„Du hast es vermasselt“Peinlicher Flaggen-Jubel bei der Leichtathletik-EM – Spanierin erlebt Albtraum

Laura Garcia-Caro wird bei der Leichtathletik-EM in Rom kurz vor dem Ziel noch von Ljudmyla Oljanowska überholt.

Laura Garcia-Caro wird am 7. Juni 2024 bei der Leichtathletik-EM in Rom kurz vor dem Ziel noch von Ljudmyla Oljanowska überholt.

Jubelnd mit Landesflagge über die Ziellinie: im Sport ein häufiges Bild. Nur blöd, wenn man dann, wie nun bei der Leichtathletik-EM geschehen, noch abgefangen wird.

von Antje Rehse (are)

Die sicher geglaubte Medaille noch verloren und sich vor den Augen der Leichtathletik-Welt blamiert. Für Laura Garcia-Caro (29) hätte der Auftakt der EM im Rom kaum schlechter laufen können.

Die spanische Geherin hatte sich am Freitagabend (7. Juni 2024) im Stadio Olimpico in Rom schon eine Fahne um die Schultern gehängt, strahlte auf der Zielgeraden des 20-km-Gehens bereits über Bronze.

Garcia-Caro jubelt bei Leichtathletik-EM zu früh

Doch dann der Schock! Plötzlich wich das Lächeln einem panischen Ausdruck: Garcia-Caro bemerkte auf einmal rechts neben ihr die heranstürmende Ljudmyla Oljanowska (31). Auf den letzten Metern zog die Ukrainerin noch an Garcia-Caro vorbei, die konnte nicht mehr rechtzeitig reagieren und zum Gegensprint ansetzen.

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EM-Medaille futsch! Und das auf maximal bittere Art und Weise.

Hier in Video der Szene bei X ansehen:

Vor dem Beginn der EM hatte Garcia-Caro, die mit der europäischen Jahresbestzeit in die Ewige Stadt gereist war, noch voller Vorfreude im Foro Italico posiert, das Bild bei Instagram geteilt. Unter dem Post sammelten sich nach dem Jubel-Fauxpas zahlreiche, teils ziemlich gemeine Kommentare. 

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„Beim nächsten Mal nicht jubeln, bevor du die Ziellinie überquert hast“, riet ein Kommentar mit spöttischem Unterton. „Hahahahaha hahahaha“, schrieb ein User auf Spanisch und stellte dazu ein Clownsgesicht. „Laura, du hast es vermasselt“, fasste ein anderer Nutzer zusammen.

Doch es gab auch Trost für die EM-Vierte. „Kopf hoch, das kann jeder passieren, wir sind Menschen! Paris ist dir was schuldig, der Sport gibt uns immer eine neue Chance“, schrieb ein Fan. In der französischen Hauptstadt steht mit den Olympischen Spielen vom 26. Juli bis 11. August der absolute Saison-Höhepunkt für die Leichtathletinnen und Leichtathleten auf dem Programm.

Wie eng Freud und Leid im Sport zusammenliegen, zeigte sich auch in Rom wieder einmal eindrucksvoll. Durch ihren starken Schlussspurt durfte Oljanowska am Ende über die unverhoffte Medaille jubeln. 

„Natürlich war ich auf dem letzten Kilometer und den letzten Metern müde, aber ich wollte diese Medaille unbedingt für mein Land gewinnen“, sagte Oljanowska, die am Ende zeitgleich mit Garcia-Caro in 1:28,48 Stunden die Ziellinie überquerte: „Das Wichtigste ist, dass ich meiner Mutter, meinem Vater und der ganzen Ukraine ein großes Dankeschön sagen muss. Es ist ein sehr emotionaler Moment für mich.“

Der Sieg bei der ersten Entscheidung der EM ging an Antonella Palmisano (32) aus Italien vor ihrer Landsfrau Valentina Trapletti (38). Ein Start nach Maß für die Gastgeber-Nation!