Vierschanzentournee Geiger greift an: „Das Ding jetzt auch mal endlich holen“ – alle Infos hier

DSV-Adler Karl Geiger beim Welt-Cup-Sprung auf der Großschanze in Engelberg 2021.

DSV-Adler Karl Geiger (hier am 19. Dezember 2021) gehört zu den Favoriten der Vierschanzentournee.

Das alljährliche Highlight der Skispringer steht an: die Vierschanzentournee! Vor dem Start der prestigeträchtigen Serie gilt es einige Fragen zu beantworten.

Die am Dienstag (28. Dezember 2021) mit der Qualifikation in Oberstdorf beginnende Vierschanzentournee bringt ein doppeltes Jubiläum: Es ist die 70. Ausgabe des Klassikers, und der letzte deutsche Gesamtsieg von Sven Hannawald (47) liegt 20 Jahre zurück. EXPRESS.de beantwortet die wichtigsten Antworten zum traditionellen Winter-Highlight.

Vierschanzentournee 2021/22: Programm der Skisprung-Festtage

Gewohnt reichhaltig: Zwischen dem 28. Dezember 2021 (Start der Qualifikation in Oberstdorf ab 16.30 Uhr) und dem 6. Januar 2022 wird an acht von zehn Tagen gesprungen. Am Tag vor den Wettbewerben in Oberstdorf (29. Dezember), Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) findet jeweils die Qualifikation statt. Ruhetage sind der 30. Dezember und der 2. Januar.

Vierschanzentournee 2021/22: Wie wichtig wäre ein Gesamtsieg für die DSV-Adler?

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Er wäre eine große Erlösung. Keine der Topnationen durchlebt eine so lange Durststrecke bei den „Four Hills“ wie der Co-Gastgeber seit dem 16. und bislang letzten Erfolg 2001/02. Seit 2015/16 reichte es zwar zu sechs Podestplätzen - darunter vier zweite Ränge - durch fünf Deutsche (Freund, Wellinger, Eisenbichler, Leyhe, Geiger), aber eben nie zu Platz eins. Stattdessen gewannen seit Hannawald Österreich (siebenmal), Polen, Finnland (je 4), Norwegen (2) sowie Japan, Slowenien und Tschechien (je 1).

Der Tourneesieg ist schon lange auf der Agenda vom Team und von mir. Irgendeiner von uns sollte das Ding jetzt auch mal endlich holen.
Skispringer Karl Geiger

Vierschanzentournee 2021/22: Wie groß sind die Chancen auf den großen Wurf?

Es liegt wohl alles an Karl Geiger (28). Der Oberstdorfer Lokalmatador, im Vorjahr Sieger beim Auftakt und Gesamtzweiter, tritt in großer Form, als Generalproben-Gewinner in Engelberg und Weltcup-Spitzenreiter an.

Die weiteren DSV-Adler boten sich zuletzt nicht für allergrößte Ziele an: Markus Eisenbichler (30) war in Engelberg völlig von der Rolle, Pius Paschke (31) und Constantin Schmid (22) sind Top-10-Kandidaten, Andreas Wellinger (26) und Stephan Leyhe (29) suchen nach schweren Verletzungen nach Stabilität. Ex-Weltmeister Severin Freund (33) hat sich immerhin einen Startplatz über den Continental Cup erkämpft.

Vierschanzentournee 2021/22: Wer sind Geigers Hauptrivalen?

Topfavorit ist der Japaner Ryoyu Kobayashi (25). Der Tourneesieger von 2018/19 - damals wie zuvor Hannawald und Kamil Stoch (34) mit dem „Grand Slam“ von vier Tagessiegen - ist einziger Springer mit drei Saisonsiegen. Österreichs Weltmeister Stefan Kraft (28) und Polens Topstar Stoch schwächelten, dürfen aber für die Vierschanzentournee nie abgeschrieben werden.

Bei den Norwegern ist der konstante Marius Lindvik (23) höher einzuschätzen als der in Bestform stärkere, aber fehleranfällige Halvor Egner Granerud (25). Ebenfalls zu beachten: Der Slowene Anze Lanisek (25) und der nach schwerer Knieverletzung stark zurückgekehrte Schweizer Kilian Peier (26).

Vierschanzentournee 2021/22: Was sagt Hannawald selbst?

„Wenn ein Deutscher gewinnt, dann Karl“, meinte Hannawald vor der Tounee: „Kobayashi sehe ich als den minimal größeren Favoriten. Dennoch habe ich die Hoffnung, dass ich endlich einen Nachfolger erhalte.“

Vierschanzentournee 2021/22: Nach welchem Modus wird der Sieger ermittelt?

Das ist seit der Premiere erfrischend einfach: Die Punkte aller acht Wettkampf-Durchgänge werden addiert, der Springer mit der höchsten Gesamtpunktzahl gewinnt. Ungewöhnlich ist nur die Startreihenfolge im Wettkampf: Anders als sonst im Weltcup springen die Athleten nicht in der umgekehrten Reihenfolge des Qualifikations-Ergebnisses die besten 30 für den zweiten Durchgang aus, sondern in K.o.-Duellen: Der Beste trifft auf den 50., der Zweite auf den 49. - usw. Die 25 Sieger der Duelle plus fünf beste Zweite erreichen das Finale.

Vierschanzentournee 2021/22: Was gibt es zu gewinnen?

Endlich deutlich mehr Geld als in den Vorjahren. Das Preisgeld für den Tourneesieg ist von 20.000 Franken auf 100.000 Franken (rund 96.000 Euro) verfünffacht worden. Im Idealfall - Siege bei allen Springen und Qualifikationen - kann der Gewinner kanpp 144.000 Euro kassieren. Insgesamt werden etwas mehr als 383.000 Franken ausgeschüttet.

Vierschanzentournee 2021/22: Wer darf live an den Schanzen zusehen?

Außer den an der Durchführung der Wettkämpfe beteiligten Personen und Medienschaffenden: zum zweiten Mal in Folge niemand. Am Donnerstag teilte Österreichs Skiverband mit, dass wegen der Pandemie-Lage auch in Innsbruck und Bischofshofen keine Fans zugelassen sind. Geisterspringen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen waren schon zuvor traurige und notwendige Gewissheit gewesen.

Wer überträgt die Vierschanzentournee 2021/22 im TV?

Die ARD ist in Oberstdorf und Bischofshofen live dabei, das ZDF sendet aus Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck. Alle vier Springen plus Qualifikationen zeigt Eurosport.

Und wann kommt die Vierschanzentournee für Frauen?

Die drängen weiter vergeblich darauf, ins populäre Programm der Männer-Tournee integriert zu werden. Immerhin dürfen sie sich nun an Silvester und Neujahr präsentieren: Dann stehen Qualifikation und Weltcupspringen im slowenischen Ljubno an.

Jüngste Aussagen von Vierschanzentournee-Präsident Peter Kruijer lassen nun aber darauf schließen, dass es wirklich schon bald etwas werden könnte mit dem Traum vom Premium-Event. „Die vier Tournee-Orte wollen die Frauen-Vierschanzentournee haben. Da gibt es einen einstimmigen Beschluss, dass man möglichst bald damit starten kann“, sagte Kruijer. „Wir würden es gerne im Frühjahr bei der Fis anmelden und dann im nächsten Jahr damit starten. Das ist meine Wunschvorstellung“, sagte Kruijer vom Skiclub Oberstdorf. Ein paar ungeklärte Fragen gebe es aber noch. (sid/dpa)

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