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Karnevals-Lieder bei OlympiaKölner Helfer berichtet: „So nah an einer Goldmedaille“

Volunteer Niels Gietmann mit Freunden beim Olympia-Rennen im Biathlon.

Copyright: Niels Gietmann

Der Kölner Niels Gietmann (2.v.l.) war als Volunteer bei den Olympischen Winterspielen dabei. Hier verfolgt er mit Freunden einen Biathlon-Wettkampf.

Niels Gietmann reiste aus Köln zu Olympia, um dort als Volunteer Teil der Winterspiele zu sein. Über seine Erfahrungen rund um die Biathlon-Wettbewerbe spricht er mit EXPRESS.de.

Eigentlich wollte er als Fan zu Olympia, doch ein glücklicher Zufall bescherte dem Kölner Niels Gietmann (30) unvergessliche Winterspiele, bei denen er am Ende viel mehr war als nur Zuschauer.

Kurz nach dem Ende der Spiele berichtet Gietmann im Gespräch mit EXPRESS.de von seinen Erfahrungen als Volunteer rund um die Biathlon-Wettbewerbe in Antholz. Während sich an manchen Standorten Kritik über fehlendes Flair regte, schwärmt Gietmann von der Stimmung am Rand der Strecke: „Die Atmosphäre war eine Mischung aus Länderspiel, Karneval und Oktoberfest.“

Niels Gietmann erlebt Olympia-Abend im Deutschen Haus

Aufmerksam auf die Volunteer-Rolle wurde der Sportfan aus der Kölner Südstadt durch einen Newsletter, für den er sich ursprünglich in der Hoffnung auf Ticket-Infos angemeldet hatte. Weil sein Onkel bei der Heim-EM 2024 als Helfer dabei war, habe er sich gedacht: „Warum nicht selbst ausprobieren?“

Nach erfolgreichem Auswahl-Prozess wurde er der Biathlon-Anlage in Antholz, rund eine Autostunde nördlich von Cortina, zugeteilt. Besonders spannend war dort der direkte Kontakt mit den Athletinnen und Athleten bei der Koordinierung der Shuttles zwischen Arena und den Unterkünften der Teams.

„Dadurch war ich sehr nah an den Sportlern dran, konnte morgens beim Ankommen kurz sprechen, nach Trainings Small Talk führen und Pins tauschen“, spricht Gietmann über eines seiner Highlights: „Ich konnte dem französischen Mixed-Team kurz nach dem Goldgewinn persönlich gratulieren. So nah an einer olympischen Goldmedaille war ich vermutlich noch nie.“

Biathlon-Erfahrung habe er bislang nur einmal beim Event in der Arena auf Schalke gesammelt. In Antholz merkte er schnell, dass Olympia eine andere Hausnummer ist – obwohl auch hier Heimatgefühle befeuert wurden.

Der Olympia-Volunteer Niels Gietmann posiert mit Weste vor der Bergkulisse in Italien.

Copyright: Niels Gietmann

Vor allem die Koordination der Athleten-Shuttles begeisterte den Kölner Olympia-Volunteer Niels Gietmann.

Über die besondere Stimmung sagte Gietmann: „Überall Fahnen, nationale Farben, kreative Verkleidungen. Skandinavier als Wikinger, Franzosen mit Hahn-Accessoires, dazu internationale Partystimmung im Zelt. Es wurden deutsche, internationale und sogar einige kölsche Karnevalslieder gespielt, und das gesamte Publikum hat unabhängig von der Herkunft mitgesungen.“

Trotz der intensiven Arbeit kamen die Fan-Momente über die zwei Wochen nicht zu kurz: Mit Freunden durfte er einen Wettkampftag komplett verfolgen, nach dem ersten Rodel-Wettbewerb ging es abends sogar noch ins Deutsche Haus. Dort konnte er sich unter die Gäste mit prominenten Gesichtern aus Sport und Politik mischen.

Kein Wunder, dass Gietmann nun auf eine Olympia-Neuauflage praktisch vor der eigenen Haustür hofft. Schließlich will sich Köln mit der Region Rhein-Ruhr um die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben.

„Wenn in einer Stadt wie Köln ganz viele Disziplinen ausgetragen werden und unzählige Fans und Athleten sich hier treffen, wird das mit Sicherheit eine starke Atmosphäre erzeugen“, ist Gietmann überzeugt. Er hält sich offen, die Olympia-Faszination dann wieder als Volunteer zu unterstützen.

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