Die jungen Wilden stellen die Tennis-Welt auf den Kopf
Tennis-Beben in ParisDrei Youngster stürmen ins Viertelfinale – einer trifft Zverev

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Auf dem Court Philippe Chatrier werden Heldengeschichten produziert - und drei Jungstars spielen aktuell eine Hauptrolle.
Die Junioren-Turniere bei den French Open sind schon im Gange, aber auch bei den Männern mischen die Jungen ordentlich mit. In der entscheidenden Phase des Turniers sind nämlich noch jede Menge junge Talente dabei. Unglaublich: Gleich drei Tennis-Asse unter 21 haben den Einzug ins Viertelfinale von Paris gepackt. So etwas gab es bei einem Grand-Slam in diesem Jahrhundert noch nie! Wir stellen die jungen Wilden vor, die gerade die Tennis-Welt auf den Kopf stellen.
Rafael Jódar (19): Eiskalt und ganz anders als Nadal
Zwar sehnen sich Spaniens Tennis-Anhänger nach einem neuen „Rafa“, aber die Gegenüberstellung mit Sandplatz-Legende Rafael Nadal passt einfach nicht. Rafael Jódar (19) ist nämlich das genaue Gegenteil eines Verteidigungskünstlers und geht langen Ballwechseln lieber aus dem Weg. Stattdessen setzt der kommende Gegner von Alexander Zverev auf pure Geschwindigkeit und volles Risiko bei seinen Schlägen. Seinen Schliff für dieses amerikanisch beeinflusste Power-Tennis bekam Jódar am College an der University of Virginia.

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Rafael Jódar ist einer von drei Jungstars im Viertelfinale der French Open.
Beim Service zeigt der 1,91 Meter große Sportler noch Defizite. Dafür scheint er mental für sein junges Alter unglaublich stabil zu sein, was zwei Fünf-Satz-Erfolge hintereinander eindrucksvoll unterstreichen. Selbst eine hitzige Online-Debatte über einen vermeintlichen Stoß gegen ein Ballmädchen – den die Aufnahmen nicht belegen konnten – ließ ihn offenbar völlig kalt. Diese unerschütterliche Gelassenheit hat er wohl von seinem Vater und Coach: Rafael Jódar senior lässt sich selbst in den heikelsten Situationen nichts anmerken.
João Fonseca (19): Mega-Hype um das Wunderkind
Als der Brasilianer João Fonseca (19) bei den Australian Open 2025 zum ersten Mal für Furore sorgte, prophezeite Boris Becker: „In England würde man sagen: A star is born.“ Der endgültige Erfolg blieb danach aber erstmal aus. Dem talentierten Fonseca fehlte es an der nötigen Beständigkeit, obendrein kämpfte er immer wieder mit Beschwerden am Rücken. Einige Anhänger und Fachleute waren deshalb der Meinung: Der Hype um den Jungen aus Rio ist übertrieben.

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Hat viel Grund zum Jubeln in Paris: Joao Fonseca
In Paris zeigt Fonseca nun allen Kritikern, dass sie falsch lagen. „Die Begeisterung um ihn ist riesig – und das völlig zu Recht“, schwärmte Novak Djokovic nach seiner Niederlage in Runde drei gegen das junge Talent. „Er hat Talent und Schlagkraft. Ganz Brasilien feuert ihn an.“ Zu seinen Fans zählt auch die brasilianische Tennis-Legende Gustavo Kuerten, der Fonsecas Spiele in Paris live von der Tribüne aus feiert. Folgt Fonseca nun dem großen Vorbild, das dreimal die French Open gewann?
Jakub Mensik (20): Der unscheinbare Marathonmann
Etwas mehr im Hintergrund agiert der Tscheche Jakub Mensik (20), obwohl er kaum älter ist als die beiden Teenager. Diese Rolle kennt er aber schon: Selbst bei seinem bisherigen Karriere-Highlight, dem Sieg beim Masters in Miami, redete die Welt eigentlich nur vom Geschlagenen, Novak Djokovic, der damals seinen 100. Titelgewinn knapp verfehlte.

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Jakub Mensik steht ein wenig im Schatten der zwei Tennis-Teenager Fonseca und Jódar.
In Paris zog Mensik dann doch einmal alle Blicke auf sich, als er völlig entkräftet direkt nach seinem Siegpunkt gegen Mariano Navone auf dem Platz kollabierte. Nur zwei Tage danach musste er eine 0:6-Klatsche im ersten Satz gegen den Top-Ten-Mann Alex de Minaur hinnehmen, mobilisierte aber seine letzten Kräfte und siegte trotzdem. Genauso wie im Fünf-Satz-Drama weitere zwei Tage darauf gegen Andrej Rubljow. Wie er das alles schafft? „Nun ja, es ist ein Grand Slam“, erklärte Mensik schulterzuckend, „so funktioniert das eben“. (dpa/red)
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