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War es doch Mord? Ex-Dealer von Marco Pantani (†34) bringt Ermittler nach Tod 2004 auf neue Spur

Das Podium der Tour de France 1998: Marco Pantani (Mitte) siegte vor Jan Ullrich (l.) und Bobby Ulich (r.)

1998 bei der Tour de France: Marco Pantani (Mitte) siegte vor Jan Ullrich (l.) und Bobby Ulich (r.).

Wird der Fall jetzt komplett neu aufgerollt? Nach dem Tod des italienischen Radstars Marco Pantani 2004 gibt es nun neue Erkenntnisse.

Rimini. In Italien beherrscht das Thema momentan die Schlagzeilen im Sport: Der Fall Marco Pantani (†34) könnte neu aufgerollt werden.

Nach dem Tod des ehemaligen Rad-Stars im Jahr 2004 wird nämlich nun erneut wegen Mordes ermittelt. Die Staatsanwaltschaft in Rimini öffnete eine entsprechende Akte, wie Fiorenzo Alessi, der Anwalt der Hinterbliebenen, der Nachrichtenagentur Ansa am Montag (22. November 2021) sagte.

Doch was ist der Grund für die nächste Akte im Fall Pantani? In den Jahren zuvor waren schon  zwei staatsanwaltschaftliche Ermittlungen zu dem Schluss gekommen, dass der Tour-de-France- und Giro-d'Italia-Sieger von 1998 nicht durch Fremdeinwirkung starb. Pantani war am 14. Februar 2004 tot in einem Hotelzimmer in Rimini gefunden worden. Laut der Autopsie starb der damals 34-Jährige an einer Überdosis Kokain.

Marco Pantani: Ehemaliger Dealer glaubt an Mord

Nun aber gebe es neue Erkenntnisse vom früheren Dealer des Sportlers, der einer der großen Rivalen von Jan Ullrich (47) war. Im Jahr 1998 gewann Pantani die Tour de France vor Ullrich. Der Dealer habe laut Ansa in einer Parlamentsanhörung Anfang 2020 ausgesagt: „Marco wurde umgebracht. Ich kannte ihn fünf, sechs Monate vor seinem Tod, und er wirkte auf mich nicht wie jemand, der sich umbringen wollte.“

Der Mann meinte, Pantani sei auf der Suche gewesen nach der Wahrheit über die Vorfälle in Madonna di Campiglio: Dort war der Radsportler 1999 wegen eines auffälligen Dopingbefunds vom Giro d'Italia ausgeschlossen worden. Pantani beteuerte stets seine Unschuld. Untersuchungen aber legten Dopingmissbrauch eindeutig nahe.

Nachdem die Aussagen des Dealers an die Staatsanwaltschaft übergeben worden waren, nahm diese die Mordermittlungen gegen unbekannt wieder auf. Auch die Mutter von Pantani sprach den Berichten zufolge bei den Strafverfolgern vor. „Mamma Tonina will ein für alle mal wissen, ober ihr Sohn an einem Mix aus Antidepressiva und Kokain gestorben ist oder ob es andere Gründe gibt“, sagte Anwalt Alessi der Ansa.

Schon 2004 und auch 2016 war ermittelt worden. Ein Ermittlungsrichter sagte damals, dass die Mordtheorie reine Fantasie sei. Das oberste Gericht bestätigte anschließend die Archivierung des Falls. (ubo, dpa)

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