Ex-Bayern-Profi mit Brandbrief ans IOC„Schweigen schützt Diskriminierung!“

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Nach Meinung vieler iranischer Sportler soll IOC-Präsidentin Kirsty Coventry die Auflösung des Iranischen Olympischen Komitees erwägen. (Archivbild)
Ein Aufruf, der es in sich hat und die Sportwelt aufhorchen lässt. Etwa 200 Sportlerinnen und Sportler aus dem Iran, angeführt von einem ehemaligen Star des FC Bayern, verlangen knallharte Maßnahmen gegen ihr Heimatland. Der Vorwurf ist massiv: andauernde, systematische Benachteiligung.
In einem Schreiben, das von der Organisation Global Athlete auf der Plattform X geteilt wurde, richten sich die Athleten ohne Umwege an Kirsty Coventry, die Vorsitzende des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ihre Bitte ist glasklar: Das IOC möge die Suspendierung des iranischen Nationalen Olympischen Komitees in Erwägung ziehen.
„Schweigen ist in diesem Zusammenhang keine Neutralität. Es schützt eine diskriminierende Politik“, lauten die deutlichen Worte aus dem Brief, von dem auch das Fachportal „Inside the Games“ berichtet. Eine Stellungnahme des IOC steht noch aus.
Bekannter Name aus der Bundesliga: Ali Karimi ist dabei
Einer der bekanntesten Namen auf der Liste ist Ali Karimi, der einst für den FC Bayern München kickte. Wie die dpa meldet, haben sich ihm Sportlerinnen und Sportler aus Disziplinen wie Judo, Schwimmen, Handball und Volleyball angeschlossen. Sogar einige Sportjournalisten und Akademiker haben den Aufruf mitunterzeichnet.
Das Schreiben formuliert eine unmissverständliche Erwartung: „Wir fordern Sie respektvoll auf, mutig und im Einklang mit den von Ihnen verkündeten Grundsätzen zu handeln.“ Die Antwort von Coventry, so die Sportler, wird beweisen, ob die olympische Charta nur „ein lebendiges Dokument oder ein zeremonieller Text“ ist.
Wer protestiert, riskiert Gefängnis und Schlimmeres
Der Hintergrund dieser Aktion ist bitterernst. Im Iran sind Sportorganisationen eng mit der Regierung verbunden und werden nicht als unabhängig angesehen. Athleten, die ihre politische Meinung sagen oder an Demonstrationen teilnehmen, riskieren nicht nur ihre Karriere, sondern auch ihre Freiheit.
Ein furchtbares Beispiel verdeutlicht die Gefahr: Im Jahr 2020 wurde der Ringer Navid Afkari exekutiert. Die iranische Justiz warf ihm vor, bei einer Kundgebung einen Sicherheitsbeamten ermordet zu haben. Der Athlet, seine Angehörigen und Menschenrechtsgruppen erklärten hingegen, sein Geständnis sei durch Folter erpresst worden. (red)
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