stehen vor der Siegerehrung neben dem WM-Pokal.

Wladimir Putin (r.) und FIFA-Boss Gianni Infantino am 15. Juli 2018 bei der WM in Russland.

Russland wird nach der Invasion in die Ukraine isoliert, vor allem im Sport. Doch das Land will einige Strafen nicht akzeptieren und zieht nun vor den Internationalen Sportgerichtshof.

Die Sanktionen gegen Russland können gar nicht hart genug sein, nachdem Wladimir Putin (69) der Ukraine den Krieg erklärt hat. Unschuldige Menschen werden bombardiert und leiden, doch die Russen wollen viele Sanktionen aus dem Sport nun anfechten.

Dieses Vorgehen ist unerträglich, diese Aggression unfassbar – Russland schockiert mit der Invasion in der Ukraine die Welt. Die Sanktionen sind umfangreich, wirtschaftlich und sportlich werden die Russen immer weiter isoliert. Doch jetzt will das Land zwei der Ausschlüsse aus den größten Sportverbänden vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS prüfen lassen und sich einklagen. Unfassbar!

Russland darf nicht an den Paralympics (Beginn am 4. März 2020) und der Fußball-WM 2022 teilnehmen. Doch das Land will seinen Platz im Weltsport vor Gericht einklagen. Nach den zahlreichen Ausschlüssen durch internationale Verbände als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine kündigten russische Vertreter am Donnerstag (3. März 2020) in zwei Fällen den Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS an: Der Ausschluss von den am Freitag beginnenden Winter-Paralympics soll dort ebenso angefochten werden wie die Sperre im Weltfußball.

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Ausschluss von WM und Paralympics: Russen ziehen vor den CAS

Zunächst kündigte Sportminister Oleg Matyzin laut der russischen Nachrichtenagentur TASS eine Klage an, über die der CAS „noch vor der Eröffnungsfeier“ der Paralympics in Peking befinden solle.

Der vom Internationalen Paralympischen Komitee (IPC) auferlegte Bann sei „eine eklatante Verletzung der Athletenrechte“, sagte Matyzin, überdies „eine Manipulation der Olympischen Charta und der Menschenrechte zur Verfolgung politischer Ziele“. Die Klage solle sich „gegen die Diskriminierung von Sportlerinnen und Sportlern aufgrund ihrer Herkunft und gegen politischen Druck“ richten. Diese Sätze sind unerträglich – russische Raketen töten gerade unschuldige Menschen, darunter auch Kinder in der Ukraine und die Russen beharren jetzt auf irgendwelchen Athletenrechten.

Das IPC hatte erst am Donnerstagmorgen eine kaum mehr erwartete Kehrtwende vollzogen. Nachdem der Dachverband noch am Mittwoch beschlossen hatte, Russen und Belarussen als neutrale Athleten unter paralympischer Flagge starten zu lassen, folgte mit dem Komplettausschluss von 83 Sportlern und Sportlerinnen die Rolle rückwärts, auch weil die ursprüngliche Entscheidung für internationale Entrüstung gesorgt hatte.

Am Nachmittag meldete sich dann Russlands Fußballverband zu Wort: Auch gegen den Ausschluss von der WM im Winter in Katar und sämtlichen internationalen Wettbewerben soll Einspruch eingelegt werden.

Russlands Nationalmannschaft hätte am 24. März in den WM-Playoffs gegen Polen antreten sollen. Am Montag wurde das Land jedoch vom Weltverband FIFA und der Europäischen Fußball-Union UEFA von allen Wettbewerben ausgeschlossen.

Ukraine-Krieg: Kann Russland sich bei WM einklagen?

Der russische Verband werde nun die Wiederaufnahme aller Männer- und Frauennationalteams in alle Wettbewerbe fordern, und zudem beim CAS ein „beschleunigtes Verfahren“ in dieser Angelegenheit beantragen. Gegner Polen hatte bereits angekündigt, in den Playoffs auf keinen Fall gegen Russland anzutreten.

Aus Sicht des Verbandes liege für die Entscheidung von FIFA und UEFA „keine Rechtsgrundlage“ vor. Der Beschluss sei „unter dem Druck“ der gegnerischen Verbände getroffen worden, zudem habe man seine eigene Position nicht darlegen dürfen. Die Fußball-WM findet vom 21. November bis 18. Dezember in Katar statt. (sid, ubo)

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