Wahnsinn bei den US Open! Die Karten für Alexander Zverevs Halbfinal-Match wurden auf dem Zweitmarkt regelrecht verramscht.
Geringes InteresseTickets für Zverev-Match billiger als ein Cocktail
Heftiger Preissturz vor dem Halbfinale der US Open. Auf den Online-Ticketbörsen sanken die Kosten für eine Eintrittskarte vor der Begegnung von Alexander Zverev gegen Karen Chatschanow auf einen Tiefstwert von 19 US-Dollar (umgerechnet gut 16 Euro).
Was für eine Wende: Zu Beginn der Veranstaltung wurden Tickets für die erste Woche, die ursprünglich 65 US-Dollar kosteten, noch für über 300 US-Dollar weiterverkauft. Das berichtet „Daily Mail“.
Fehlende Top-Stars drücken die Preise
Die Diskussion dreht sich plötzlich aber nicht mehr um horrende Summen auf dem Zweitmarkt, sondern um einen totalen Preissturz. Auf der Ticketbörse StubHub waren die billigsten Karten für den Freitagnachmittag für gerade einmal 19 und 21 US-Dollar erhältlich. Ein Ticket für einen möglichen Fünf-Satz-Thriller – letztlich gewann Zverev in hart umkämpften drei Sätzen – war somit günstiger als der Cocktail Honey Deuce, der Kult-Drink der US Open, der auf der Anlage 23 Dollar kostet.
Zwar sicherten sich viele Tennis-Fans die billigen Tickets für die oberen Ränge in dem riesigen Stadion mit über 23.000 Plätzen. Doch unten, in den teuren Bereichen des Arthur Ashe Stadiums, blieben einige Plätze leer.
Die Zahlen von TicketData bestätigen den Trend: Der Durchschnittspreis für die günstigste Karte am 13. Turniertag sank von 319 US-Dollar im Jahr 2025 auf aktuell 244 US-Dollar. Und das, obwohl sich in der Night Session in Frances Tiafoe und Ben Shelton zwei US-Amerikaner gegenüberstanden.
Dies macht eines überdeutlich: Die Tenniswelt hängt an ihren Superstars Carlos Alcaraz und Jannik Sinner. Letzte Saison standen sich die beiden Rivalen noch in drei von vier Grand-Slam-Endspielen gegenüber. In diesem Jahr jedoch verhinderten Formprobleme und gesundheitliche Sorgen, dass es zu den ganz großen Duellen kam.
Ein Blick auf die internationalen TV-Quoten in den USA bestätigt das Bild. Das US-Open-Finale von Alcaraz und Sinner sahen auf ABC im Schnitt 3 Millionen Menschen – 82 Prozent mehr als 2024. Die French Open mit Zverev gegen Flavio Cobolli erreichten in diesem Jahr auf TNT und truTV mit nur 1,3 Millionen Zuschauern einen Tiefpunkt seit 20 Jahren.
Auch Wimbledon zog weniger Fans an: Die Begegnung zwischen Sinner und Zverev erreichte bei der BBC eine Spitze von 5,95 Millionen, während das Duell Alcaraz gegen Sinner im Vorjahr noch 8,3 Millionen und das Finale Alcaraz gegen Novak Djokovic 2024 7,5 Millionen Zuschauer hatte. Die deutschen Sender erfreuen sich indes natürlich an den Zverev-Erfolgen und guten Quoten.
Bei den laufenden US Open war für Sinner schon vor dem ersten Aufschlag Schluss – eine Knieentzündung zwang ihn zur Absage. Alcaraz feierte nach vier Monaten Verletzungspause (Handgelenk) sein Comeback, doch für ihn war im Viertelfinale Endstation. Er verlor einen Fünf-Satz-Krimi gegen Shelton, der erst um 3.33 Uhr am frühen Mittwochmorgen Ortszeit entschieden war.
Eben jener Shelton ist am Sonntag auch der Finalgegner von Zverev. Das Interesse an Tickets für dieses Match dürfte im Vergleich zum Halbfinale des Hamburgers wieder weitaus größer sein. Zum ersten Mal seit 2006, als Andy Roddick gegen Roger Federer verlor, steht schließlich wieder ein Amerikaner beim Heim-Grand-Slam im Endspiel.
Zverev-Finale wohl nicht im Free-TV
In Deutschland wird das Endspiel nach derzeitigem Stand nur im Pay-TV bei Sky und sporteurope.tv zu sehen sein. Sehr zum Bedauern des Präsidenten des Deutschen Tennis Bunds. „Natürlich wünscht man sich das“, sagte Dietloff von Arnim der dpa in New York. „Das hätten sowohl der Sport als auch der Sascha verdient, dass man ihm diese Reichweite gibt, weil die Leute das sehen wollen.“ Bisher hat aber kein Free-TV-Sender Interesse bekundet.
„Wir gehen davon aus, dass es keine Free-TV-Übertragung gibt“, sagte Björn Beinhauer, der Chef von sporteurope.tv. Er habe Gespräche mit möglichen Sendern geführt, erklärte Beinhauer unmittelbar vor seinem Flug nach New York. (red)
