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Olympia-Kommentar Rassismus, Tierquäler-Vorwurf: Deutsches Debakel wirft Fragen auf

Annika Schleu gestikuliert während des Modernen Fünfkampfs bei Olympia.

Die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu, hier mit Trainerin Kim Raisner (l.) am 6. August beim Olympia-Drama in Tokio, sorgte für Negativ-Schlagzeilen bei den Sommerspielen.

Zehn Goldmedaillen und zwei handfeste Skandale, so lautet die deutsche Bilanz bei Olympia in Tokio. Das Fehlverhalten vor den Augen der Welt wirft Fragen auf, auf die es nur eine Antwort gibt, meint unser Autor. Ein Kommentar.

Tokio. Die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu (31) war in den vergangenen Tagen womöglich Deutschlands bekannteste Olympionikin. Die englische „Daily Mail“ berichtete groß, die italienische „Gazzetta dello Sport“ ebenfalls. Das mexikanische Sport-Portal „mediotiempo.com“ führt ihren Olympia-Auftritt nach mehreren Tagen noch immer auf seiner Startseite.

Doch im Gegensatz zu zehn anderen deutschen Startern holte Schleu nicht etwa Gold. Sie verzweifelte unter Tränen an ihrem Pferd „Saint Boy“, das einfach verweigerte und dafür etliche Schläge mit der Gerte und sogar einen Fausthieb von Trainerin Kim Raisner (48) abbekam. Tierquäler-Vorwürfe wurden laut, nicht nur in Deutschland, sondern in Medien auf der ganzen Welt.

Zwei deutsche Olympia-Eklats sorgten für Aufsehen

Es war der zweite große Eklat, für den die deutsche Delegation während der Olympischen Spiele in Tokio gesorgt hatte. Die Fälle hallten deutlich länger nach als das historische Tennis-Gold von Alexander Zverev (24), der Schwimm-Triumpf von Florian Wellbrock (23) oder der Ringer-Coup von Aline Rotter-Focken (30).

Zuvor hatte sich bereits Patrick Moster (54), Sportdirektor der deutschen Radfahrer, im Olympischen Zeitfahren eine böse Entgleisung geleistet. Sein rassistischer Motivationsruf an Fahrer Nikias Arndt (29) hätte wohl selbst eine Goldmedaille des Radprofis überstrahlt, der am Ende 19. wurde.

Olympia als große Bühne für den Sport ist auch ein Risiko

Die Olympia-Eindrücke zeigen: Die Sommerspiele bieten allen erdenklichen Sportarten, die sonst im langen Schatten des Fußballs weitgehend unbeobachtet bleiben, alle vier Jahre eine ungewohnte Präsenz und eine weltweite Bühne. Nichts bleibt verborgen, von der kleinen Schummelei bis zu sportlichen Höchstleistungen.

Die Sportler und ihre Trainer können die Gelegenheit nutzen, um ihrer Disziplin einen neuen Schub zu verleihen. Aus deutscher Sicht gelang das nur bedingt: Zwei handfeste Eklats stehen zehn Goldmedaillen und insgesamt 37-mal Edelmetall gegenüber – Negativ-Rekord seit der Wiedervereinigung.

So bleiben bei der Nachbereitung für die deutsche Olympia-Delegation Fragen offen. Nicht nur sportlich, sondern weit darüber hinaus.

Wird womöglich schon im Training der falsche Umgang mit Tieren praktiziert? Und gehören Rassismus oder andere indiskutable Ansichten auch abseits der Wettkämpfe zum Umgangston? Darauf darf es nur eine Antwort geben: Ein eindeutiges „Nein“. Ob sie wird, darf nicht erst wieder bei den Spielen 2024 in Paris auf dem Prüfstand stehen.

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