Olympia 2022 Gold-Jubel im Eiskanal, Medaillen-Frust in der Luft: Diese Momente bleiben in Erinnerung

Das deutsche Rodel-Team jubelt über Olympia-Gold in der Staffel.

Das deutsche Rodel-Team jubelt am 10. Februar 2022 über Olympia-Gold in der Staffel.

Gold-Jubel im Eiskanal, Medaillen-Frust in der Luft: Die Olympischen Winterspiele neigen sich aus deutscher Sicht mit gemischten Emotionen dem Ende. Ein Überblick über große Siege und frustrierende Niederlagen.

Packende Finals, Olympia-Rekorde, goldene Schlussspurts und geschockte Adler in der Luft. Die Olympischen Winterspiele 2022 hatten aus deutscher Sicht viele erfreuliche Highlights und auch einige traurige Momente.

Die wahrscheinlich überraschendste und vielleicht emotionalste deutsche Goldmedaille holten sich die Langläuferinnen im Teamsprint. Victoria Carl (26) und Katharina Hennig (25) gewannen in Zhangjiakou sensationell die Goldmedaille vor Schweden und Russland.

Olympia 2022: Riesen-Jubel nach Final-Drama im Skilanglauf

Besonders in Erinnerung dürfte dabei der Schlussspurt von Carl in Erinnerung bleiben. Gemeinsam mit der Schwedin Jonna Sundling (27) und der Russin Natalja Neprjajewa (26) bog sie zusammen auf die Zielgerade ein. Obwohl die Schwedin als die stärkste Sprinterin im Feld galt, hatte sie am Ende im Kampf um die Goldmedaille das Nachsehen. Denn Carl holte auf den letzten 100 Metern noch mal alles aus sich heraus und schob sich im wahrsten Sinne des Wortes an ihren Konkurrentinnen vorbei zu Gold.

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Ein deutscher Wintersport-Moment für die Ewigkeit war geboren. Besonders für den Bundestrainer Peter Schlickenrieder (52), war es ein emotionaler Sieg, da er an jenem historischen Mittwoch seinen Geburtstag feierte. Nach dem Triumph sagte er mit brüchiger Stimme in der ARD: „Das ist ein brutaler Traum. Es ist so intensiv.“

Olympia 2022: Der deutsche Goldrausch im Eiskanal

Ebenfalls Historisches schafften die deutschen Athletinnen und Athleten im Eiskanal. Gleich in drei Disziplinen haben sie bei den Olympischen Winterspielen ihre Dominanz eindrücklich unter Beweis gestellt und für Gänsehaut-Momente gesorgt. Im Rodeln, Skeleton und Bobsport holten die Deutschen jeweils Gold.

Begonnen hatte der Goldrausch am 6. Februar mit dem Sieg des Rennrodlers Johannes Ludwig. Der 36-Jährige fuhr im letzten von vier Durchgängen im National Sliding Centre von Yanqing zur ersten deutschen Goldmedaille im Eiskanal.

Rodeln: Deutsche Gold-Serie bei Olympia 2022 hält an

Nur zwei Tage später ging der Wahnsinn weiter. Natalie Geisenberger (34) gewann im Einzel bei den Frauen ihre fünfte olympische Goldmedaille und zog damit mit der deutschen Olympia-Rekordhalterin Claudia Pechstein (49) gleich. Auf Platz zwei holte sich die erst 22-jährige Anna Berreiter bei ihren ersten Olympischen Winterspielen die Silbermedaille.

Der Erfolgslauf der deutschen Rodlerinnen und Rodler hielt auch am nächsten Wettkampftag an. Im Doppelsitzer sorgten die Duos Tobias Wendl (34)/Tobias Artl (34) und Toni Eggert (33)/Sascha Benecken (32) für einen weiteren unvergesslichen Olympia-Moment. Das Duo Wend/Artl gewann im Doppelsitzer die Goldmedaille vor den Landsmännern Eggert/Benecken.

Olympische Winterspiele: Geisenberger überholt Pechstein

Und auch im abschließenden Team-Wettbewerb der Rodler war das deutsche Team nicht zu stoppen. Am 10. Februar gewannen Geisenberger, Ludwig und Wendl/Arlt in einem packenden Finale mit acht Hundertstelsekunden Vorsprung Gold vor Österreich auf Platz zwei. Mit dem Gold-Erfolg gewann Natalie Geisenberger ihre sechste olympische Medaille und löste damit Claudia Pechstein als erfolgreichste deutsche Winterolympionikin der Geschichte ab.

Die Erfolge im Eiskanal waren jedoch mit den Rodlern nicht beendet. Auch im Skeleton und im Bob waren die Deutschen nicht zu schlagen. Am 11. Februar gewann Christopher Grotheer (29) die Goldmedaille im Herren-Einzel vor seinem Landsmann Axel Jungk (30) auf Platz zwei. Am nächsten Tag legte Hannah Neise bei den Frauen nach. Die 21-Jährige gewann im Einzel ebenfalls die Goldmedaille.

Als wären das nicht schon genug deutsche Erfolgsgeschichten im Eiskanal gewesen, legten die Bobfahrer am Ende noch einmal einen drauf. Im Zweierbob der Herren holten sich die deutschen Fahrer alle drei Medaillen. Francesco Friedrich (31) gewann Gold vor Johannes Lochner (31) und Christoph Hafer (29) auf Platz drei. Und das Medaillen-Rennen der Frauen im Zweierbob  sowie der Viererbob der Herren stehen ja erst noch an.

Olympia 2022: Drama im Deutschen Skisprung-Team

Komplett gegensätzliche Gefühle hatten die deutschen Skispringerinnen und Skispringer. Dabei fing alles so verheißungsvoll an. Katharina Althaus (25) gewann zunächst mit Silber auf der Normalschanze die erste Medaille der Skispringerinnen und Springer. Allerdings gab es auch dort bereits Ärger über eine Entscheidung des slowenischen Wettkampfrichters.

Auch bei den Männern hielten die Olympischen Winterspiele Medaillen bereit. Karl Geiger (29) gewann am 12. Februar Bronze auf der Großschanze. Auch im Teamspringen der Herren sprangen die deutschen Athleten zwei Tage später als Dritte aufs Podium. Immerhin war damit der Olympia-Tiefpunkt der Skispringer überwunden.

Beim Mix-Teamspringen am 7. Februar rechneten sich die Deutschen bereits gute Chancen auf eine Medaille aus. Doch es kam ganz anders. Wegen eines nicht regelkonformen Anzugs wurde Katharina Althaus und damit auch das deutsche Mixed-Team während des Springens disqualifiziert. In einem Interview bei Sky sagte Althaus nach ihrer Rückreise über das Drama: „Ich habe immer noch Momente, wo ich dasitze und hoffe, dass es ein schlimmer Albtraum war und ich wieder aufwache.“

Ebenso wie die emotionalen Medaillen-Entscheidungen bewegten auch die dramatischen Olympia-Momente Millionen Sport-Fans. Mit bislang zehnmal Gold und insgesamt 22-mal Edelmetall dürften letztlich aber vor allem die vielen schönen Momente aus und um Peking in Erinnerung bleiben.

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