Das deutsche Mixed-Team hat bei Olympia 2026 nur ganz knapp eine Medaille verpasst. ZDF-Experte Severin Freund hatte zwischendurch gehofft, im Nachgang noch eine deutsche Medaille bejubeln zu können.
Nachträgliche deutsche Medaille?Verwirrung um Japaner – ZDF-Experte: „4,5 Punkte zu viel“
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Am Montag war die Normalschanze in Predazzo noch die deutsche Partymeile, am Dienstag wurde es dann leider nichts mit der nächsten Medaillenfeier.
Das deutsche Mixed-Team im Skispringen verpasste bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina nur knapp das nächste Edelmetall, nachdem Philipp Raimund (25) am Vortag auf derselben Schanze noch sensationell Gold holte.
Verwirrung um Bonuspunkte für Japan
Zusammen mit dem frisch gebackenen Olympiasieger landeten Felix Hofmann (28), Selina Freitag (24) und Agnes Reisch (26) am Ende nur auf dem undankbaren vierten Platz. Slowenien sicherte sich Gold, Team Norwegen Silber und Japan gewann Bronze.
Nur 1,2 Punkte lagen am Ende zwischen Deutschland und Japan – aber war das überhaupt regulär? ZDF-Experte Severin Freund (37) hegte da seine Zweifel dran! Aber was war passiert?
Nachdem Raimund seinen letzten Sprung ordentlich meisterte, war Ren Nikaido (24) Japans letzter Springer auf Rang drei im zweiten Durchgang. In der Grafik wurde eingeblendet, dass der japanische Trainer seinen Schützling von einer Stufe tiefer als Raimund starten lassen wollte.
Dadurch war klar: Nikaido muss eine gewisse Weite springen, um die durch die eine Stufe weniger verfügbaren Bonuspunkte einzufahren. Angezeigt wurden zuerst 101,5 Meter, während seines Anlaufs sprang der Wert (auch aufgrund leicht veränderter Windverhältnisse) zuerst auf genau 101 Meter und dann noch schnell auf 100,5 Meter.
Die beiden schnellen Anpassungen hatten aber sowohl Freund, als auch Kommentator Stefan Bier anscheinend nicht mitbekommen. Denn als der 24-Jährige bei genau 101 Metern landete, wunderten sich die beiden darüber, dass er trotzdem die Bonuspunkte gutgeschrieben bekam.
„Er bekommt die Bonuspunkte nicht. Sie sind zwar hier im Ergebnismonitor drin, aber wenn ich nicht falsch gerechnet habe, dann muss er 101,5 Meter springen und er springt nur 101 Meter“, sagte Freund etwas verwundert.
Als Norwegens Schlussspringer Marius Lindvik gerade gelandet war, hatte Freund noch immer nicht mit den japanischen Bonuspunkten abgeschlossen: „Ich muss noch einmal zurückkommen auf Japan. Das ist noch ein bisschen ohne Gewähr, weil Nikaido muss 101,5 Meter springen, um die Bonuspunkte zu bekommen. Das hat er nicht geschafft. Im Ergebnismonitor wurden die Gatepunkte aber mit aufgeführt. Hier bei Olympia muss man aber auch sagen, dass die ganzen Grafiken nicht immer so ganz 100-prozentig stimmen.“
Severin Freund auch nach dem Wettkampf noch am Grübeln
Und auch, nachdem bereits feststand, dass Slowenien Olympiasieger ist, ließ Freund das Japan-Thema nicht los: „Ich muss ehrlicherweise immer noch sagen: Entweder es ist ein Fehler im System, dass da was falsch eingetragen ist, oder Japan hat 4,5 Punkte zu viel bekommen.“
Als Freund unten bei Moderatorin Lena Kesting angekommen war, hakte sie beim Experten noch einmal nach, was eine deutsche Medaille anging: „Severin, du hast noch Hoffnung?“
Der ehemalige Profi antwortete: „Ein Fehler im System kann immer mal vorkommen. Aber da das mit der Luke eine Traineranfrage war, muss Ren Nikaido eine Mindestweite springen und die hat er um einen halben Meter nicht erreicht. Die Punkte sind ihm aber gutgeschrieben worden. Jetzt weiß man aber nicht, ob die Jury nachträglich noch reagiert hat oder ob es wirklich einen Fehler gibt.“
Freund und Bier hatten die Grafik während Nikaidos Anlauf aber wohl schlicht und ergreifend nicht im Blick, die am Ende 100,5 Meter vom Japaner forderte. Die hatte er letztlich mit seinem 101-Meter-Sprung nicht nur erreicht, sondern übersprungen und sich so die Bonuspunkte für die tiefere Luke verdient. Das Ergebnis hatte am Ende auch ganz offiziell Bestand.


