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Klartext über KonkurrentenZverev: „Glaubst du, Novak interessiert es?“

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Das ATP-Masters in Montréal muss mit einer Absagen-Flut der Stars zurechtkommen. Alexander Zverev wird deutlich.

Mit dem Start des Masters in Montréal ist die Debatte um die 1000er-Events wieder entbrannt, schließlich sorgt die Absagewelle der Top-Stars um Wimbledon-Champion Jannik Sinner und Major-Rekordsieger Novak Djokovic für großen Frust bei den kanadischen Veranstaltern.

Diese fordern nun Sanktionen, doch da geht Zverev überhaupt nicht mit – und übt lieber selbst Kritik am Format aus. „Tut mir leid“, sagte der French-Open-Sieger in aller Deutlichkeit über mögliche Strafen, „das ist Unsinn.“

Zverev fordert Rückkehr zu früherem Format

Die Rückzieher seien „eine Folge der zweiwöchigen Masters-Turniere“, sagte Zverev: „Ich glaube, für manche Spieler ist das einfach zu lang, zu viel vor den US Open.“ Finanzielle Drohungen gegenüber den gut verdienenden Aushängeschildern des Sports würden dabei keine Änderungen erzwingen.

„Das ist keine Raketenwissenschaft“, meinte Zverev: „Wir bekommen am Ende des Jahres Prämien, wenn wir alle neun Masters-Turniere spielen. Glaubst du, Novak interessiert es, ob er einen größeren Bonus bekommt?“ Nach seinen Schätzungen habe Djokovic „weit über 400 Millionen auf seinem Bankkonto. Ich bin mir nicht sicher, ob ihm 50.000 mehr oder weniger etwas ausmachen würden.“

Der Terminkalender der Stars ist pickepackevoll. Vor dem Ende August beginnenden Grand-Slam-Highlight in Flushing Meadows passt vielen Spielern der in die Länge gezogene Masters-Doppelpack aus Montréal und Cincinnati überhaupt nicht in die Planungen. Nach Ansicht von Zverev ließen sich erschöpfte Profis eher wieder für 1000er-Turniere begeistern, wenn diese wieder auf eine Woche verkürzt würden – so wie vor 2023. „Wenn man uns zwingt, während der Grand-Slam-Turniere zweieinhalb bis drei Wochen unterwegs zu sein, und dasselbe gilt dann auch für die Masters-Turniere – da kannst du uns nicht zum Spielen zwingen“, sagte Zverev.

Im Gegensatz zu Sinner, Djokovic und dem an seinem Comeback arbeitenden Carlos Alcaraz ist Zverev in Kanada aber am Start – und gibt quasi den Alleinunterhalter. „Um in Topform zu sein, müssen manche Spieler mehr Runden spielen, andere hingegen weniger“, sagte der Wimbledon-Finalist: „Ich gehöre definitiv zu denen, die den Wettkampf brauchen, und deshalb spiele ich.“

Nach dem verlorenen Endspiel beim Rasenklassiker gegen Sinner hatte sich Zverev zunächst ein paar Tage Urlaub gegönnt, bevor er auf Mallorca in der Akademie von Spaniens Tennisikone Rafael Nadal für die Hartplatzsaison schuftete. In Montréal ist er nun Topfavorit, mit starken Leistungen soll ordentlich Selbstvertrauen für die US Open gesammelt werden.

„Wir hatten auch darüber nachgedacht, Montréal dieses Jahr vielleicht auszulassen“, sagte Zverev, „aber dann haben wir uns entschieden, dort zu spielen.“ Er müsse Partien „bestreiten“ und „Spielpraxis sammeln“, ergänzte der 29-Jährige: „Ich glaube nicht, dass ich hier vielleicht mein bestes Tennis spielen werde. Das Ergebnis davon, dass ich hier spiele, ist aber, dass ich in Cincinnati besser und dann hoffentlich mein bestes Tennis in New York spielen werde.“ (sid)

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