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Alle Infos zu den Winterspielen in Peking Svindal findet Kritik unfair: „Wollen keine Alternative anbieten“ 

National Sliding Centre in der Umgebung von Peking

Ein Blick auf das National Sliding Centre am 5. Februar 2021: Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2022 Peking für die Wettbewerbe im Bob, Skeleton und Rodeln.

Es soll das Winter-Highlight für die Sportler werden: Olympia 2022 in Peking. Doch vor den Winterspielen in China gibt es viele Probleme, emotionale Diskussionen und die Angst vor Corona.

Eins steht schon vor den Olympischen Spielen 2022 in Peking fest: Ein Wintersportfest wie 1994 in Lillehammer, als die ganze Welt von der sensationellen Atmosphäre in Norwegen schwärmte und die Athleten in malerischen Hütten inmitten einer prachtvollen Schneelandschaft untergebracht waren, wird es diesmal nicht.

Doch was erwartet uns jetzt in Peking, wo 2008 noch die Sommerspiele stattfanden? Wintersport-Tradition sicherlich nicht. Zahlreiche Länder wollen das kommunistische Spektakel aufgrund von Menschenrechtsverletzungen diplomatisch boykottieren. Und viele Sportler haben ein mulmiges Gefühl. EXPRESS.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Olympischen Winterspiele in Peking.

Wann finden die Olympischen Winterspiele in Peking statt und was steht auf dem Programm?

Die Olympischen Winterspiele finden im Jahr 2022 vom 4. Bis zum 20. Februar statt. Auf dem Programm stehen insgesamt in sieben Sportarten mit 15 Disziplinen 109 Entscheidungen.

Die Disziplinen sind: Biathlon, Bobsport (Bob, Skeleton), Rennrodeln, Curling, Eishockey, Eislauf (Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Shorttrack), Skisport (Ski-Alpin, Freestyle, Nordische Kombination, Langlauf, Skispringen und Snowboard). Mit dabei sind rund 820 Athleten aus 80 Ländern.

Warum finden nach den Sommerspielen 2008 in Peking jetzt die Winterspiele auch in Peking statt? Liegt dort überhaupt Schnee?

Peking ist die erste Stadt, die Sommer- und Winterspiele austragen darf. Zudem ist es das erste Mal, dass zwei Winterspiele hintereinander auf einem Kontinent ausgetragen werden. 2018 fanden die Winterspiele in Pyeongchang/Südkorea statt. Und Asien hatte ja auch noch die Sommerspiele 2021 in Japan. Im Jahr 2015 stimmte das IOC mit 44:40 Stimmen für Peking und damit gegen Almaty (Kasachstan).

In Peking wird im Februar wohl eher kein Schnee liegen, es kann aber durchaus ein bisschen schneien, die Durchschnittstemperaturen liegen im Februar bei -1 bis 5 Grad Celsius. In der Metropole werden die Hallensportarten wie Eishockey, Eisschnelllauf, Curling oder Eiskunstlauf stattfinden.

Die Alpinsportarten finden im neu errichteten Nationalen Ski-Alpin-Zentrum Xiaohaituo statt. Umweltschützer haben das Projekt in einem Wald auf 1200 Meter Höhe kritisiert. Für die Spiele wurde extra eine schnellere Zugverbindung gebaut. Die Strecke ist insgesamt 174 Kilometer lang. Von Peking nach Xiaohaituo benötigt man rund 40 Minuten. Die Züge fahren bis zu 350 km/h schnell.

Die Region außerhalb Pekings hat allerdings wenig natürlichen Schneefall (Durchschnitt fünf Zentimeter pro Jahr). Es wird daher wohl auch mit künstlichem Schnee gearbeitet.

Was wurde noch für Olympia gebaut?

Einige Sportstätten wie der Water Cube von den Sommerspielen 2008 sollen nun als Wintersportstätten dienen. Die Eröffnungsfeier findet im sogenannten Vogelnest, dem Nationalstadion, statt. Ausufernde Kosten wie in Sotschi 2014 (Olympia kostete Russland sagenhafte 39 Milliarden Euro) sollten aber vermieden werden, schließlich investierte China 2008 schon mehr als 30 Milliarden Euro in die Sommerspiele.

Dennoch wurde wieder geklotzt und nicht gekleckert: Die Bob- und Rodel-Wettbewerbe steigen im Yanqing National Sliding Center (rund 90 Kilometer außerhalb Pekings), das für rund zwei Milliarden Euro errichtet wurde. Es ist die erste 360°-Rennstrecke mit der Form eines Drachens. Der deutsche Rodler Felix Loch (32) kritisierte die Anlage: „Ich sehe das alles kritisch, bin aber auch von nichts anderem ausgegangen. Es ist alles übertrieben, überdimensional, es ist Protz, um der Welt zu zeigen, was sie können.“

Die mehr als 130 Meter hohe Skischanze für die olympischen Winterspiele vom 4. bis 20. Februar in Peking hat zwei Bahnen und ist s-förmig geschwungen.

Zhangjiakou: Hier (Foto vom 14. Juli 2021) steht die 130 Meter hohe Skischanze für die olympischen Winterspiele.

In Zhangjiakou wurde derweil eine neue Skisprungschanze gebaut: 130 Meter hoch und mehr als 55 Millionen Euro teuer. Die Form soll an ein chinesisches Zepter erinnern. Oben gibt es eine Aussichtsplattform, die wie ein Raumschiff aussieht. Der Auslaufbereich für die Skispringer kann im Sommer als Fußballstadion genutzt werden.

Wo und wann kann ich die Olympischen Spiele im TV sehen?

Die Zeitverschiebung zwischen Deutschland und Peking beträgt sieben Stunden. Beginnt ein Wettkampf in Peking um 11 Uhr morgens, ist es in Deutschland noch vier Uhr nachts. Die Live-Übertragungen sind daher nachts und am Morgen zu sehen.

Die TV-Rechte erwarb Discovery Communications (Mutterkonzern von Eurosport). Der Sender wird live umfangreich berichten. In Deutschland haben ARD und ZDF Sublizenzen erworben, sodass auch in den öffentlich-rechtlichen Sendern olympischer Sport gezeigt wird.

Wie sind die deutschen Medaillenchancen?

Im Gegensatz zu den Sommerspielen (zuletzt Platz neun in Japan 2021) mischt Deutschland im Winter immer noch ganz oben mit im Medaillenspiegel. 2018 gab es Platz zwei mit 31 Medaillen hinter Norwegen (39) und vor Kanada (29). Deutschland gewann 14 Gold-, zehn Silber- und sieben Bronzemedaillen.

China, im Jahr 2018 nur auf Platz 16 des Medaillenspiegels mit neun Podestplätzen, wird bei den Heimspielen gewiss erfolgreicher auftreten. Das deutsche Team will 2022 wieder mehr als 30 Medaillen holen.

Das deutsche Curling-Team der Männer muss seinen Traum von den Olympischen Winterspielen in Peking endgültig begraben. Nach dem 1:10 gegen Südkorea im sechsten Spiel des Qualifikationsturniers im niederländischen Leeuwarden am Mittwoch (15. Dezember 2021 hat die Auswahl um Skip Sixten Totzek (Rastatt) keine Chance mehr, sich einen Startplatz zu sichern. Mit nur einem Sieg sind die deutschen Männer Tabellenletzter, zwei Spiele stehen noch aus. Die Frauen um Skip Daniela Jentsch (Füssen) stehen nach vier Niederlagen aus den ersten sechs Spielen ebenfalls vor dem Aus.

Wer soll die deutschen Medaillen gewinnen?

Das deutsche Team hat zahlreiche Favoriten dabei: Bobpilot Francesco Friedrich, die Rodler Felix Loch, Julia Taubitz und Natalie Geisenberger (sofern sie dabei sein will), Skispringer Karl Geiger, Tina Hermann (Skeletob), Snowboarderin Ramona Hofmeister, die Kombinierer um Eric Frenzel oder die Biathleten mit Erik Lesser, Benedikt Doll und Franziska Preuß.

Wer boykottiert die Spiele in Peking?

Sportler werden wohl alle teilnehmenden Nationen entsenden, doch aufgrund von Menschenrechtsverletzungen der Chinesen haben die USA, Kanada, Australien und England einen diplomatischen Boykott angekündigt. Heißt: Keine hochrangingen Politiker werden nach China reisen. Die Chinesen drohten daraufhin mit Konsequenzen, die westlichen Staaten würden den Preis dafür bezahlen. „Es ist eine Verhöhnung des Olympischen Geistes, eine politische Provokation und ein Angriff auf 1,4 Milliarden Chinesen“, sagte ein Außenamtssprecher. Ob deutsche Politiker dabei sind, ist (Stand 9. Dezember 2021) noch nicht klar. Deutschland will sich mit den anderen europäischen Partnern abstimmen.

Wie laut ist die Kritik an den Spielen in China?

„Es gibt eine hohe Sensibilisierung innerhalb der Athletenschaft für die problematische Lage in China“, sagt etwa Maximilian Klein von Athleten Deutschland gegenüber der ARD. Unter der Athleten gibt es Zweifel, ob deren Rede- und Meinungsfreiheit in China beschützt werde. Zahlreiche Athleten sehen die Spiele kritisch und haben dies auch schon geäußert. Vor allem stören Menschenrechtsverstöße, Gigantismus der Sportstätten und die fehlende Wintersporttradition. „Die Bedingungen, die wir da vor Ort erlebt haben, die sprechen dafür, da nicht unbedingt noch einmal hinzufahren. Es wird ja auch nicht besser“, sagte Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger, die bei Testwettkämpfen in Quarantäne musste.

Der norwegische ehemalige Skirennfahrer Aksel Lund Svindal (39) hat sich Anfang 2022 zur Diskussion um die Olympischen Winterspiele im Podcast der ARD-Sportschau geäußert. Die Diskussionen um den Austragungsort kämen zehn Jahre zu spät und, dass sie jetzt geführt würden, wäre gegenüber den Sportlern unfair: „München und Garmisch haben gesagt: ‚Wir wollen kein Olympia‘. Oslo und Norwegen haben gesagt: ‚Wir wollen kein Olympia‘. Innsbruck hat das gesagt, auch die Schweiz und Sion. Wir wollen keine Alternative anbieten, trotzdem sagen wir: ‚China soll das nicht machen.‘ Also wir sind ein gleichgroßes Teil von dem Problem. Was hat das IOC für eine Option, wenn alle anderen nein sagen?“

Momentan sollten alle dankbar sein, dass die Italiener die Winterspiele 2026 (Mailand und Cortina d'Ampezzo) übernehmen, „sonst wäre es vielleicht wieder ein Land geworden, bei dem man sagt: ‚Katastrophe‘“, so Svindal weiter. Einen Sportlerboykott der Spiele in China sieht Svindal kritisch. „Ich finde, das ist den Sportlern gegenüber nicht fair. Die Entscheidung muss der Sport treffen, nicht die einzelnen Athleten.“

Wie ist die Corona-Situation in China?

Dank Massentests, Kontaktverfolgung, Zwangsquarantäne und Einreisebeschränkungen haben die Behörden die Lage unter Kontrolle. Von Mitte Oktober bis 9. Dezember 2021 wurden knapp 2000 Fälle gezählt (bei 1,4 Milliarden Chinesen). An der strikten „Null-Covid-Strategie“ will die Regierung auf keinen Fall rütteln. Studien sagen einige Hunderttausend Ansteckungen am Tag voraus, falls China die Grenzen wie andere Länder öffnen würde.

Aufgrund der Virusvariante Omikron dürften alle Maßnahmen nochmals verschärft werden. Die Athleten und Betreuer dürfen sich vor, während und nach den Spielen nur in „geschlossenen Kreisläufen“ zwischen Unterkunft und Wettkampfstätten oder Medienzentren bewegen. Auch sind tägliche Tests geplant.

Eine Absage oder Verlegung sei jedenfalls kein Thema für die kommunistische Führung Chinas. Es möge zwar „einige Herausforderungen“ geben, aber man gehe davon aus, dass die Spiele „reibungslos und erfolgreich“ abgehalten werden können, so ein Regierungssprecher. Die Winterspiele sind eben auch ein großes Propaganda-Ereignis. Zudem will China dem Rivalen Japan nach den Sommerspielen in Tokio zeigen, wie gut oder sogar um wie viel besser die Spiele in Peking organisiert werden können.

Wird es Fans vor Ort geben?

Ausländische Zuschauer wird es in Peking nicht geben. Chinesen dürfen nach intensiver Kontrolle mit Impfung und Corona-Tests zu den Sportstätten. Momentan gibt es jedoch noch keine Möglichkeiten für Chinesen, Eintrittskarten zu buchen.

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