Abo

Bayern-Spektakel in ParisTV-Experte sagt den entscheidenden Satz

Der FC Bayern und Paris Saint-Germain lieferten sich ein Spiel für die Geschichtsbücher in der Champions League. Einen großen „Was wäre wenn“-Moment gab das Spiel am Dienstag her.

Gerade mal eine Nacht ist seit dem Neun-Tore-Spektakel zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München (5:4) vergangen, aber schon jetzt erreicht das Halbfinal-Hinspiel der Champions League in der weltweiten Betrachtung Jahrhundertspiel-Charakter.

Zwei offensiv unaufhaltsame Teams mit unvergleichlicher Ballsicherheit und allerhöchster Intensität. Wer auf den offenen Schlagabtausch in der französischen Hauptstadt zurückblickt, kommt sogar zu dem Schluss: Die Toranzahl hätte mit etwas mehr Präzision sogar in den zweistelligen Bereich klettern können.

FC Bayern glaubt weiter an den Finaleinzug

Noch immer mit einer Extraportion Adrenalin im Körper, konnten die Bayern eine gewisse Euphorie trotz der Niederlage nicht abschütteln. „Das war ein außerordentlicher Tag, ein historischer Tag!“, sagte der Vorstandsvorsitzende Jan-Christian Dreesen mit einem Lächeln und konstatierte beeindruckt: „Es hat noch nie neun Tore in einem Halbfinalspiel der Champions League gegeben.“

Für eine Nacht konnte sich der deutsche Rekordmeister sogar einigermaßen mit dem Ergebnis zufriedengeben, ließ aber noch am Abend den Blick auf das Rückspiel schweifen. „Jeder in der Kabine hat diesen Glauben, hat dieses Gefühl, hat dieses Selbstvertrauen, dass wir zu Hause Paris schlagen können“, sagte Joshua Kimmich (31).

Einen entscheidenden Nachteil werden die Bayern kommende Woche Mittwoch definitiv nicht mehr haben: Trainer Vincent Kompany (40) darf nach abgesessener Gelbsperre wieder zurück in seine Coaching-Zone und zur Mannschaft, was ihm in Paris während des Spiels verwehrt blieb.

Die Experten waren sich dabei einig: In den beiden Halbzeiten macht das Fehlen eines Trainers kaum einen Unterschied, zu gering ist der Wirkungsgrad der Anweisungen von der Seitenlinie. Zumal Kompany taktische Details per Funk noch immer an seine Bank durchgeben konnte, um sie von seinen Vertretern an die Mannschaft übermitteln zu lassen.

Mats Hummels, Benedikt Höwedes und Christoph Kramer als TV-Experten bei Amazon Prime Video.

Copyright: IMAGO/Passion2Press

Die Amazon-Experten Mats Hummels, Benedikt Höwedes und Christoph Kramer.

Die Weltmeister Mats Hummels (38), Christoph Kramer (35) und Benedikt Höwedes (37) waren sich in der Übertragung bei Amazon Prime Video schon vor dem Spiel einig, dass ein Kompany-Faktor dennoch fehlen würde: Die Halbzeitansprache.

Erst am Wochenende hatte der Coach seine Mannschaft nach einem 0:3 zur Pause in Mainz wachgerüttelt, am Ende siegten die Bayern dank flammender Worte und personeller Anpassungen noch mit 4:3. Vor dem Spiel äußerten alle Beteiligten daher die Hoffnung, dass einen solchen Kompany-Auftritt so schnell nicht noch einmal brauche.

Dass die Bayern im atemlosen Spiel in Paris dann mit dem Pausenpfiff den Elfmeter-Treffer zum 2:3 kassierten, war dann genau das, was während der Sperre des Trainers nicht hätte passieren sollen.

Ausgerechnet in der „perfekten“ Konstellation, in der eine Halbzeitansprache wirklich nötig war und etwas hätte bewirken können, war der Trainer mal nicht zur Stelle. „Jetzt bräuchte man Kompany in der Kabine“, sagte Höwedes den entscheidenden Satz über das größte „Was wäre wenn“-Szenario des Spektakel-Spiels.

Denn in Paris kamen die Bayern nicht gerade wie ein geölter Blitz aus der Kabine. Der einzige Impuls war die Einwechslung von Konrad Laimer (28) für Alphonso Davies (25), spielerisch dagegen war keine Reaktion zu erkennen.

Im Gegenteil: Ein Pariser Doppelschlag und die zwischenzeitliche 5:2-Führung ließ im zweiten Durchgang einen frühzeitigen K.o. befürchten. Der Final-Traum stand plötzlich gefährlich auf der Kippe.

Dann allerdings zeigte der frisch gebackene Deutsche Meister auch wieder seine gewaltigen sportlichen und mentalen Qualitäten, biss sich zurück ins Spiel und betrieb mit dem dritten und vierten Tor reichlich Schadensbegrenzung. Dank des starken Comebacks in Paris sowie die Rückkehr von Kompany dürfte der FCB nun psychologisch mit einem kleinen Vorteil ins Rennen gehen. (bc/dpa)

Bastian Schweinsteiger mit Schirm im Regen

Vor Halbfinal-Kracher

Schweinsteiger lag mit gewagter Bayern-Prognose fast richtig