Jan-Lennard Struff sorgt in der Hitze von Paris für eine Überraschung, Laura Siegemund kämpft vergeblich gegen Naomi Osaka.
Struff schlägt Top-Ten-Spieler – Becker begeistert

Copyright: Frank Molter/dpa
Jan-Lennard Struff jubelt nach seinem Sieg.
Aktualisiert:
Jan-Lennard Struff riss nach dem glücklichen Ende seiner 3:10 Stunden langen Hitzeschlacht die Faust in die Höhe und ließ sich auf Platz 14 der French Open mit „Super-Struffi“-Sprechchören feiern.
Der deutsche Dauerbrenner rannte bei über 35 Grad im Schatten jedem Ball hinterher, ließ sich von Rückschlägen nicht aus der Fassung bringen und jubelte am Ende über einen überraschenden 7:5, 6:7 (6:8), 6:4, 7:5-Erfolg gegen Top-Ten-Profi Alexander Bublik aus Kasachstan.
Struff: „Eine überragende Unterstützung hier auf dem Court“
In einer bislang schwierigen Saison setzte der 36 Jahre alte Routinier aus Warstein endlich einmal wieder ein Ausrufezeichen und freute sich entsprechend. „Ich bin glücklich. Das war ein toughes Match. Es waren schwierige Bedingungen“, sagte Struff bei Eurosport: „Eine überragende Unterstützung hier auf dem Court, es waren so viele Deutsche da. Einfach überragend.“
Boris Becker freute sich bei Eurosport mit. „Ganz wichtiger Sieg für unseren Mann“, sagte der TV-Experte: „Es war mal wieder Zeit, dass er so einen Spieler schlägt.“
Ganz anders war dagegen die Stimmungslage bei Laura Siegemund nach ihrer 3:6, 6:7 (3:7)-Niederlage gegen „Fashion Queen“ Naomi Osaka. „Ich habe sie definitiv geärgert, ich habe das gemacht, was ich kann. Habe ich mein bestes Tennis gespielt? Nein“, sagte Siegemund: „Ich bin einfach enttäuscht, dass ich verloren habe, trotz einer sehr guten Leistung.“
Vor der Partie auf dem Court Suzanne-Lenglen hatte Osaka für Aufsehen gesorgt. Die ehemalige Weltranglistenerste ging in einem schwarzen, bodenlangen Kleid auf den Court Suzanne-Lenglen, das sie für die Partie ablegte. Im Match trug die 28-Jährige dann ein Glitzer-Outfit und lieferte sich mit Siegemund ein enges Duell.
Auch auf Platz 14 ging es zwischen Struff und Bublik zur Sache. Struff brannte seine Aufschläge gegen die Nummer zehn der Welt mit 220 Stundenkilometern auf die rote Asche, Bublik konterte, schwankte aber auch stark in seinem Niveau. Struff zeigte große Leidenschaft und packte beherzt zu, wenn sich Chancen boten.
In einer Spielzeit mit bisher wenig Höhepunkten ein wichtiges Signal des langjährigen Davis-Cup-Spielers, der jetzt mehr will. Das gilt auch für Alexander Zverev, der am Mittwochabend (20.15 Uhr/Eurosport) gegen den Tschechen Tomas Machac um den Drittrundeneinzug kämpft. Auch Tamara Korpatsch und Eva Lys sind gefordert. (sid)
